Kaspersky meldet deutliche Zunahme mobiler Sicherheitsbedrohungen

Ihre Zahl erhöht sich gegenüber dem Vorquartal um 20 Prozent. Rückläufig ist jedoch die Entwicklung bei Banking-Trojanern und Crypto-Ransomware. Hierzulande werden zudem nur 2,9 Prozent aller Kaspersky-Nutzer mit mobiler Malware konfrontiert.

Kaspersky Lab hat im dritten Quartal fast 1,6 Millionen schädliche Installationspakete für mobile Geräte entdeckt. Das entspricht einem Plus von 20 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2016. Im Vergleich zum Vorquartal erhöhte sich die Zahl um 21 Prozent. Zudem finden sich in den Top 20 ausschließlich mobile Schadprogramme für Googles Mobilbetriebssystem Android.

Kaspersky (Bild: Kaspersky)Die Zahlen basieren auf Nutzern von mobilen Sicherheitslösungen von Kaspersky Lab. 67,14 Prozent von ihnen hatten im dritten Quartal Kontakt zu einer „DangerousObject.Multi.Generic“ genannten Schadsoftware. Dabei handelt es sich um einen Platzhalter für jegliche gefährliche Anwendungen, die mittels Cloud-Technologien erkannt wurden. Auf den weiteren Plätzen folgen sechs verschiedene Android-Trojaner mit Anteilen zwischen 7,52 und 2,2 Prozent. Auch die restlichen Plätze der Top 20 werden fast ausschließlich von Trojanern belegt – lediglich zwei Hintertüren (Rang 8 und Rang 12) erreichten eine ähnlich hohe Verbreitung wie einige Trojaner.

Die Trojaner wiederum übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Während beispielsweise vier aktive Varianten von Hiddad unerwünschte Anzeigen öffnen und für Werbe-Clicks sorgen, sorgt der Trojan-Dropper AndroidOS.Agent.hb dafür, dass ein anderer Trojaner aus der Loaipi-Familie eingeschleust wird, der wiederum Geld mithilfe von kostenpflichtigen Abonnements stiehlt. Andere Top-Trojaner lassen ihre Hintermänner mit WAP-Abonnements Geld verdienen oder haben es auf Daten für mobiles Online-Banking abgesehen.

Generell ist jedoch ein rückläufiger Trend bei Banking-Trojanern zu erkennen. Meldeten die mobilen Sicherheitsprodukte von Kaspersky im vierten Quartal 2016 noch 36.266 befallene Installationspakete, waren es im dritten Quartal nur noch 19.748. Das ist ein Minus von 46 Prozent. Auch mobile Ransomware ist zumindest seit dem ersten Quartal 2017 auf dem Rückmarsch. 108.703 erkannten Installationspaketen mit Erpressersoftware im dritten Quartal stehen 218.625 Pakete im ersten Quartal 2017 gegenüber.

Regional betrachtet ergibt sich für Nutzer in Nordamerika, Australien, sowie West-, Mittel- und Nordeuropa ein sehr geringes Risiko, mit einer mobilen Schadsoftware infiziert zu werden. Dort werden nur etwa 5 bis 10 Prozent der Kaspersky-Nutzer mit mobiler Malware konfrontiert. Konkret nennt Kaspersky 4,9 Prozent für Frankreich (Platz 59), 3,8 Prozent für die USA (Platz 67) und 5,3 Prozent für Italien (Platz 56). Deutschland belegt mit 2,9 Prozent Platz 79.

Spitzenreiter ist der Iran mit 35,12 Prozent, gefolgt von Bangladesch (28,30 Prozent) und China (27,38). Auch andere bevölkerungsreiche Länder wie Indonesien (22,29 Prozent) und Indien (21,91 Prozent) belegen vordere Plätze in dieser Statistik.

Insgesamt, also über alle Betriebssysteme und Gerätetypen hinweg, blockierten Sicherheitslösungen von Kaspersky im dritten Quartal 277 Millionen Angriffe von Quellen im Internet. Dabei wurden 72 Millionen eindeutige URLs als gefährlich eingestuft. Zudem wurden laut Kaspersky 204.388 Versuche registriert, Banking-Malware zu installieren, und 186.283 Angriffe mit Crypto-Ransomware unterbunden.

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1 Kommentar zu Kaspersky meldet deutliche Zunahme mobiler Sicherheitsbedrohungen

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  • Am 13. November 2017 um 15:05 von Klaus der Erschrockene

    Zwei Dinge sind bedenklich: a. Es betrifft Android, Android und Android.
    Mal schauen, wie lange es dauert, bis der übliche Verdächtige uns erklären will, dass das ja nur theoretische Gefahren sind. Uhr läuft.
    Und b. Ich halte diese Zahl für bedenklich hoch: „Dort werden nur etwa 5 bis 10 Prozent der Kaspersky-Nutzer mit mobiler Malware konfrontiert.“

    Einserseits, weil nicht mal klar ist, wieviele Nutzer Android Geräte ohne irgendeinen Schutz nutzen, UND, viel schlimmer, dass es eben 5% sind.

    Selbst wenn die Zahl für Deutschland nur bei 2,9% liegt, disqualifiziert sich Android damit als Betriebssystem, mit dem sicherheitsrelevante Aktionen wie Banking gemacht werden sollte. Mir ist das klar, aber wievielen 08/15 Android Nutzern ist das ebenfalls klar?

    Bdeutet doch die Zahl von 2,9%, dass eben so viele Nutzer potentiell Opfer von Schadsoftware geworden sind – und das vielleicht gar nicht wissen.

    Würde das Risiko, dass mein System mit Schadsoftware befallen ist, bei 2,9% liegen, würde ich das nicht mehr nutzen wollen. Nicht nur bei Banking, sondern generell, also keine persönlichen Daten darauf ablegen wollen.

    Erst recht nicht, wenn es sich dabei nicht um eines der wenigen Premium Android Geräte handeln würde, die (halbwegs) regelmäßig mit Updates versorgt werden. Bei diesen sieht es sicherheitstechnisch wie schweizer Käse aus: die haben alle Android SCE (Swiss Cheese Edition) installiert.

    Man stelle sich vor, wie groß der Aufschrei bei Windows Rechnern wäre, würde die Zahl bei 2,9% liegen, und da nutzen wahrscheinlich die meisten User Sicherheitslösungen wie Kaspersky.

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