Tesla entwickelt eigenen KI-Chip mit AMD

Teslas erster Prozessor für künstliche Intelligenz und damit vollautonomes Fahren ist nahezu fertig. US-Berichten zufolge wurden erste Muster bereits hergestellt, entwickelt hat den Baustein eine echte Legende der Chipentwicklung.

Nicht mehr Mobileye oder Nvidia – sondern AMD. Wie CNBC unter Berufung auf eigene Quellen meldet, arbeitet Tesla zusammen mit AMD an einem Prozessor für künstliche Intelligenz. Details zu dessen Architektur liegen noch nicht vor, der Baustein soll aber bereits in ersten Mustern hergestellt worden sein und nun bei Tesla getestet werden. Die Herstellung erfolgt demnach bei Globalfoundries, der früheren Fertigungssparte von AMD.

Tesla Autopilot (Bild: Tesla)Tesla Autopilot: Der neu entwickelte KI-Chip dürfte im Bereich autonomes Fahren zum Einsatz kommen (Bild: Tesla).

Der Chefentwickler des Chips soll Jim Keller sein – ein Ingenieur, der seit 20 Jahren zu den Besten der Branche gehört. Von ihm stammt die K8-Architektur, die Anfang der 2000er unter dem Markennamen Athlon 64 Jahre Intel kräftig Konkurrenz machte. Danach wechselt Keller von AMD zu PA Semi und gelangte durch die Übernahme von Apple zum iPhone-Hersteller. Dort hat er mit dem A4, der vor allem für das erste iPad gebraucht wurde, das erste eigene SoC auf Basis der ARM-Architektur designt. Keller beherrscht also sowohl die Gestaltung von komplett neuen Mikroarchitekturen wie die Integration von zusätzlichen Funktionen in bestehende Designs. Ersteres stellte er erst jüngst durch seine Mitarbeit an Zen durch, mit dem AMD gerade große Erfolge feiert. Seit Anfang 2016 arbeitet Keller bei Tesla.

Die Entwicklung von Teslas KI-Chip dürfte eng mit AMDs Abteilung für „Semi-Custom Designs“ erfolgen. Dort arbeiten die Chipentwickler daran, bestehende Technologien wie die x86-Kerne von AMD und die Grafikeinheiten auf die Bedürfnisse der Kunden zuzuschneiden. Die bekanntesten Produkte sind die SoCs in Playstation 4 (Pro) und Xbox One (X). Denkbar ist, dass Tesla sein Betriebssystem auf x86-Cores laufen lässt, und GPU-Einheiten von AMD zur Echtzeitanalyse von Bilddaten verwendet. Chips mit spezifischen KI-Funktionen hat AMD noch nicht am Markt, es ist aber nicht auszuschließen, dass die Entwickler bereits länger daran arbeiten. Da es nun Prototypen der Tesla-Bausteine geben soll, ist von mindestens zwei Jahren der Zusammenarbeit auszugehen. Das dürfte AMD-Konkurrenten Nvidia besonders wenig freuen, bisher übernahmen GPUs der Geforce-Macher Bildanalyse und KI-Aufgaben ins Teslas Fahrzeugen.

Nach Bekanntgabe der Zusammenarbeit mit Tesla ist die AMD-Aktie stark angestiegen (Screenshot: ZDNet.de)Durch den CNBC-Bericht über eine möglich Zusammenarbeit zwischen Tesla und AMD ist die Aktie des Prozessorherstellers stark angestiegen (Screenshot: ZDNet.de).

Bereits mit Jubeln beschäftigt sind wohl dagegen die Aktionäre von AMD: Sie schenken den Berichten Glauben, die Anteilsscheine legten vor der Schließung der NASDAQ und im nachbörslichen Handel fast 5 Prozent zu. Mit über 14 US-Dollar ist die Aktie nicht mehr weit vom Hoch der letzten 5 Jahre entfernt, das im Februar 2017 zur Vorstellung der Ryzen-CPUs erreicht wurde.

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