Intels 10-Nanometer-Fertigung soll jetzt wirklich starten

Endlich zeigt Intel einen Wafer mit CPUs, die in 10nm-Technik gefertigt sind. Die klassische PR-Maßnahme soll davon ablenken, dass dieses Verfahren bereits vor zwei Jahren serienreif sein sollte.

Auf seinem bereits zweiten „Technology and Manufacturing Day“ im Jahr 2017 hat Intel in Peking erstmals einen Wafer mit Prozessoren gezeigt, die mit 10 Nanometern Strukturbreite hergestellt wurden. Darauf befanden sich nach Angaben des Unternehmens CPUs mit der kommenden Architektur Cannon Lake, eine weitere Siliziumscheibe mit ARM-SoCs wurde ebenfalls vorgeführt.

Intel: Stacey Smith Group President of Manufacturing Operations and Sales (Bild: Intel)Stacey Smith, Group President of Manufacturing Operations und Sales bei Intel präsentiert den ersten 10-Nanometer-Wafer (Bild: Intel).

Solche Präsentationen sind bei Intel stets das Bekenntnis, dass eine neue Fertigungstechnik tatsächlich serienreif ist und die Massenfertigung bald aufgenommen wird. Daher hielt auch der Chef der Chipfabriken, Stacy Smith, die Wafer selbst in die Kamera. Ungewöhnlich ist, dass Intel nicht nur die eigenen Produkte, sondern auch die Möglichkeiten für Fremdhersteller hervorhob.

Laut einem bisher nicht bestätigten Bericht von Semiaccurate verlassen sich einige Partner von Intel, die ihre Designs in den Werken der Kalifornier fertigen lassen wollten, nicht mehr auf die Nanometer-Roadmap von Intel. Die Meldung erschien schon zwei Wochen vor Intels aktueller Veranstaltung.

ARM General Manager, Vice President and Fellow: Gus Yeung (Bild: Intel)Auch ARMs General Manager, Vice President und Fellow: Gus Yeung durfte einen 10-Nanometer-Wafer präsentieren (Bild: Intel).

Eine mögliche Erklärung für diese vermutete Fahnenflucht könnte sein, dass Intel seine eigene Roadmap nicht mehr einhalten kann. Laut einer Präsentation (PDF) von einer Analystenveranstaltung im Juli 2014 war die 10-Nanometer-Fertigung mit ersten Prototypen bereits für 2015 vorgesehen. Das konnte Intel aber nicht einmal für die eigenen Prozessoren einhalten, auch die in zwei Wochen erwarteten Coffe-Lake-S-CPUs werden noch im 14-Nanometer-Verfahren hergestellt.

Selbst Intel kann sich die Jahrzehnte perfekt funktionierende Verkleinerung der Strukturbreiten nicht mehr leisten. Wie Stacy Smith auf dem ersten Manufacturing-Day 2017 im März in San Francisco sagte, kostet eine neue Chipfabrik – die für neue Strukurbreiten in der Regel benötigt wird – inzwischen rund 10 Milliarden US-Dollar. In einem schrumpfenden PC-Markt ist das wohl wirtschaftlich nicht mehr darstellbar, sodass das Unternehmen sich nun erst recht auf Kunden für seine schon länger existierende Auftragsfertigung (Foundy) konzentriert.

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