Bericht: Toshiba stimmt Verkauf der Speichersparte an ein Konsortium zu

Diesmal soll es sicher sein: Laut US-Medien verkauft Toshiba seine Chipsparte an ein Konsortium um die Investitionsgruppe Bain. Apple, Dell und Speicherhersteller sind beteiligt - Western Digital könnte das Nachsehen haben.

Das in finanziellen Schwierigkeiten steckende Unternehmen Toshiba hat sich einem Bericht von Bloomberg zufolge dafür entschieden, ein Übernahmeangebot von Bain anzunehmen. Dies soll am Mittwoch (Ortszeit) im Vorstand entschieden worden sein. Bloomberg beruft sich auf eigene, nicht genannte Quellen. Die Chipherstellung von Toshiba, die bereits länger zum Verkauf steht, soll an das Konsortium gehen, dem neben Bain auch Apple, Dell, Hoya, Kingston, Seagate und SK Hynix angehören. Das konkurrierende Angebot von japanischen Investoren und dem Unternehmen KKR hat Toshiba laut Bloomberg abgelehnt.

Die Chipherstellung von Toshiba, die bereits länger zum Verkauf steht, soll an das Konsortium gehen, dem neben Bain auch Apple, Dell, Hoya, Kingston, Seagate und SK Hynix angehören (Bild: Toshiba). Die Chipherstellung von Toshiba, die bereits länger zum Verkauf steht, soll an das Konsortium gehen, dem neben Bain auch Apple, Dell, Hoya, Kingston, Seagate und SK Hynix angehören (Bild: Toshiba).

Die Namen der Interessenten zeigen, worum es bei dem Deal geht: Gerätehersteller wie Apple und Dell wollen sich weiter unabhängig vom Speicherprimus Samsung machen. Und die anderen Anbieter von Flash und DRAM wie Hynix und Kingston wollen offenbar die Technologien und Fertigungsstätten von Toshiba weiter betreiben und eventuell selbst nutzen. Zudem haben die Japaner auch interessante Logikbausteine zu bieten.

Als final kann das Geschäft noch nicht angesehen werden. Toshibas Joint-Venture-Partner Western Digital sieht seine Verträge verletzt und klagt in mehreren Ländern gegen den Verkauf der Chipabteilung des japanischen Unternehmens. Seit der Übernahme von Sandisk im Mai 2016 ist WD im Flash-Geschäft ein direkter Konkurrent von Toshiba. Eine Reaktion von WD zur aktuellen Entscheidung steht noch aus.

Toshiba steht unter großem Druck und hatte sich bereits Mitte 2017 entschieden, seine gut laufende und angesehene Herstellung von Speicherbausteinen zu verkaufen. Der Mischkonzern braucht die dabei angepeilten Erlöse dringend, um seine jahrelangen Verluste im Geschäft mit Kernenergie auszugleichen.

Toshiba hatte 2006 das inzwischen insolvente US-Unternehmen Westinghouse übernommen und seitdem – wohl auch durch die Atomkatastrophe von Fukushima 2011 – Milliardenverluste im Nukleargeschäft hinzunehmen. Wenn diese nicht bis zum März 2018 zumindest teilweise ausgeglichen werden, droht Toshiba die Streichung von der Börse in Tokyo. Das 1875 gegründete Unternehmen wäre dann faktisch am Ende und mit ihm auch die Chipfertigung.

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