Apple investiert in eigene Rechenzentren

Apple will seine Abhängigkeit von AWS und Azure für seine iCloud verringern und baut eigene Rechenzentren. Im US-amerikanischen Bundesstaat Iowa investiert das Unternehmen 1,3 Milliarden US-Dollar.

Siri, iMessage, Apple Music und andere Cloud-Dienste von Apple sollen künftig auch bei Apple gehostet werden. Dazu benötigt der US-Hersteller eigene Rechenzentren. Bisher ist Apple von fremden Cloudanbietern wie Amazon und Microsoft abhängig. Mit einer Milliardeninvestition soll das nun teilweise geändert werden.

Apple baut nun ein Rechenzentrum im US-amerikanischen Bundesstaat Iowa, das 1,3 Milliarden US-Dollar kosten soll und US-Kunden dienen soll. Deren iCloud-Aktivitäten inklusive der Spracherkennung Siri, dem Messenger iMessage sowie dem Streaming-Angebot Apple Music und andere Cloud-Diensten sollen künftig über Apple eigenes Rechenzentrum angeboten werden. Das Rechenzentrum in Iowa soll aus erneuerbaren Energiequellen mit Strom versorgt werden. Der Bau der Anlage soll erst 2020 beendet werden.

China fordert eigenes Rechenzentrum

Apple unterhält bereits jetzt mehrere Rechenzentren in den USA sowie in Dänemark und Irland. Dennoch scheint der iPhone-Hersteller immer noch nicht ausreichende Kapazitäten geschaffen zu haben, um die Datenlast zu verkraften. In China plant Apple ebenfalls ein neues Rechenzentrum, um das dortige Cyber-Sicherheitsgesetz einzuhalten, das 2016 erlassen wurde. Es soll dafür sorgen, dass Daten chinesischer Nutzer auf Servern in China gelagert werden, berichtet das Wall Street Journal.

Gegenüber Bloomberg versicherte Apple Mitte 2017, dass das Unternehmen „kein Backdoor in die Systeme einbauen” werde und die Kontrolle über die Verschlüsselung und die Schlüssel selbst behalten will.

Apples neues Rechenzentrum in Aabenraa

Das im dänischen Aabenraa, unweit der deutschen Grenze, geplante Rechenzentrum, ist bereits das zweite, das Apple in dem Land errichtet. Das erste wurde – zusammen mit einem in Irland – im Februar 2015 angekündigt. Es wird derzeit in Viborg gebaut und soll im Laufe des Jahres den Betrieb aufnehmen. Aktuell sucht Apple noch mehrere Experten für dessen Betrieb. Insgesamt gehen lokale Beobachter davon aus, dass dort insgesamt rund 300 Stellen geschaffen werden.

Beide Rechenzentren in Dänemark sollen dazu dienen, die Verfügbarkeit und Leistung von iTunes, App Store und dem digitalen Assistenten Siri für Apple-Nutzer in Europa zu gewährleisten. Beide sollen komplett mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Wie die Kommune Aabenraa mitgeteilt hat, wird das neue Rechenzentrumsprojekt flächenmäßig größer sein, als “alle derzeitigen Rechenzentrumsprojekte in Dänemark zusammengenommen”. Die vorgesehene Fläche entspreche der von 400 Fußballfeldern – ein dehnbarerer Vergleich, kann ein Fußballfeld doch regelkonform zwischen mindestens gut 4000 und maximal 10.800 Quadratmetern groß sein. Die abgesteckte Fläche deckt demnach zwischen 1,6 und 4,3 Millionen Quadratmeter beziehungsweise maximal gut 400 Hektar ab.

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Themenseiten: Apple, Rechenzentrum

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1 Kommentar zu Apple investiert in eigene Rechenzentren

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  • Am 28. August 2017 um 19:09 von Anis Alain

    Das ist mehr als überfällig. In Sachen cloudtec hat apple den Anschluss an die großen Player leider völlig verpasst.

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