PC-Markt in Deutschland: Verkäufe gehen erneut zurück

Bemerkbar macht sich das vor allem bei Notebooks. Hoffnungsträger der Hersteller bleibt die Kategorie der “ultramobilen Geräte”. Sie legte im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent zu und erreicht damit einen Anteil von 33 Prozent aller ausgelieferten Mobil-PCs.

Im zweiten Quartal 2017 wurden den aktuellen Zahlen des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Gartner zufolge in Deutschland 2,2 Millionen PCs ausgeliefert. Das sind 2,5 Prozent weniger als im zweiten Quartal 2016. Lenovo, HP, Dell und Asus können dennoch alle wenn auch unterschiedlich stark zulegen. Das verdanken sie vor allem dem katastrophalen Abschneiden von Acer.

Dell ist laut Gartner im zweiten Quartal 2017 der große Gewinner im deutschen PC-Markt. Die Geräte des Herstellers werden deutliich häufiger nachgefragt. Lenovo und HP liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Spitzenposition (Tabelle: Gartner).Dell ist laut Gartner im zweiten Quartal 2017 der große Gewinner im deutschen PC-Markt. Die Geräte des Herstellers werden deutliich häufiger nachgefragt. Lenovo und HP liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Spitzenposition (Tabelle: Gartner).

Für den Rückgang der Verkaufszahlen im PC-Markt macht Gartner vor allem steigende PC-Preise aufgrund von Engpässen bei wichtigen Komponenten verantwortlich. In Deutschland seien die Durchschnittspreise für PCs im Jahresvergleich bereits im ersten Quartal 2017 um 10 Prozent angestiegen. Im zweiten Quartal kletterten sie nochmals um 2 bis 3 Prozent. Das habe dazu geführt, dass vor allem von Unternehmen Upgrade-Käufe hinausgezögert werden.

“Die Preise für PCs werden weiter hoch bleiben, so dass wir davon ausgehen, dass die Stückzahlen im zweiten Halbjahr 2017 in etwa auf dem gleichen Niveau bleiben werden – bei leicht steigenden Umsätzen”, teilt Gartner mit. “Allerdings wird sich die Konsolidierung auf dem Markt weiter fortsetzen. Die Top-3-Hersteller werden ihre Marktanteile weiter ausbauen können, weil sie aufgrund einer höheren Wirtschaftlichkeit die derzeitigen volatilen Preise besser kontrollieren können.”

Die Top-3-Hersteller sind derzeit Lenovo, HP und Dell. HP büßte seinen knappen Vorsprung auf Lenovo ein und liegt nun mit einem Marktanteil von 21,7 Prozent gleichauf mit dem chinesischen Konkurrenten. Der legte im Vergleich zum zweiten Quartal 2016 bei den Stückzahlen um 6,8 Prozent zu, HP bloß um 2,8 Prozent. Sie kommen laut Gartner nun auf 473.000 respektive 471.000 verkaufte PCs in Deutschland.

Dell legt am stärksten zu, Acer verliert am meisten

Das größte Wachstum konnte Dell verzeichnen. Das Unternehmen aus Texas steigerte im Vergleich zum zweiten Quartal 2016 den Verkauf um 10,7 Prozent. Mit einem Marktanteil von 9,9 Prozent liegt es nun deutlich vor Asus, dass seine Abverkaufszahlen lediglich um 1,4 Prozent steigern konnte, was aktuell in einem Marktanteil von 8,2 Prozent resultiert.

Am meisten Federn lassen musste Acer. Nachdem sich das Unternehmen zuletzt immer wieder verbessert hatte, weist Gartner im zweiten Quartal 2017 im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Rückgang bei den Verkaufszahlen von 32,5 Prozent aus. Der Marktanteil sackte dadurch von 11,5 auf 8 Prozent ab. Die Stückzahlen der restlichen Hersteller, die schon seit Jahren Anteile verlieren, rutschten um 5,3 Prozent ab. Das Segment kommt nun auf einen Anteil von 32,3 Prozent am Gesamtmarkt.

Im B2B-Markt betrug der Rückgang im Jahresvergleich insgesamt 3 Prozent. Zulegen konnten laut Gartner hier HP, Dell, Lenovo und Apple. Im Consumer-Markt meldet Gartner einen Rückgang von 2 Prozent. Der sei vor allem zu Lasten von Acer, HP und Toshiba gegangen. „Alle anderen Hersteller konnten in diesem Marktsegment im Vergleich zum Vorjahr wachsen”, so Gartner.

Die Nachfrage nach Desktop-PCs blieb im Vergleich zum ersten Quartal 2017 stabil. Das Interesse der Käufer an Standard-Notebooks fiel dagegen generell um 13 Prozent, im Consumer-Markt wurden im Jahresvergleich sogar 23 Prozent weniger Standard-Notebooks ausgeliefert.

Wie bereits in den Quartalen zuvor wenden sich Käufer – vor allem auch immer mehr Consumer – den sogenannten “ultramobilen Geräten” zu. Deren Anteil stieg im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent. Auf diese Geräteklasse, zu der Ultrabooks, Convertibles und so weiter gehören, entfällt inzwischen ein Drittel aller ausgelieferten Mobil-PCs. Da es sich hierbei oft um teurere Geräte handelt, gleicht dieser Trend den Rückgang der Stückzahlen beim Umsatz der Hersteller oft aus.

Themenseiten: Acer, Asus, Dell, HP, Lenovo, PC

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

4 Kommentare zu PC-Markt in Deutschland: Verkäufe gehen erneut zurück

Kommentar hinzufügen
  • Am 22. August 2017 um 7:00 von Udo

    Juhu, sollen sie doch alle pleite gehen… und mit ihnen Windows. Dann haben die User endlich ihre Ruhe… weil sie mit MacOS keine Systempflege und keine Problemwälzungen mehr machen müssen.

    • Am 22. August 2017 um 10:30 von Kein Fanboy von nicht

      Was bist denn du für ein Träumer?

  • Am 22. August 2017 um 7:54 von Willy Nachtigall

    Fanboy

  • Am 22. August 2017 um 22:54 von Mike

    „ultramobilen Geräte“ – auch schon wieder so ein Marketingsprech. Entweder ist ein Gerät mobil oder es ist es nicht, aber ultramobil? Außerdem ziehen die Konzerne daraus meiner Meinung nach die falschen Schlüsse, deren Schluss daraus ist ja, die Leute wollen nur noch ultramobil, vielleicht liegst aber auch daran, dass sie schon ein ausreichend gutes Desktopgerät haben. Ehrlich gesagt, will ich meinen 22 Zoll Monitor nicht gegen ein 15 Zoll Mobilgerät tauschen und warum sollte ich ein „ultramobiles“ Gerät kaufen, wenn ich mit meinem Desktopgerät zufrieden bin. Mein „Büro“ ist zu Hause und nicht im Flieger nach irgendwo … Apple spricht zum Beispiel auch die ganze Zeit von der Post PC Ära und wundern sich, dass die Leute so vehement neue Mac Pros und macminis einfordern, obwohl doch alles ultramobile sein soll – also angeblich gar kein Markt für macminis und Pro mehr existieren dürfte … Marketing ist halt nicht alles und gerade bei den „ultramobilen“ Geräten gibt es immer noch eine Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit, außerdem sind sie heftig teuer und haben – siehe Surface – auch oft genug eine sehr begrenzte Lebensdauer. Ich kann es mir z.B. nicht leisten, alle 2 Jahre einen neuen Rechner zu kaufen – und wüsste auch nicht, warum ich das tun sollte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *