Halbleiter: Samsung will Foundry-Marktanteil verdreifachen

Als Auftragsfertiger liegt Samsung derzeit weit hinter der taiwanischen Chipschmiede TSMC, will den Abstand aber innerhalb von fünf Jahren deutlich verkürzen. Neben bekannten Großkunden will es auch kleinere Kunden anwerben - und hofft auf neue Aufträge von Apple.

Samsung hat sich zum Ziel gesetzt, seinen Marktanteil als Auftragsfertiger von Halbleiterprodukten zu verdreifachen und den Abstand zur taiwanischen Chipschmiede TSMC zu verkürzen. Der koreanische Elektronikkonzern will das durch das aggressive Anwerben von Kunden erreichen. Um innerhalb von fünf Jahren auf einen Marktanteil von 25 Prozent zu kommen, sollen neben bekannten Großkunden wie Qualcomm, Nvidia und NXP auch kleinere Kunden gewonnen werden.

Samsung (Bild: Samsung)

„Wir wollen eine starke Nummer zwei im Markt sein“, erklärte gegenüber Reuters E.S. Jung, Chef der neuen Foundry-Sparte, die im Mai aus Samsungs Halbleitergeschäft ausgegliedert wurde. Die Auftragsfertigung macht bei Samsung geschätzte 5,3 Billionen Won (4,76 Milliarden Dollar aus) und liegt damit noch weit hinter dem Marktführer TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company).

Einen Rückschlag erlitt Samsung zudem durch den Absprung Apples. Analysten zufolge erhielt TSMC 2016 und 2017 alle Aufträge für Mobilprozessoren, die der iPhone-Hersteller vergab. „Man braucht eine Technologie, die bei den Kunden Begeisterung auslöst“, sagte Jung, ohne jegliche Kunden namentlich zu nennen. „Ohne eine solche fortgeschrittene Technologie wird es schwierig sein, Kunden von Rivalen zurückzugewinnen.“

Samsung ist aber laut Jung zuversichtlich, mit der jüngsten Fertigungstechnik EUV (Extreme Ultra Violet) einen Vorsprung gegenüber dem Mitbewerb zu haben. Samsung und TSMC befinden sich in einem Wettlauf, das als EUV bezeichnete Lithographieverfahren einzuführen und damit Kosten wie Komplexität der Chipherstellung zu verringern. Beide wollen im nächsten Jahr damit durchstarten. Samsung kündigte bereits die 7-Nanometer-Fertigung mit EUV-Technologie in der zweiten Jahreshälfte 2018 an.

Nach einem Bericht des Korea Herald wird 2018 zumindest ein Teil von Apples Fertigungsaufträgen für iPhone-Prozessoren wieder an Samsung gehen. Ausschlaggebend für die Entscheidung war angeblich Samsungs Zusage, Fertigungsanlagen zu kaufen, die nur für die Herstellung von Chips mit Strukturbreiten von 7 Nanometern geeignet sind.

Im seinem zweiten Quartal hat Samsung angeblich bereits Intel als größten Chiphersteller der Welt abgelöst. Dazu trugen Speicherchips sowie das Wachstum bei Rechenzentren und SSDs wesentlich bei. Im Foundry-Markt aber hielt Samsung laut IHS im letzten Jahr nur einen Marktanteil von 7,9 Prozent, während sich TSMC einen Anteil von 50,6 Prozent sichern konnte.

Themenseiten: Apple, Prozessoren, Samsung, TSMC, Unternehmen

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