Darknet: Behörden schalten AlphaBay und Hansa Market ab

AlphaBay ist der größte Marktplatz für illegale Waren im Darknet. Seit 2014 sollen Händler darüber Waren im Wert von einer Milliarde Dollar verkauft haben. An den Ermittlungen beteiligen sich FBI, DEA, die niederländische Polizei und Europol.

Strafverfolgungsbehörden weltweit ist ein nach ihren Angaben wichtiger Schlag gegen kriminelle Aktivitäten im Darknet gelungen. In zwei gemeinsamen Operationen haben die US-Bundespolizei FBI, die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA, die niederländische Polizei und Europol die Infrastrukturen der Online-Marktplätze AlphaBay und Hansa Market abgeschaltet. Sie sollen mit illegalen Gütern wie Drogen, Schusswaffen und Schadsoftware gehandelt haben.

„Das ist ein herausragender Erfolg der Behörden in Europa und den USA“, sagte Rob Wainwright, Executive Director von Europol, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem US-Justizminister Jeff Sessions, dem Direktor des FBI und dem stellvertretenden Direktor der DEA. „Die Aktivitäten von Drogenhändlern und anderen Schwerverbrechern weltweit haben einen erheblichen Rückschlag erlitten.“ Die Zusammenarbeit von Ermittlern weltweit sende das klare Signal, dass die Behörden die Möglichkeit hätten, jederzeit zurückzuschlagen und Straftaten aufzudecken, selbst an Orten wie dem Dark Web.

Hansa Market und AlphaBay (Bild: Europol)

Darknet: AlphaBay größter Marktplatz

AlphaBay hatte den Ermittlern zufolge als größter Marktplatz im Darknet rund 200.000 Mitglieder und 40.000 Anbieter. Dort gab es demnach mehr als 250.000 Angebote für illegale Drogen und giftige Chemikalien sowie mehr als 100.000 Angebote für gestohlene und gefälschte Ausweispapiere, gefälschte Waren, Malware und Hacking-Tools und Schusswaffen. Über den Marktplatz sollen seit seiner Gründung im Jahr 2014 nach vorsichtigen Schätzungen Waren im Wert von einer Milliarde Dollar verkauft worden sein.

Hansa Market soll indes die Nummer drei im Dark Web gewesen sein. Auch hier seien unter anderem Drogen und andere verbotene Waren angeboten worden. Beide Marktplätze hätten bei der Ausweitung einer kriminellen Untergrundwirtschaft geholfen, mit dem Ziel, die Arbeit von Ermittlern weltweit einzuschränken oder zu erschweren.

Bei der Schließung des Hansa Market half zudem der Sicherheitsanbieter BitDefender. Dessen Chief Security Strategist Catalin Cosoi betonte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von Behörden und Privatwirtschaft. „Wichtig ist der Umstand, dass die Ergebnisse, die wir heute sehen, auf einem koordinierten Vorgehen von zahlreichen Einrichtungen basieren. Und es ist ein klares Beispiel dafür, dass die Partnerschaft zwischen öffentlichen und privaten Organisationen erfolgreich ist.“

Während die Ermittlungen gegen AlphaBay vom FBI und der DEA geleitet wurden, waren die niederländischen Behörden federführend bei der Schließung des Hansa Market. Der Gründer und Administrator von AlphaBay, der in Thailand lebende Kanadier Alexandre Cazes, wurde bereits am 5. Juli in Thailand verhaftet. Der 26-jährige Cazes wurde jedoch in der vergangenen Woche tot in seiner Gefängniszelle gefunden. Er soll sich das Leben genommen haben.

Ermittler fanden bei der Durchsuchung der Wohnung von Cazes unter anderem sein „entsperrtes und entschlüsseltes“ Laptop mit den Anmeldedaten für den Darknet-Marktplatz und die zugehörigen Server. Zudem konnten sie Kryptowährungen im Wert von mehreren Millionen Dollar sicherstellen. Aufmerksam wurden die Behörden auf Cazes, da er für die Willkommens-E-Mail an neue AlphaBay-Mitglieder seine private E-Mail-Adresse benutzte, die er auch in seinem PayPal-Konto hinterlegt hatte, das wiederum mit seinem kanadischen Bankkonto verbunden war.

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[mit Material von Larry Dignan, ZDNet.com]

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Themenseiten: Bitdefender, Cybercrime, Europol, Federal Bureau of Investigation, Security, Sicherheit

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