GhostCtrl: Android-Backdoor zeichnet heimlich Audio und Video auf

Die Malware versteckt sich in gefälschten Apps mit Namen beliebter Android-Anwendungen. GhostCtrl nutzt unter anderem Verschlüsselung, um einer Erkennung zu entgehen. Der Schädling basiert offenbar auf dem Remote Access Trojan OmniRAT.

Trend Micro hat eine neue Schadsoftware für Googles Mobilbetriebssystem Android entdeckt, die im geheimen viele Funktionen infizierter Geräte kontrolliert. Die als GhostCtrl (Ghost Control) bezeichnete Backdoor greift auf Mikrofone und Kameras zu, um Audio und Video aufzeichnen, was es ihr erlaubt, ein Opfer nahezu vollständig zu überwachen.

Android-Malware (Bild: Fraunhofer SIT)GhostCtrl basiert offenbar auf dem Remote Access Trojan OmniRAT, der mindestens seit November 2015 im Umlauf ist. OmniRAT ist in der Lage, von einem Android-Gerät aus Windows-, Linux- und Mac-Systeme zu befallen – und umgekehrt.

Bisher wurden den Sicherheitsforschern zufolge drei Varianten von GhostCtrl freigesetzt. Während die erste Informationen stiehlt und wenige Gerätefunktionen kontrolliert ohne sich zu verstecken, unterstützt die zweite Variante den Zugriff auf weitere Gerätefunktionen. Die aktuellste Version der Schadsoftware kombiniere die besten Features seiner Vorgänger und verbessere sie.

GhostCtrl infiziert Android-Geräte mithilfe gefährlicher Apps, die die Namen beliebter Android-Apps wie WhatsApp oder Pokemon Go benutzen. Wird die gefährliche App installiert, fordert sie den Nutzer auf, die eigentliche Malware zu installieren. Die zugehörige Nachricht wird immer wieder eingeblendet, bis der Nutzer die Installation genehmigt. Danach nimmt die Malware Kontakt zu einem Befehlsserver der Cyberkriminellen auf, um weitere Befehle zu erhalten.

Die Befehle werden verschlüsselt verschickt und erst auf dem Gerät entschlüsselt, um einer Erkennung zu entgehen. Unter anderem kann GhostCtrl das WLAN ein- und ausschalten, die Sensoren des Android-Geräts in Echtzeit überwachen, die Vibrationsfunktion steuern, das Hintergrundbild verändern, beliebige Dateien umbenennen oder löschen, SMS oder MMS an Premium-Nummern verschicken, Dateien herunterladen sowie SMS und den Browserverlauf löschen.

Darüber hinaus hat der Schädling Zugriff auf persönliche Informationen wie SMS, Adressbuch, Standort, Browser-Lesezeichen und die Seriennummer der SIM-Karte. Auch die OS-Version, Passwörter, Kamera-, Browser- und Suchdaten kann GhostCtrl auslesen. Trend Micro zufolge ist der Wissensdurst von GhostCtrl deutlich größer als der von anderen Daten stehlenden Schadprogrammen.

ANZEIGE

Server-Hosting: Sicherheit und Datenschutz Made in Germany

Sicherheit und Datenschutz sind zwei wesentliche Kriterien bei der Auswahl eines virtuellen Servers. Mit zwei nach ISO 27001 zertifizierten Hochleistungsrechenzentren in Deutschland bietet STRATO nicht nur strenge Sicherheitsmaßnahmen, sondern auch Datenschutz nach deutschem Recht. Zudem beinhalten die V-Server zahlreiche Komfortfeatures.

Tipp: Wie gut kennen Sie die Geschichte der Computer-Viren? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Themenseiten: Android, Malware, Security, Sicherheit, Trend Micro

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu GhostCtrl: Android-Backdoor zeichnet heimlich Audio und Video auf

Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *