Samsung baut weltgrößte OLED-Fabrik

Das Werk wird auf 30 Prozent mehr Produktionskapazität als die bislang größte Herstellungsanlage von Samsung Display ausgelegt. Samsung will seinen Vorsprung gegenüber chinesischen Herstellern absichern. Seine Kapazität baut es auch aus, weil Apple hohe Stückzahlen von OLED-Displays bestellt.

Samsung Display hat am 28. Juni mit dem Bau eines neuen Werks für die Herstellung biegsamer OLED-Displays begonnen, wie die koreanischen ET News von Brancheninsidern erfuhren. Die vorläufige Bezeichnung der neuen und weltweit größten OLED-Fabrik lautet A5. Sie soll eine um 30 Prozent höhere Produktionskapazität haben als A3, die bislang größte Herstellungsanlage von Samsung Display.

Samsung (Bild: Samsung)

Die Publikation sieht dahinter die Strategie Samsungs, die Oberhand zu gewinnen, bevor chinesische Unternehmen die technischen Fähigkeiten für die Herstellung biegsamer OLED-Displays gewinnen. Im kommenden Monat soll sich der Aufsichtsrat von Samsung Display treffen und die endgültigen Investitionspläne für die neue Fabrik verabschieden.

Einige wichtige Lieferanten von Prozessausrüstung wurden bereits über die Pläne unterrichtet. Gespräche laufen hinsichtlich der Liefertermine für die benötigten Maschinen. Da die wichtigsten Lieferanten bereits Einblick in die Investitionspläne erhielten, können sie die Größe und Produktionskapazität des Werks abschätzen.

Samsung wird demnach allein für den Bau des Werks über 1,75 Milliarden Dollar aufbringen. Die Bauphase wird rund eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen. Wenn Samsung Ende nächsten Jahres die Prozessausrüstung kauft, wird die Massenproduktion 2019 beginnen.

Branchenkenner schätzen, dass Samsung Display rund 14 Milliarden Dollar für die Ausrüstung ausgeben muss, um eine Herstellungskapazität von 180.000 Einheiten von OLED-Panels der sechsten Generation im Monat zu erreichen. Schon wenn es in der ersten Investitionsphase für die Herstellung von monatlich 60.000 Panels sorgen will, ist Prozessausrüstung im Wert von 4,37 Milliarden Dollar erforderlich. Die Investitionen sollen über drei Jahre hinweg erfolgen. Samsung denkt außerdem daran, in zwei Werken insgesamt 270.000 Panels der sechsten Generation monatlich zu produzieren.

Schon in der zweiten Jahreshälfte 2015 begann Samsung Display mit der Erweiterung des A3-Werks, weil Apple große Mengen von OLED-Displays orderte. Der Ausbau von A3 ist noch nicht ganz abgeschlossen – bis im kommenden Oktober stellt Samsung hier weitere Ausrüstung auf.

Laut Nikkei hat Apple für sein kommendes iPhone-Flaggschiff, das iPhone 8 heißen könnte, 70 Millionen OLED-Panels bestellt. Samsung werde aber 95 Millionen produzieren, um eine größere Nachfrage befriedigen zu können. Außerdem sei Samsung der einzige Lieferant, der OLED-Panels an Apple liefere. Kein anderer Hersteller verfüge in diesem Bereich über ein ähnlich großes Know-how wie der südkoreanische Elektronikkonzern.

Hinweis 4.7: Angaben zum Paneltyp präzisiert.

Themenseiten: Apple, Displays, OLED, Samsung, Smartphone, iPhone

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3 Kommentare zu Samsung baut weltgrößte OLED-Fabrik

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  • Am 4. Juli 2017 um 12:44 von dieterdreist

    Die Zahlen können nicht stimmen. Wenn 1,75 Mld für das Gebäude und 14 Mld für die Ausstattung ausgegeben werden müssen, um dann 180.000 Stück im Monat zu produzieren, dann wären das Investionskosten von 2430 pro Stück (bei 3 Jahren Produktion), und dabei sind weder Löhne, noch Material, Energie- und sonstige Kosten enthalten. Auch sind 180.000 im Monat viel zu wenig für ein Massenprodukt von dem man Millionen benötigt (iPhone etc.). Kleine Plausibilitätsprüfung würde ich mir von Journalisten eigentlich schon erwarten…

  • Am 4. Juli 2017 um 12:49 von dieterdreist

    wenn die Produktionszahlen am Tag und nicht im Monat sind, könnte es passen, sonst würde es auch über 500 Monate dauern, die angegebene Menge herzustellen

    • Am 4. Juli 2017 um 15:37 von Kai Schmerer

      Danke für den Hinweis. In der Tat handelt es sich im OLED-Einheiten der sechsten Generation aus der die Smartphone-Displays geschnitten werden.

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