Große Nachfrage: Nokia 3310 teilweise ausverkauft

Die Neuauflage des einst meistverkauften Mobiltelefons erlebt ihren offiziellen Verkaufsstart in Deutschland. In Großbritannien ist das Nokia 3310 nach einem Tag ausverkauft. Nach einem ersten Test macht es damit aber "nur rund fünf Minuten lang Spaß, wieder die eigene Jugend zu durchleben".

Das Retro-Handy Nokia 3310 erlebt heute seinen offiziellen Verkaufsstart in Deutschland mit einer Single-SIM-Version und einer Dual-SIM-Version. Sie kosten beide jeweils knapp 60 Euro und stimmen in den übrigen technischen Spezifikationen überein. Die neue Version des klassischen Feature-Phones erscheint 17 Jahre nach dem Originalmodell.

Viele Onlinehändler melden allerdings derzeit keine Verfügbarkeit oder etwa eine Lieferung erst in einigen Wochen. Schon nicht mehr erhältlich war es gestern in Großbritannien, wo es am 24. Mai in den Verkauf ging und umgehend ausverkauft war. „Wenn Sie geblinzelt haben, dann haben Sie es verpasst“, wunderte sich The Register über die ungewöhnliche Nachfrage, die offenbar selbst Nokia überrascht hat.

Nokia 3310 (Bild: Nokia)Nokia 3310 (Bild: HMD Global)

Der britische Filialist Carphone Warehouse und Vodafone UK erwarten neue Bestände erst in „ein oder zwei Wochen“. Carphone meldete sogar 10-fach häufigere Vorregistrierungen für das neue Nokia 3310 als für jegliche Flaggschiff-Smartphones, die auf dem Mobile World Congress jemals angekündigt wurden. Nokia versprach auf seiner Facebook-Seite, das britische Inselreich möglichst schnell mit Nachlieferungen zu versorgen: „Wir arbeiten mit unseren Partnern zusammen und können bestätigen, dass das 3310 bald wieder erhältlich sein wird – die Einzelheiten werden wir so bald wie möglich bestätigen.“

Nokia 3310 macht nur fünf Minuten Spaß

Noch mehr wunderte sich Wired nach einem ersten Test über den Ansturm auf das Nostalgie-Telefon. Es macht demnach „nur rund fünf Minuten lang Spaß, wieder die eigene Jugend zu durchleben“. Die anfängliche Nostalgie verflüchtige sich in Minuten und nicht erst in Stunden. Danach sei das Leben mit dem Nokia 3310 nicht mehr die angenehme Erfahrung, wie durch die rosarot eingefärbte Jahr-2000-Brille erinnerlich.

Die Publikation bemängelt das Fehlen von GPS, WLAN, 3G und 4G. Neben Telefonie und SMS bekomme man nur sehr begrenztes Websurfen und eine neue Version des klassischen Snake-Spiels. Als Killer-Feature räumt auch Wired die theoretische Gesprächszeit von 22 Stunden und die in Smartphone-Zeiten astronomisch erscheinende Standby-Zeit von 31 Tagen ein. Textnachrichten mit dem T9-Keyboard zu schreiben, werde wiederum schnell zu einer Tortur und zwinge, sich an obskure und einst gebräuchliche Abkürzungen zu erinnern. Fazit: Selbst im Vergleich zu anderen unintelligenten Handys sei der Preis des 3310 sehr hoch – und nur das gelungene Klassik-Design könnte beeindrucken.

Das ursprüngliche Nokia 3310 brachte Nokia im vierten Quartal 2000 auf den Markt. 2001 war es zusammen mit dem technisch identischen 3330 das meistverkaufte Mobiltelefon der Welt. Bis 2005 lieferte Nokia weltweit 126 Millionen Einheiten beider Geräte aus, was sie zu dem Zeitpunkt zum meistverkauften Handy aller Zeiten machte.

Die Neuauflage von Nokia 3310 ist erhältlich in den Farben Warm Red und Yellow, beide mit glänzendem Finish, sowie Dark Blue und Grey, jeweils mit mattiertem Finish. Als Betriebssystem kommt Nokia Series 30+ zum Einsatz. Das 2,4-Zoll-Display bietet eine QVGA-Auflösung von 240 mal 320 Pixel. Auf der Rückseite ist eine 2-Megapixel-Kamera mit LED-Blitz verbaut. Die Datenübertragung kann über GSM, per Micro-USB und Bluetooth 3.0 mit SLAM erfolgen. UMTS und LTE werden nicht unterstützt, dafür sind ein UKW-Radio und ein MP3-Player verbaut. Das von Nokias Herstellungspartner HMD Global angebotene Gerät verfügt über 16 MByte (kein Tippfehler) Speicher – und vorinstallierte System-Software sowie Apps belegen schon einen erheblichen Teil dieses internen Speichers. Er lässt sich aber mit microSD-Karten um bis zu 32 GByte erweitern.

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6 Kommentare zu Große Nachfrage: Nokia 3310 teilweise ausverkauft

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  • Am 27. Mai 2017 um 18:53 von Antiappler

    Ist mir unverständlich, warum man sich dieses Gerät kaufen soll.
    Nur weil Nokia draufsteht?
    Wenn es nur ein Gerät zum telefonieren sein soll, gibt es doch erheblich besser ausgestattete und günstigere Geräte.
    Dann noch mit T9. Das habe ich schon früher nicht benutzen wollen, weil ich viel besser und vor allem schneller, ohne T9, meine SMS geschrieben habe.
    So ein Gerät gibt man allenfalls seinen Kindern, wenn man denen wegen „Unartigkeiten“ das Smartphone für eine Weile weggenommen hat, damit sie mal merken, dass die Welt nicht nur aus Facebook und/oder WhatsApp besteht.

  • Am 29. Mai 2017 um 9:29 von Dr. Tiki

    Ich versehe die Aufregung hier nicht. Es wurde ein altes Feature Phone neu aufgelegt und dann beschwert man sich über fehlendes 3G, WLAN und GPS. Leute, das war damals nicht drin und das muss auch heute nicht rein. Wofür denn? Das 3310 war nie dafür gedacht mehr als SMS und Telefonie zu bieten – damals nicht, wie heute auch nicht. Das Teil, wenn es denn der Nokia-Tradition folgt, wird unzerstörbar sein und eben eine brutalst lange Standby Zeit bieten. Perfekt für Handwerker und andere im Notdienst. Das 3310 ist schließlich auch nicht für Smartphone User auf den Markt gekommen. Das ganze also aus der Geek-Ecke aus zu betrachten und zu bewerten ist grenzdebil.

  • Am 29. Mai 2017 um 11:12 von Stephan

    „Ja, aber ! Kein Apple und dann noch ein reines Telefon, wer braucht sowas ?“
    Ganz offensichtlich deutlich mehr Menschen als sich Redakteure vorstellen können.
    Ich habe noch keines – weil das Original bisher noch wunderbar funktioniert, nur den Akku musste ich tauschen.

    • Am 20. Juni 2017 um 15:02 von Werner

      auch alter Sack 75 aber auch Frau Senioren alt…
      Das 3310 soll nur die Telefonzelle ersetzen!
      Für ein fiat 500 preis bekomme ich auch kein Mercedes.
      Mit freundlichen Grüßen

  • Am 31. Mai 2017 um 22:59 von Walter

    Ein modernes Smartphone ist für mich alten Sack lediglich ein modernes Spielzeug, das alles ein bischen in einem Gehäuse kann. Ich habe alle Geräte, die alles einzeln besser können,zu Hause: Einen Heim PC, eine sehr gute Digitalkamera, einen sehr guten Fernseher, einen BluRay-Recorder, eine tolle Hifianlage, einen Festnetzanschluß. Das Einzige, wofür ich solch ein tragbares Gerät benötige, ist das Telefonieren von unterwegs für wirklich wichtige Mitteilungen und nicht 24 Stunden Bereitschaftsdienst für meist geistigen Durchfall mit 100%igem Suchtpotential und Krankheitsrisiko!

    • Am 1. Juni 2017 um 9:53 von Antiappler

      Aber hallo. Auch ich bin ein „alter Sack“, benutze ein Smartphone aber auch gerne mal um was nachzulesen, anzuschauen, wo ich sonst erst in eine Bibliothek oder zur Zeitung laufen müsste.
      Was z.B. an Sonn-und Feiertagen keinen Sinn macht, da geschlossen. Auch am späten Abend schlecht, oder Wetter ist schlecht und man möchte oder kann nicht mehr aus dem Haus.
      Bei Diskussionen ist ein Smartphone nützlich, um mal eine Behauptung zu beweisen oder zu widerlegen.
      Und bestimmt noch bei und für viele andere Gelegenheiten, die mir auf die Schnelle nicht einfallen.
      Und ich benutze kein WhatsApp, Facebook oder was es sonst noch an Social Media Apps gibt.
      Eine Suchtgefahr besteht bei mir auch nicht, und ich laufe auch nicht durch die Gegend und schreibe SMS, wenn es mal nötig ist, weil man sich z.B. zeitlich verplant hat, dann stell ich mich so an die Seite, dass ich auch wirklich keinen Menschen störe, und mich auch keiner umrennen kann. Daher besteht bei mir auch kein Krankheitsrisiko.;)
      Obwohl ich weiß, dass der Eindruck, den man heute so in den Innenstädten bekommt, auch bei mir auf das Gegenteil schließen lassen könnte.;)
      Gott sei Dank ist dem aber nicht so.🙌

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