Samsung demonstriert dehnbares Display

Das flexible OLED-Display kann nach oben oder unten verformt werden, ohne an Bildqualität zu verlieren. Nach der Dehnung ähnlich wie bei einem Ballon kehrt es zur ursprünglichen Form zurück. Samsung stellt außerdem ein glasloses 3D-Display und ein 1,96-Zoll-Display mit UHD-Auflösung vor.

Samsung ist kurz davor, ein beidseitig dehnbares Display vorzustellen. Es soll sich um die bislang weitreichendste Technologie verformbarer Displays handeln. Die Präsentation erfolgt auf der Fachtagung Society for Information Display (SID) in Los Angeles.

Samsung (Bild: Samsung)

„Während gegenwärtige flexible OLED-Displays nur auf einer Seite verformbar sind, kann dieses dehnbare OLED-Display nach beiden Seiten verformt werden, nach unten und nach oben – gekrümmt, gebogen oder gerollt“, erläuterte ein Sprecher von Samsung Display. Das Display mit einer Diagonale von 9,1 Zoll kann demnach durch ausgeübten Druck um bis zu 12 Millimeter gedehnt werden – konvex wie auch konkav. Laut Samsung bleibt dabei die ursprüngliche Qualität der Bildwiedergabe erhalten. Nach der Dehnung ähnlich wie bei einem Ballon soll das Display wieder zu seiner ursprünglichen Form zurückkehren.

Laut Korea Herald ist die Technologie jedoch noch in einer frühen Entwicklungsphase und Samsung noch nicht sicher, wann sie kommerziell einsetzbar ist. Auch die mögliche praktische Anwendung scheint derzeit noch relativ unklar. Naheliegend wären Smartphone-Displays, die sich durch ihre Flexibilität als haltbarer erweisen. Samsung denkt auch an die Verwendung in Fahrzeugen, Wearables und Geräten für das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT).

Auch wenn noch nicht von konkreten Produktplänen auszugehen ist, beschäftigt sich Samsung schon seit Jahren mit flexiblen Displays, wie aus laufenden Patentanträgen hervorgeht. Rollbaren Displays, die sich etwa in ein elektronisches Gerät einziehen lassen, galten nicht weniger als fünf beantragte Schutzrechte, die vom koreanischen Hersteller schon mindestens ab 2012 eingereicht wurden.

Eines von Samsungs Patenten bezog sich beispielsweise auf eine Metallrolle, aus der ein flexibles Display ausgerollt werden kann – was an den Rollfilm einer herkömmlichen Fotokamera erinnern könnte. Neben Utility-Patenten sicherte sich Samsung für Smartphones mit faltbarem Display auch ein Design Patent – in Deutschland als Geschmacksmuster oder eingetragenes Design bezeichnet.

Auf der SID-Konferenz 2017 präsentiert Samsung Display außerdem ein „glasloses dreidimensionales OLED-Display“ mit einer Diagonale von 5,09 Zoll, das Objekte aus verschiedenen Blickwinkeln zeigt – abhängig von der Blickrichtung des Betrachters. Diese Technologie könnte sich für 3D-Pop-up-Bücher, 3D-Spiele und Virtual Reality eignen. Beeindrucken will der Hersteller weiterhin mit einem 1,96-Zoll-Display, das über eine UHD-Auflösung von 3840 mal 2160 Pixeln verfügt – entsprechend der extrem hohen Pixeldichte von 2250 ppi.

Themenseiten: Displays, OLED, Patente, Samsung

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2 Kommentare zu Samsung demonstriert dehnbares Display

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  • Am 23. Mai 2017 um 20:33 von Zukunft

    „Auch die mögliche praktische Anwendung scheint derzeit noch relativ unklar.“

    Hä?

    Display-Folien auf der Wand sind die Zukunft. Und mehrlagige Display-Folien sind die Zukunft in Games, weil man so die Objekte auf Distanz-Schichten verteilen und so Spiele bauen kann die Millionen von Objekten gleichzeitig anzeigen können. Natürlich nicht mit den heutigen PC-Systemen, sondern Netzwerk-Systemen (für Zuhause), mit 20 kleinen Grafikkarten, jedoch als vollkommen eigenständige Einheiten (nicht in einem PC Gehäuse).

    Das ist die Zukunft.

  • Am 24. Mai 2017 um 9:34 von M@tze

    @Zukunft
    Der Artikel beschäftigt sich aber primär mit dehnbaren Displays, nicht mit (rollbaren – nur 1 Krümmungsebene) Displayfolien, welche man an die Wand hängen kann. Und der von Ihnen genannte Satz bezog sich eben auf die praktische Anwendung von dehnbaren (!) Displays. Um diese effektiv nutzen zu können, muss ja auch der Rest des Gerätes, welches das Display beherbergt, verformbar sein – sonst macht es keinen Sinn.

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