FalseGuide: Android-Malware täuscht rund 600.000 Play-Store-Nutzer

Die Schadsoftware versteckt sich in falschen Anleitungen für beliebte Spiele. Check Point findet FalseGuide erstmals im Februar im Play Store. Die Malware blendet unerwünschte Werbung ein und kann infizierte Smartphones zu einem Botnetz hinzufügen.

Check Point hat erneut auf eine Android-Malware im Google Play Store aufmerksam gemacht. Der FalseGuide genannte Schädling versteckte sich in gefälschten Companion-Apps für beliebte mobile Spiele wie Pokemon Go und FIFA Mobile. Die erste dieser Apps wurde bereits am 14. Februar in den Marktplatz eingestellt. Seitdem sollen sie fast 600.000 Play-Store-Nutzer getäuscht haben.

Security Android (Bild: ZDNet mit Material von Shutterstock/Mikko-Lemola und Google)Einige der Apps wurden mehr als 50.000-mal heruntergeladen. Zusammen kommen alle Apps von Check Point entdeckten Apps auf 528.535 bis 1.846.160 Downloads. Um Zugriff auf die versprochenen „Anleitungen“ für besagte Spiele zu erhalten, mussten die betroffenen Nutzer den Apps Administratorrechte gewähren – was bei derartigen Apps eigentlich ein sicherer Hinweis darauf ist, dass man es mit Schadsoftware zu tun hat. Mithilfe der Administratorrechte verhindert FalseGuide unter anderem seine Löschung.

Zudem richtet die Malware den auf Entwickler ausgerichteten Messaging-Dienst Firebase Cloud Messaging ein, über den zusätzliche Module heruntergeladen werden. Ein bei jedem Gerätestart aktivierter Hintergrundprozess zeigt zudem Pop-up-Werbung an. Ein anderes Modul erlaubt es, ein infiziertes Smartphone zu einem Botnet hinzuzufügen, um beispielsweise DDoS-Angriffe auszuführen oder gar private Netzwerke zu infiltrieren.

Falsche Anleitungen sind laut Check Point bei Malware-Autoren beliebt, weil sie einfach zu programmieren sind und im Kielwasser der zugehörigen Spiele eine große Zielgruppe haben. Cyberkriminelle könnten also mit einem geringen Aufwand ein großes Publikum ansprechen.

Erstmals hatte Check Point Google im Februar auf die Problematik hingewiesen. Trotz einer umgehenden Löschung der mit FalseGuide infizierten Apps sei es den Hintermännern gelungen, im April weitere Varianten in Googles Android-Marktplatz einzuschleusen. Auch diese habe Google nach einem Hinweis von Check Point sofort entfernt.

Ein Google-Sprecher erklärte dazu, Google mache seine Systeme kontinuierlich besser. Wir „versuchen unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, wann immer wir auf eine fragwürdige App aufmerksam gemacht werden“.

Auch wenn die FalseGuide-Apps nicht mehr im Play Store angeboten werden, ist das damit aufgebaute Botnet wahrscheinlich noch aktiv. Dafür sprechen die große Zahl der Installationen und das Fehlen einer Rückrufmöglichkeit für gelöschte oder schädliche Apps.

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[mit Material von Danny Palmer, ZDNet.com]

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5 Kommentare zu FalseGuide: Android-Malware täuscht rund 600.000 Play-Store-Nutzer

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  • Am 26. April 2017 um 13:05 von Knut der Bär

    Wer behauptete hier doch stets, es würde keine realen Gefahren für Android Nutzer geben? Nun kommen sie fast schon im Wochentakt, und stets war der Google Play Store die Quelle für die Verbreitung.

    Alles,bestimmt Fakenews, hmm?

    • Am 27. April 2017 um 11:57 von DoN

      So? Dann beziffere mal den hier entstanden Schaden am Nutzer. Was hat es den Nutzer gekostet? Welchen Schaden hat ER erlitten? Phones wurden zu Botnets hinzugefügt. Werbebanner „geklickt“ … Hat das den Nutzer auch nur 1 Cent gekostet? Sind seine Bankdaten weg? Passwörter?
      Ich bitte um Aufklärung lieber Peer.

    • Am 27. April 2017 um 12:15 von DoN

      „Um Zugriff auf die versprochenen „Anleitungen“ für besagte Spiele zu erhalten, mussten die betroffenen Nutzer den Apps Administratorrechte gewähren – was bei derartigen Apps eigentlich ein sicherer Hinweis darauf ist, dass man es mit Schadsoftware zu tun hat.“
      Und um es mit Deiner Methode zu beleuchten… Wer einer Anleitung Adminrechte gibt, gibt auch einer Taschenlampen App seine Bankdaten. Das Problem ist also nicht das System sondern der bekloppte User. Und dagegen ist kein Kraut gewachsen.
      Du aber würdest Android auch die Schuld dafür geben, dass eine App verlangt, dass man seine Safekombination einträgt und genau sagt wo der Hausschlüssel liegt und wann man nicht zu Hause ist und der bekloppte User das auch macht.

  • Am 27. April 2017 um 15:58 von Antiappler

    Na ja, da hat PeerH mal wieder nach einer Möglichkeit gesucht um gegen Android zu ätzen, aber leider „vergessen“ zu belegen, welche Schäden wirklich für die Leute entstanden sind. Von wie vielen Leuten wurden z.B. die Bankdaten geklaut und wie hoch ist der entstandene Schaden?
    Denn man kann doch wohl davon ausgehen, dass der Herr Beiersmann dieses in seinem Bericht erwähnt hätte, wenn es denn welche gäbe.
    Aber es ist doch tröstlich, dass es diese „Probleme“ nicht nur im Apple Store gibt, nicht wahr PeerH?
    Denn Leute, die einer App Administrationsrechte gewähren, ohne genau zu wissen was sie da tun,gibt es auch ganz sicher bei Apple.

  • Am 28. April 2017 um 15:25 von Wurst

    „das Fehlen einer Rückrufmöglichkeit für gelöschte oder schädliche Apps“

    Sicher? Nur weil Google das bisher nicht macht, würde ich nicht behaupten, dass das nicht geht, solange ich dazu keine offizielle Stellungnahme von Google parat habe.

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