Google bekämpft Fake-News in Suchergebnissen

0,25 Prozent des Google-Traffics sind anstößige und irreführende Suchergebnisse. Google will künftig Inhalte von geringer Qualität herabstufen. Nutzer können zudem nun fragwürdige Suchvorschläge und Snippets melden.

Google hat Änderungen an seinem Suchalgorithmus angekündigt, um die Verbreitung von irreführenden Nachrichten und gezielten Falschmeldungen einzuschränken. In einem Blogeintrag mit dem Titel „Mehr Qualität in der Google-Suche“ räumt Ben Gomes, Vice President of Engineering, ein, dass bei Suchanfragen, die etwa 0,25 Prozent des täglichen Google-Traffics entsprechen, „anstößige und eindeutig irreführende Inhalte als Suchergebnis ausgegeben“ werden. Bessere Beurteilungsmethoden und neue Algorithmen sollen nun die Qualität der Inhalte verbessern.

Google Suche (Screenshot: ZDNet.de)Eine neue Richtlinie für die Qualitäts-Bewertung von Suchergebnissen soll es externen Partnern leichter machen, Falschmeldungen, anstößige Ergebnisse und „unbestätigte Verschwörungstheorien“ zu kennzeichnen und zu melden. Die Richtlinie wird aber auch benutzt, um die Algorithmen anzupassen und Inhalte von geringer Qualität herabzustufen. Ein schlechteres Page-Ranking soll ebenfalls dafür sorgen, dass sogenannte Fake-News weniger Aufmerksamkeit erhalten.

Gomes nennt zudem ein konkretes Beispiel, das sich nicht wiederholen soll. Im Dezember 2016 lieferte eine Suche nach der Frage „Gab es den Holocaust“ als erstes Ergebnis die Website einer Neonazi-Gruppe eines ehemaligen Mitglieds des Ku Klux Klan mit eindeutig antisemitischen Inhalten. In den USA ist, im Gegensatz zu Deutschland, Belgien, Frankreich, Österreich und weiteren Ländern, die Holocaustleugnung an sich nicht strafbar und von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Zudem setzt Google auf die Mithilfe seiner Nutzer. Neue Tools erlauben es, nicht nur Suchergebnisse, sondern auch Suchvorschläge zu bewerten. Auch hervorgehobene Snippets erhalten einen speziellen Feedback-Link, mit dem Inhalte als hilfreich oder eben auch als beleidigend und rassistisch oder vulgär und sexistisch eingestuft werden können.

Der Google-Manager erklärt aber auch, warum Suchanfragen unter Umständen mit „schockierenden oder anstößigen Inhalten vervollständigt werden“. „Die Inhalte, die beim automatischen Vervollständigen oder in den Snippets angezeigt werden, wurden durch Algorithmen erstellt und speisen sich aus den Suchanfragen anderer Benutzer und im Internet verfügbaren Inhalten. Aus diesem Grund kann es mitunter dazu kommen, dass unerwartete, falsche oder anstößige Suchergebnisse angezeigt werden.“

„Jedes Jahr gehen Billionen Suchanfragen bei Google ein. Und tatsächlich handelt es sich bei 15 Prozent der täglichen Suchanfragen um völlig neue Eingaben. Uns ist klar, dass unsere Suchergebnisse niemals perfekt sein werden“, ergänzte Gomes. Es gehe aber darum, das Vertrauen der Nutzer in die Google-Suche und andere Produkte des Unternehmens zu wahren.

Fake-News sind nicht nur für Google ein Problem. Schon im November 2016 kündigte Facebook-Chef Mark Zuckerberg Maßnahmen gegen falsche und irreführende Inhalte an. Eine neue Initiative kommt auch vom Wikipedia-Gründer Jimmy Wales. Mit der Wikitribune will er eine unabhängige und durch Crowdfunding finanzierte Plattform für „geprüfte“ Nachrichten schaffen.

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[mit Material von Alfred Ng, News.com]

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