Microsoft bestätigt: Kein Creators Update für fast 40 Prozent der Windows-10-Phones

Upgradeberechtigt sind nur noch elf Smartphone-Modelle. Bezogen auf alle aktiven Windows Phones liegt ihr Anteil sogar bei nur rund 10 Prozent. Microsoft begründet den Schritt mit einer "schlechten Nutzererfahrung" auf älteren Geräten.

Microsoft hat bestätigt, dass nur elf verschiedene Smartphone-Modelle das Creators Update erhalten werden. Darunter sind lediglich vier Modelle, die der Softwarekonzern selbst entwickelt hat. Legt man aktuelle Zahlen von AdDuplex zugrunde, wird das seit Anfang des Monats für PCs erhältliche Funktionsupdate nur an 60 Prozent aller Windows Phones verteilt, auf denen derzeit Windows 10 Mobile läuft.

Windows 10 Mobile (Bild: Microsoft)Upgradeberechtigt sind demnach Lumia 550, 640/640 XL, 650, 950/950 XL, Alcatel Idol 4S, Alcatel OneTouch Fierce XL, HP Elite X3, Lenovo Softbank 503 LV, MCJ Madosma Q601, Trinity NuAns Neo und Vaio VPB051. Bezogen auf alle Windows Phones, also auch noch aktive Geräte mit Windows Phone 7, 8 und 8.1, liegt ihr Marktanteil laut AdDuplex sogar bei nur rund 10 Prozent.

„Geräte, die nicht auf dieser Liste sind, werden weder offiziell das Windows 10 Creators Update noch künftige Builds aus unserem Entwickler-Zweig erhalten, die wir im Rahmen des Windows Insider Program veröffentlichen“, schreibt Dona Sarkar, Chefin des Insider-Programms, in einem Blogeintrag. „Windows Insider, die Geräte haben, die nicht auf der Liste stehen, können das Creators Update auf eigenes Risiko auf ihren Geräten behalten, wissend, dass es nicht unterstützt wird.“

Microsoft begründet die Streichung vieler Geräte mit Rückmeldungen von Insidern, wonach das Update auf älteren Geräten „nicht das bestmögliche Erlebnis“ bieten soll. Bei Tests von ZDNet zeigte sich zuletzt jedoch, dass Windows 10 Mobile Creators Update auf einem Lumia 930 flüssiger lief als auf dem offiziell weiterhin unterstützten Lumia 640. Das deckt sich mit Feedback, das die ZDNet-Bloggerin Mary Jo Foley von ihren Lesern erhalten hat. Aufgrund einer „schlechten Nutzerfahrung“ hatte Microsoft bereits zahlreichen Geräten mit Windows Phone 8.1 ein Upgrade auf Windows 10 Mobile verweigert.

Darüber hinaus steht den wenigen weiterhin unterstützten Windows-10-Phones ab sofort eine erste Testversion des Redstone-3-Updates zur Verfügung. Es handelt sich allerdings nicht um Build 16170, das Microsoft seit rund einer Woche an PCs verteilt, sondern um das Build 15204. Smartphones erhalten also derzeit Builds aus einem anderen Entwickler-Zweig als PCs. Sarkar begründete diesen Schritt mit zusätzlich benötigten Arbeiten am OneCore, der gemeinsamen Codebasis von Windows für PCs, Tablets, Telefone, IoT, Xbox und HoloLens.

Angesichts eines weltweiten Marktanteils von nur noch rund einem Prozent und der geringen Verfügbarkeit neuer Windows Phones wird nur spekuliert, ob Microsoft überhaupt noch an einem vollwertigen Redstone-3-Update für Smartphones arbeitet. Foley weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass in Redmond auch eine Version von Windows 10 für mobile Geräte und PCs mit ARM-Prozessoren entwickelt wird, bei der es sich nicht um Windows 10 Mobile handelt. Das neue Windows 10 wird laut Microsoft nativ für die Ausführung auf Qualcomm-Prozessoren kompiliert. Es unterstützt die Universal Windows Platform und kann zusätzlich über eine Emulationsschicht auch klassische Win32-Anwendungen starten. Zudem sollen auch alle Enterprise-Funktionen zur Verfügung stehen, die derzeit in Windows 10 für x86-PCs integriert sind.

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[mit Material von Mary Jo Foley, ZDNet.com]

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