„Hybride Bedrohung“: USA und Europa wollen Fake News und Cyberangriffe bekämpfen

EU- und NATO-Länder richten in der finnischen Hauptstadt Helsinki eine Abwehrzentrale ein. Experten aus Mitgliedsstaaten sollen dort daran arbeiten, das Bewusstsein für hybride Gefahren zu stärken - und Falschinformationen mit Fakten kontern.

Mehrere EU- und NATO-Länder haben vereinbart, in der finnischen Hauptstadt Helsinki eine Zentrale zur Bekämpfung von Cyberangriffen und anderen aufkommenden Gefahren einzurichten – wie der Verbreitung von Falschinformationen und Propaganda. Neben den USA beteiligen sich an der Gründung zunächst acht europäische Staaten, und weitere Länder sollen sich im Juli anschließen.

EU-USA-Flagge (Bild: Shutterstock, meshmerize)

Die abzuwehrenden Gefahren werden als nichtmilitärische „hybride Angriffe“ definiert, wozu laut NATO neben politischen, diplomatischen und ökonomischen Maßnahmen auch Cyberangriffe und Desinformation zählen. Die gemeinsamen Anstrengungen zur Abwehr kommen in Gang, nachdem Russland während der Präsidentschaftswahlen in den USA beschuldigt wurde, den Wahlausgang durch die gezielte Verbreitung von Fake News beeinflusst zu haben.

Die US-Regierung warf Russland außerdem politisch motivierte Cyberangriffe vor, nachdem gezielt ausgewählte E-Mails poltischer Parteien veröffentlicht wurden. Russische Hacker sollen sich zudem Zugriff auf Wählerdatenbanken in US-Staaten verschafft haben.

Auch die deutsche Bundesregierung warnte vor Hackerangriffen auf deutsche Parteien, nachdem Mitarbeiter und Politiker mehrerer Parteien im August letzten Jahres ins Visier von Hackern gerieten. Ziel einer „ausländischen Macht“ sei es, die Parteien auszuspähen, um auf die kommende Bundestagswahl Einfluss zu nehmen.

Den Gründungsbeschluss für das Abwehrzentrum tragen die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Schweden, Polen, Finnland, Lettland und Litauen. Der Standort in Finnland wurde wohl nicht zufällig gewählt, da es über eine 1300 Kilometer lange Grenze zu Russland verfügt. Das früher von Russland besetzte Finnland berichtete im letzten Jahr von verstärkten Propaganda-Angriffen aus dem Nachbarland.

„Der Einsatz hybrider Strategien stellt den internationalen Zusammenhalt und die Widerstandskraft unserer Gesellschaften auf den Prüfstand“, sagte Finnlands Außenminister Timo Soini auf einer Pressekonferenz. „Hybride Aktivitäten haben sich zu einem ständigen Bestandteil der europäischen Sicherheitsumgebung entwickelt.“

Im neuen Zentrum sollen laut NATO Experten aus Mitgliedsstaaten daran arbeiten, das Bewusstsein für hybride Gefahren zu stärken, und Falschinformationen mit Fakten kontern. Es ist zunächst mit einem Jahresbudget von rund 1,5 Millionen Euro ausgestattet, wovon Finnland als Gastgeber die Hälfte trägt.

[mit Material von Zack Whittaker, ZDNet.com]

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Themenseiten: Cybercrime, Europa, Politik, Sicherheit

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