Retail Media Group will Media-Saturn-Kundendaten für Werbezwecke nutzen

RMG, die Tochter der Metro-Nachfolgerin Ceconomy sammelt künftig Daten unter anderem von Kunden von Media Markt und Saturn, um sie an Werbetreibende zu verkaufen. Sie sollen damit die Möglichkeit haben, Online-Werbekampagnen genau auf die Verbraucher zuzuschneiden.

Die Mitte Dezember 2016 neu gegründete Retail Media Group (RMG), eine Tochtergesellschaft der Metro-Nachfolgerin Ceconomy, will mit Kundendaten Geld verdienen, wie das Handelsblatt mitteilt. Dem Bericht zufolge soll dabei laut den Plänen der Konzernführung um Olaf Koch unter anderem auf Daten von Media-Saturn zurückgegriffen werden. Ziel ist es, Kunden zu ermöglichen, Online-Werbekampagnen genau auf die Verbraucher zuzuschneiden und bestimmte Verbraucher für die Produkte anzusprechen. (Bild: Media-Saturn-Holding GmbH)

Werbetreibende sollen Kunden- und Transaktionsdaten aus dem Netzwerk der RMG nützen können, um die Auslieferung ihrer Online-Werbung zu optimieren. Dafür sollen sie konkrete Zielgruppen bei RMG einkaufen können, wie das Marketingportal OMR erklärt. Der einzelne Kunde sei dabei nicht persönlich identifizierbar, sondern wurde zuvor entsprechend seines Einkaufsverhaltens sogenannten „Audience Segments“ zugeordnet – beispielsweise „Rotweintrinker“. „RMG kann die Daten bis auf die Produktebene aufbohren, was es möglich macht, sehr genaue Zielgruppen zu modellieren“, heißt es laut OMG in einer Präsentation von RMG im Dezember 2016. Täglich stehen dafür laut RMG rund zehn Millionen Kundenkontakte auf den Online-Plattformen der Händler zur Verfügung.

(Quelle: RMG)(Quelle: RMG)

RMG will für das Angebot digitale Daten aller Kunden aus dem eigenen Shop-Netzwerk, zu dem bis dato Mediamarkt, Saturn, Real, Metro und der von Real übernommene Online-Marktplatz Hitmeister gehören, nutzen. Weitere Händler sollen überzeugt werden, auch ihre Daten an RMG zu verkaufen.

„Wir Händler besitzen riesige Datenschätze, die wir heben müssen“, erklärt Media-Saturn-Chef Pieter Haas. „Wenn wir uns dabei branchenübergreifend zusammentun, wird die Kombination dieser Besucher- und Transaktionsdaten zusätzliche Erlösquellen sichern.“ Damit wäre die Retail Media Group auch für andere Händler offen.

Geschäftsführer der Retail Media Group ist Richy Ugwu, zuvor Head of Digital Innovation bei der Konzernmutter Metro. Er war unter anderem auch Mitbegründer des Mobile-Advertising-Start-ups Roq.ad.

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Dem Bericht des Handelsblatts nach folge der Einstieg mit der RMG ins Online-Werbegeschäft auf die Aufspaltung des Metro-Konzerns, die das Unternehmen bereits im März 2016 ankündigt hatte. Konkret ist eine Abspaltung des Lebensmittelgeschäft um die Großmärkte und die Supermarktkette Real geplant.

Unter dem Namen Metro sollen künftig der Großhandel (Metro und C&C) und die Marktkette Real firmieren, unter Ceconomy das Elektronikgeschäft des Konzerns (Media Markt, Saturn und Redcoon). Media-Saturn ist dabei die größte Beteiligung der Holding Ceconomy. Ceconomy verzeichnet pro Tag 5,8 Millionen Kundenkontakte.

Am Montag, den 6. Februar sollen die Metro-Aktionäre bei der Hauptversammlung in Düsseldorf die Aufteilung absegnen, die dann bis Sommer 2017 vollzogen werden soll.

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Themenseiten: Marketing, Media Markt, Metro, Online-Händler, Saturn

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1 Kommentar zu Retail Media Group will Media-Saturn-Kundendaten für Werbezwecke nutzen

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  • Am 2. Februar 2017 um 12:57 von C

    Für den Online-Shop (mediamarkt.de) ist die Datenweitergabe für Werbe-Zwecke in den AGBs enthalten. Für die einzelnen Läden gilt wohl der jeweilige AGB Aushang. Ich vermute mal, dass es dort ebenso verankert ist.

    Was machen die, wenn Ich im Laden kaufen will aber der Datenweitergabe zu Werbe-Zwecken explizit widerspreche (auch bei BAR-Belegen)?
    Ich gehe nicht davon aus, dass deren EDV-System darauf vorbereitet ist das zu kennzeichnen – und Ich von daher abgewiesen werde. Hat jemand schon damit Erfahrungen gemacht?

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