Toshiba verkauft Teile seiner Flash-Speicher-Sparte

Sie soll zuerst in ein eigenständiges Unternehmen ausgelagert werden. Für bis zu 20 Prozent des neuen Unternehmens sucht Toshiba einen Käufer. Der Erlös soll Verluste der Kernenergie-Sparte Westinghouse ausgleichen.

Toshiba hat die Abspaltung der Storage & Electronic Devices Solutions Group angekündigt (PDF). Der Geschäftsbereich ist unter anderem für Flash-basierte Speicherlösungen inklusive Solid State Drives verantwortlich. Zudem will Toshiba einen Minderheitsanteil an dem neuen Unternehmen verkaufen, um zu erwartende Verluste der Kernenergie-Sparte Westinghouse auszugleichen, die nach Unternehmensangaben im Bereich von mehreren Milliarden Dollar liegen könnten.

Toshiba (Bild: Toshiba)Die NAND-Flash-Fertigung für Speicherkarten und SSDs ist für den größten Teil von Toshibas operativem Gewinn verantwortlich. Das japanische Unternehmen ist zudem hinter Samsung der zweitgrößte Hersteller von NAND-Flash. Die Auslagerung in ein eigenständiges Unternehmen soll dem Speichergeschäft eine größere Flexibilität und mehr finanzielle Möglichkeiten bringen sowie Entscheidungsprozesse vereinfachen. Seinen Anlegern verspricht Toshiba zudem eine Steigerung des Werts der Toshiba-Gruppe.

Weitere Details zu der geplanten Abspaltung und dem Teilverkauf sollen Ende Februar bekanntgegeben werden. Der zu verkaufende Anteil soll aber nicht größer als 20 Prozent sein. Die Aktionäre sollen wiederum Ende März bei einer Hauptversammlung über die Pläne abstimmen. Die Abspaltung soll noch im laufenden Geschäftsjahr erfolgen, das am 31. März endet.

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Die Agentur Reuters berichtet indes unter Berufung auf die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei, dass der Toshiba-Chairman Shigenori Shiga die Verantwortung für die Verluste der Kernenergie-Sparte Westinghouse übernimmt und seinen Rücktritt angeboten hat. Unter Shigas Leitung verbuchte Westinghouse in den Jahren 2012 und 2013 Abschreibungen in Höhe von mehr als 1,3 Milliarden Dollar, jedoch ohne sie gegenüber den Aktionären offenzulegen.

Bereits 2015 hatte ein Bilanzskandal den japanischen Konzern erschüttert. Seit 2008 hatte Toshiba seinen Nettogewinn um insgesamt 155 Milliarden Yen (1,26 Milliarden Euro) zu hoch ausgewiesen. Der Gewinn vor Steuern soll zwischen 2008 und 2015 sogar um 225 Milliarden Yen zu hoch angegeben worden sein. Als Folge kündigte das Unternehmen Ende 2015 einen Jahresverlust von 4,2 Milliarden Euro und eine Restrukturierung an. Allein in der Sparte für Heimelektronik verloren rund 6800 Mitarbeiter ihren Job. Zudem trennte sich Toshiba von seiner PC-Sparte.

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[mit Material von Stephanie Condon, ZDNet.com]

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