Bericht: Apple und Foxconn planen Produktion von Displays in den USA

Der Apple-Zulieferer spricht von einer 7-Milliarden-Dollar-Investition und stellt bis zu 50.000 neue Arbeitsplätze in Aussicht. Als Partner soll der von Foxconn übernommene Hersteller Sharp dabei sein. Foxconn-Chairman Terry Gou verlangt jedoch "Entgegenkommen bei Grundstücken und Stromkosten".

Der taiwanische Apple-Zulieferer Foxconn denkt laut über den Bau einer Displayfabrik in den Vereinigten Staaten nach, deren Errichtung über 7 Milliarden Dollar kosten könnte. Als Partner soll der im letzten Jahr von Foxconn übernommene japanische Hersteller Sharp mit dabei sein. Darüber hinaus ist offenbar ein Joint Venture mit Apple angedacht.

Logo von Foxconn (Bild: Foxconn)

Die Nachricht basiert auf Äußerungen, die Foxconn-Chairman Terry Gou am Rande einer Firmenveranstaltung machte. „Apple ist bereit, in das Werk zu investieren, weil sie die Panels ebenfalls brauchen“, zitiert ihn Nikkei Asian Review. Er stellte in diesem Zusammenhang außerdem 30.000 bis 50.000 neue Arbeitsplätze in Aussicht.

Bloomberg zufolge handelt es sich allerdings um vorläufige Pläne. Laut Gou gab es zwar seit Jahren solche Überlegungen. Das Thema sei dann bei einem Gespräch mit Softbank-Chairman Masayoshi Son aufgekommen, bevor dieser Donald Trump aufsuchte und US-Investitionen in Höhe von 50 Milliarden Dollar ankündigte. Gou erklärte Son dabei, dass die Vereinigten Staaten keine Panel-Industrie haben, obwohl sie den zweitgrößten Markt für Fernsehgeräte darstellen.

Nach dem Treffen mit Trump hielt Son dann vor Journalisten ein Dokument hoch, auf dem neben Softbanks Zahlen auch „Foxconn“ und „7 Milliarden Dollar“ standen. „Ich dachte, es wäre eine private Unterhaltung, aber am nächsten Morgen wurde es enthüllt“, zitiert Reuters Gou. „Es gibt einen solchen Plan, aber es ist kein Versprechen. Es ist ein Wunsch.“

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Der Foxconn-Chef warnte aber nach den America-First-Parolen bei Präsident Trumps Amtseinführung vor einem aufkommenden und wohl „unvermeidbaren“ Protektionismus. Er stellte infrage, ob amerikanische Verbraucher bereit wären, eine lokale Herstellung mit deutlich höheren Preisen zu unterstützen. „In Zukunft werden sie vielleicht rund 500 Dollar mehr für US-Produkte bezahlen, aber die funktionieren auch nicht unbedingt besser als ein Smartphone für 300 Dollar.“

In diesem Zusammenhang forderte er US-Behörden zu Entgegenkommen hinsichtlich Grundstücken und Stromkosten auf, um eine Foxconn-Produktion zu ermöglichen – eine offensichtliche Umschreibung für erwünschte Subventionen. Tatsächlich könnte der Foxconn-Chef Vorteile aus den zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China zu ziehen versuchen, wie Nikkei von Informanten erfuhr, die mit Gous typischem Vorgehen vertraut sind. „Foxconn ist dafür bekannt, Differenzen zwischen Provinzen und Ländern zu nutzen, um bessere Konditionen herauszuholen“, zitiert die Publikation einen Brancheninsider.

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