Gericht verurteilt Apple zu 2 Millionen Dollar Entschädigung wegen schlechter Arbeitsbedingungen

Mit dem Urteil findet ein 2011 begonnenes Verfahren seinen Abschluss. In einer Sammelklage waren rund 21.000 Mitarbeiter gegen Apple vorgegangen, weil ihnen in den Läden des Unternehmens Mittags- und Pinkelpausen verwehrt wurden. Ohne Anwaltsgebühren bekommt nun jeder der Kläger 95 Dollar Entschädigung.

Apple wurde von einem Gericht in Kalifornien zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von insgesamt 2 Millionen Dollar an ehemalige Mitarbeiter verurteilt. Dem Bericht von CNN zufolge müssen Arbeitgeber auf Stundenbasis Beschäftigten in dem US-Bundesstaat bei einer Arbeitszeit ab fünf Stunden eine Essenspause von 30 Minuten zugestehen. Außerdem ist für jeweils vier Stunden Arbeitszeit eine Pause von zehn Minuten vorgesehen.

Beides hatte Apple den Mitarbeitern in seinen Ladengeschäften zwischen 2007 und 2012 nicht gegönnt. Erst nach dem 2011 eine Klage eingereicht wurde, änderte der Konzern seine Regelungen. Bis 2013 hatten sich dann weit über 20.000 Apple-Beschäftigte der Klage angeschlossen, die in dem Jahr vom California Superior Court als Sammelklage zugelassen wurde. Neben Mitarbeitern aus Apple-Ladengeschäfte und Call-Centern gehörten dazu auch auf Stundenbasis bezahlte Nachwuchsentwickler.

Apple-Store in München (Bild: Andre Borbe / silicon.de)

Ihrem Anwalt Tyler Belong zufolge durften sie „häufig sieben oder acht Stunden lang keine Essenspause machen, manchmal sogar gar nicht.“ In der Klage warfen sie Apple auch Einschüchterungsversuche vor. Ihnen sei mit Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses gedroht worden, wenn sie in der Öffentlichkeit über die Arbeitsbedingungen in dem Unternehmen sprechen. Außerdem seien Zahlungen an entlassene oder gegangene Mitarbeiter erst mit deutlicher Verspätung erfolgt.

Unklar ist, wie viel der nun von Apple zu zahlenden Entschädigung in Höhe von zwei Millionen Dollar tatsächlich bei den Klägern ankommt. Selbst wenn die Anwälte kein Geld bekommen, erhielte bei gleichmäßiger Verteilung jeder der Kläger 95 Dollar, rechnet CNN vor – das zugleich anmerkt, es sei „wahrscheinlich“, dass ein Teil des Geldes für Anwaltshonorare aufgewendet werden muss.

In einer weiteren Klage ist Apple dagegen als Sieger hervorgegangen. Mit ihr wollten ebenfalls in den Ladengeschäften Beschäftigte eine Entschädigung für die Zeit erstreiten, die sie in den Apple Stores für die aus ihrer Sicht erniedrigenden Taschenkontrollen aufwenden mussten. Dabei hätten sie nach Ende ihrer Arbeitszeit bis zu 30 Minuten in einer Schlange warten müssen. Das komme unbezahlter Arbeit gleich. In dem Verfahren begründete der Richter die Zurückweisung der Klage damit, dass schließlich niemand gezwungen werde, eine Tasche zur Arbeit mitzubringen. Nachvollziehbare Gründe, warum sie eine Tasche mitbringen müssten, habe keiner der Kläger anführen können.

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Peter Marwan
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10 Kommentare zu Gericht verurteilt Apple zu 2 Millionen Dollar Entschädigung wegen schlechter Arbeitsbedingungen

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  • Am 22. Dezember 2016 um 18:52 von ckOne

    wenn das schon so in von Apple selbst geführten Läden ist, dann kann sich keiner von uns vorstellen was in den Foxconn Fabriken abgeht.

  • Am 22. Dezember 2016 um 19:56 von kreaktiv

    Ich sehe jetzt keinen Unterschied zwischen dem Verhalten von Apple und der Mafia in Europa. Die kassieren auch horrende Summen für nix, erpressen ihre „Kunden“ und schüchtern sie ein wenn sie den Mund aufmachen wollen.

  • Am 22. Dezember 2016 um 20:43 von Judas Ischias

    Was für ein Rattenpack. Und dafür gibt es nur 95 Dollar, von denen noch ein Teil für Anwaltsgebühren draufgehen wird.
    Bin mal gespannt wann hier die ersten Fanatiker auftauchen und diese ausbeuterische Firma verteidigen.
    Einfach unglaublich, dass so etwas in einem zivilisierten Land möglich ist.
    Wie schlimm ist es erst in den Ländern wo die Menschen überhaupt keine Rechte haben?

  • Am 22. Dezember 2016 um 23:42 von Klausi

    Hass, Hass, Hass – und immer die selben Namen. Was für ein trauriges Bild.

    • Am 23. Dezember 2016 um 9:21 von kreaktiv

      So,so.. Klausilein. Hass! Wieso. Darf man nicht mehr seine Meinung sagen. Heult doch Apple ganz laut das es angeblich unfair behandelt wird und will gleichzeitig 1 Milliarde von Samsung wegen „Runde Ecken“ haben. Ein Patent das es nicht mehr gibt. Meinst du etwa das Apple 150 Millarden Bares stapeln konnte weil es fair mit Mitarbeiter, Partner und Kunden umgeht. Ha,ha….

    • Am 23. Dezember 2016 um 9:25 von ckOne

      @Klausi
      Dir macht es also nichts aus, wenn dein Arbeitgeber dir einen Toilettengang nicht erlaubt ?
      Das ist kein Hass sondern lediglich normales nicht von Applehörigkeit geprägtes Gedankengut. Wenn eine Firma solche Praktiken schon hier einsetzt, dann kann man sich vorstellen, das die Applemanager die für die Arbeitsbedingungen in China bei Foxconn zuständig sind, rumlaufen wie drei Berühmten Affen (nix sehen, nix hören, nix sagen).Schlimm ist das immer aber es wird proportional zur Höhe des Gewinns einer Firma verwerflicher. Aber für Apple-Fanboys ist ja alles was gegen Apple vorgebracht wird abgrundtief böse und alles nicht wahr. Keiner hat sich mal überlegt warum Apple so viel verdient ? Das hat nichts toller Entwicklung zu tun, sondern nur mit Erpressung (Entweder zu dem Preis, oder gar nicht) von Zulieferern und Assemblern in China.
      Diese Firma liefert immer mehr Schrott ab z.B.: iPhone 6 bringt streifen im Display, iPhone 6s hat ein Akkuproblem, iPhone 7 hat einen extremen SAR-Wert, MacBook mit Grafikproblemen um nur die letzten zu nennen. Apple hat früher PREMIUMGERÄTE für einen Premiumpreis auf den Markt gebracht, davon sind Sie mittlerweile sehr weit entfernt, weil alles sich nur noch um den Gewinn dreht. Es wird alles ausgebeutet, was nicht die Mittel hat sich zu verteidigen, was natürlich bei den schwächsten Gliedern in der Kette am schlimmsten bemerkbar macht.
      Also vielleicht solltest du erstmal nachdenken, bevor du irgendetwas postest oder deinen Richtigen Nickname verwenden, weil so verblendete Fanatiker gibt es nicht so viele.

    • Am 23. Dezember 2016 um 13:45 von C

      @Klausi

      Die Firma Apple gewährt Ihren Angestellten, trotz >8h Arbeit, keine 30 Minuten Mittagspause.

      Dein Post kritisiert das nicht. Du kritisierst hier andere Foren-Teilnehmer und unterstellst diesen Hass. Wodurch ist das begründet?
      Findest Du das also das Gebaren der Firma Apple so in Ordnung?
      Antworte doch auf meine Frage. Das gilt auch für die anderen Apfel-Befürworter hier (@Mac-Harry, @Tom, @Mathias, und andere).

  • Am 23. Dezember 2016 um 23:08 von Mac-Harry

    Ich bin kein Apple Befürworter. Ich kritisiere Apple auch, aber ich kippe keine emotionalen Kübel aus. Bleib mal sachlich, mein Lieber!

    • Am 25. Dezember 2016 um 13:51 von DoN

      Du solltest einfach einen anderen Nick verwenden, aber wenn ich es recht in Erinnerung habe hast Du den Nick schon benutzt als der echte Mac-Harry(.de), der Consulting Unternehmer und Autor der amüsierenden Apple Lobeshymne (Steve Jobs Agenda) Harry Wessling, noch unter seinem Blognamen postete. Daher ist also anzunehmen, dass du bewusst mit dessen Historie spielst. Dann muß man auch mit leben.

  • Am 28. Dezember 2016 um 12:37 von Mac-Harry

    @DoN: alleine dieser Kommentar zeigt, wie oft du in die irre läufst. Ich bin es tatsächlich. Kein Pseudonym.

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