Apple iPhone: Fertigung wird immer teurer

Die steigenden Produktionskosten sind ein Grund für Apples sinkende iPhone-Marge. 2009 lag sie noch bei 57,7 Prozent. Im kommenden Jahr soll sie unter die Marke von 40 Prozent fallen. Dazu soll auch der Umstieg auf die teureren AMOLED-Displays beitragen.

Analysten von Bernstein Research gehen davon aus, dass die Bruttomarge, die Apple mit dem Verkauf des iPhone erzielt, schon im kommenden Jahr unter die Marke von 40 Prozent fallen wird. Bis 2018 soll sie sogar auf 39 Prozent absacken. Als Grund nennen die Analysten unter anderem steigende Fertigungskosten.

iPhone 7 und iPhone 7 Plus bieten Schwarz sowie das glänzende Diamantschwarz als neue Gehäusefarben (Bild: Apple).2009 bescherte das iPhone dem Unternehmen aus Cupertino noch eine Marge von 57,7 Prozent. Bis 2011 sank sie auf 54,5 Prozent. Nach einem erneuten Anstieg im Jahr 2012 auf über 56 Prozent folgte dann im darauffolgenden Jahr der Absturz auf 45,1 Prozent. 2016 erreichte die Bruttomarge den vorläufigen Tiefststand von 40,8 Prozent.

„Wir glauben, dass die Bruttomarge möglicherweise zu einem größeren Problem wird, da wir uns der Veröffentlichung des iPhone 8 nähern und dessen neuer Formfaktor, OLED-Screen und neue Funktionen wie drahtloses Laden die Materialkosten ausnahmslos nach oben treiben werden“, heißt es im Bericht der Analysten. Das mache einen weiteren Preisanstieg erforderlich oder setze die Bruttomargen im Fiskaljahr 2018 unter Druck.

Allerdings wird es für Apple auch immer schwieriger, höhere Preise für seine Smartphones durchzusetzen. Im vierten Fiskalquartal 2015 erzielte Apple pro verkauftem iPhone einen Umsatz von 670,38 Dollar. Ein Jahr später, also zwischen Juli und September 2016, waren es nur noch 618,72 Dollar. Dazu trug unter anderem das laut Apple bei vielen Kunden sehr beliebte iPhone SE bei. Ob das iPhone 7 und hier vor allem die mindestens 869 Euro teure Variante „Diamantschwarz“ eine Kehrtwende bringt, wird sich erst im Januar 2017 zeigen.

Nach Ansicht der Analystin Katy Huberty von Morgan Stanley hat Apple jedoch die Nachfrage nach dem iPhone 7 anfänglich zu konservativ eingeschätzt, was sich negativ auf das Dezemberquartal auswirke. Unter anderem müsse das Unternehmen nun in den Ausbau der Produktionslinien investieren.

Steven Milunovich und Benjamin Wilson von der Investmentbank UBS erwarten zudem, dass die Plus-Modelle künftig keine deutlich höhere Marge erzielen werden als das Standard-iPhone. „In Abhängigkeit von den Preisaufschlägen könnten größere Bildschirme den Durchschnittspreis erhöhen. Die Margen könnten jedoch sinken, da die höheren Fertigungskosten die höheren Verkaufspreise auffressen.“

Ein Lichtblick ist möglicherweise das iPhone SE. Sollte Apple wie vermutet im kommenden Jahr auf eine Aktualisierung des 4-Zoll-Smartphones verzichten, würde dessen Marge, gleichbleibende Absatzzahlen vorausgesetzt, auf alle Fälle steigen.

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[mit Material von Adrian Kingsley-Hughes, ZDNet.com]

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Stefan Beiersmann
Autor: Stefan Beiersmann
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3 Kommentare zu Apple iPhone: Fertigung wird immer teurer

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  • Am 22. November 2016 um 14:53 von plastikschaufel

    40% bei den Preisen dürfte ja wohl immer noch genug sein….

  • Am 22. November 2016 um 16:11 von DoN

    Die Bruttomarge ist eigentlich nur für den Kunden interessant (wer es denn wissen will..), zeigt sie doch wie viel vom Kaufpreis „ohne Gegenleistung“ ist, ein willkürlich festgelegtes Obendrauf….
    Für den Konzern zählt aber die Nettomarge, also das was tatsächlich in der Tasche bleibt nach Steuern. Da sind irgendwas um die 25% mal ne echte Hausnummer, und zwar da wo die großen Summen versteuert werden, also nicht in den USA wo man gern mal 28% Steuern bezahlt, was nicht tragisch ist wenn man kaum was versteuert. Wir müssen uns also keine Sorgen machen, Apple verdient auch weiterhin sehr sehr ordentlich an einem iPhone.
    Nur ein Zusammenbruch der Verkaufszahlen würde daran was ändern, das ist aber extrem unwahrscheinlich. Zumindest Kurz- bis Mittelfristig.

    • Am 23. November 2016 um 9:53 von Shareholder

      Richtig. Darauf sollte man sich nicht ausruhen. Als Anleger interessiert mich schon auch was langfristig so los ist. Die Frage ist, wieviel Geduld muss man aufbringen

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