„Für das, was am meisten zählt“ – so lautet der Slogan auf der Chromebook-Seite von Google. Nach mehreren Wochen mit dem Acer Chromebook 14 ist dieser Slogan gut nachvollziehbar. Das Notebook deckt 80 Prozent der Nutzungsszenarien ab, aber nur solange man sich im Internet befindet. Es fehlt aber ein wichtiges Feature, das das Chromebook 14 für die Zukunft gut gerüstet macht.

Ob privat oder fürs Geschäft, das Acer Chromebook 14 ist für beide Nutzergruppen gleich gut geeignet. Mit einem 14 Zoll großen Bildschirm, einem hochwertigen Aluminium-Gehäuse und einer angegebenen Akkulaufzeit von 12 Stunden ist es ein interessantes Angebot für alle, die ihre Arbeitszeit größtenteils im Internet verbringen. Unser Testmodel ist ausgestattet mit einem Intel Celeron N3160 Prozessor 4 GByte RAM und 32 GByte Speicher und kostet derzeit 379 Euro.

Acer Chromebook 14 Deckel (Bild: ZDNet)Acer Chromebook 14 Deckel (Bild: ZDNet)

Design & Verarbeitung

Vor nicht allzu langer Zeit durfte man unterhalb von Tausend Euro kein wirklich hochwertiges Notebook erwarten, geschweige denn unter 400 Euro. Das Acer Chromebook 14 zeigt, dass sich die Zeiten geändert haben und zwar zum Guten. Das Gehäuse besteht aus Aluminium und fühlt sich sehr solide und hochwertig an. Die Oberseite ist horizontal gebürstet und schimmert dadurch je nach Lichteinfall etwas. Auf der linken Seite setzen sich das polierte Acer Logo sowie der Chrome-Schriftzug dezent ab. Die Unterseite sowie das Topcase sind matt gehalten und sind genauso resistent gegenüber Fingerabdrücken wie die Oberseite.

Klappt man das Acer Chromebook 14 auf, so wird der eine oder andere Nutzer durchaus ein Déjà-vu erleben. Durch das gräulich eingefasste Display ist die Ähnlichkeit zum Apple MacBook Air wohl kaum zu übersehen. Immerhin sind die Displayrahmen im Vergleich zum Apple-Notebook schlanker geraten, wenn auch nicht wirklich viel. Die dominante Frontkamera hätte in jedem Fall etwas kleiner und dezenter ausfallen können. Das Scharnier des Chromebook 14 könnte ebenfalls etwas mehr Raffinesse vertragen. Beim Öffnen ist es nämlich zu steif, wodurch die Unterseite mit angehoben wird; eine zweite Hand wird also benötigt. Ansonsten ist es aber schön fest und hält das Display gut in Position ohne zu wackeln. Das Scharnier lässt sich übrigens um 180 Grad öffnen, wodurch das Notebook komplett flach auf dem Tisch liegt.

Insgesamt ist die Verarbeitungsqualität des Acer Chromebook 14 überraschend gut. Nichts wackelt oder knarzt, die Materialwahl ist sehr gut. Die wenigen Kritikpunkte kann man bei diesem Preis verschmerzen.

Acer Chromebook 14 Tastatur (Bild: ZDNet)Acer Chromebook 14 Tastatur (Bild: ZDNet)

Tastatur & Trackpad

Auch bei der Tastatur hat Acer sehr viel richtig gemacht. Sie hat einen angenehmen Hub und ein gutes, präzises Feedback, womit sie bestens für Vieltipper geeignet ist. Die Größe der Tasten fällt gewöhnlich aus, etwas ungewöhnlich ist hingegen das Layout, wenn man kein Chrome OS gewohnt ist. Die sonst übliche oberste Funktionsreihe wird von eigenen Tasten zur Steuerung von Chrome OS ersetzt. Außerdem sind die linken Steuerung- und Alt-Tasten doppelt so groß wie gewöhnlich. Etwas schade ist, dass keine Hintergrundbeleuchtung der Tasten verbaut wurde. Das ist wahrlich kein gravierender Fehler, doch hatte man einmal das Vergnügen diese Komfortfunktion zu nutzen, will man sie bei anderen Notebooks nicht mehr missen.

Das große Trackpad des Acer Chromebook 14 ist ebenfalls sehr gut. Es arbeitet präzise und setzt Fingerbewegungen genau so um, wie man sie erwartet. Sowohl Scrollen als auch die Chrome-OS Multitouch-Gesten waren zu keinem Zeitpunkt problematisch. Viele Einstellungen darf man aber nicht erwarten. Es gibt genau drei: Eine Skala für die Zeigergeschwindigkeit, eine Option für Tap-to-Click und die Wahl zwischen natürlichem und „australischem“ Scroll-Verhalten. Die geringen Einstellmöglichkeiten setzen sich übrigens beim kompletten Chrome OS fort, wie wir später sehen werden.

Acer Chromebook 14 Display (Bild: ZDNet)Acer Chromebook 14 Display (Bild: ZDNet)

Display

Das Display des Acer Chromebook 14 ist, wie der Name verrät, 14 Zoll groß und besitzt eine Auflösung von 1920 mal 1080 Bildpunkten, also Full High Definition. Die Blickwinkel des IPS Panels sind ordentlich, aber nicht überragend. Auch die Helligkeit könnte durchaus höher ausfallen. Dadurch, dass ein mattes Display zum Einsatz kommt, ist das Display aber kaum reflexiv und lässt sich auch bei starken Lichtquellen gut ablesen. Insgesamt ist der Bildschirm des Chromebook 14 gut.

Hardware & Ausstattung

Bei der Hardware setzt Acer auf einen Intel Celeron N3160 Prozessor mit vier Kernen, der mit maximal 1,6 GHz taktet (mit einem Turbo Boost von 2,24 GHz). Zusammen mit den 4 GByte Arbeitsspeicher läuft das System recht flott und öffnet Tabs und Apps schnell. Die Performance ist insgesamt auf einem hohen Niveau, obwohl der Chrome Browser dafür bekannt ist sehr speicherhungrig zu sein. Dadurch, dass das Betriebssystem sonst aber sehr schlank gestaltet ist, reicht die Hardware des Chromebook 14 gut aus.

Der interne Speicher fasst 32 GByte, zusätzlich bekommt jeder Nutzer 100 GByte Online-Speicher bei Google Drive. Dadurch, dass Chrome OS darauf ausgelegt ist, vor allem online zu funktionieren, ist der knappe Speicher nicht all zu schlimm. Zusätzlich kann man Speichermedien über zwei USB 3.0 Anschlüsse andocken und auch ein vollwertiger HDMI-Port steht bereit.

Acer Chromebook 14 Anschlüsse (Bild: ZDNet)Acer Chromebook 14 Anschlüsse (Bild: ZDNet)

Software

Chrome OS ist sehr einfach und genau das macht es sehr attraktiv. Im Grunde ist es ein Chrome-Browser, der ein Paar erweiterte Funktionen bereithält, um es zu einem kompletten Betriebssystem zu machen. Die Idee hinter Chrome OS ist einfach und wirklich gut. Die meisten Nutzer benutzen ihr Notebook in der Regel, um damit im Internet zu surfen. Schüler und Studenten weltweit nutzen Google Docs oder Microsoft Office Online, um zusammen an Dokumenten und Präsentation zu arbeiten. Spotify und Netflix streamen Musik und Filme direkt aus der Cloud. Für viele herkömmliche Anwendungen sind mittlerweile Pendants im World Wide Web verfügbar, die genauso gut – wenn nicht sogar besser sind als ihre Offline-Vorbilder. Genau da setzt Google mit Chrome OS an.

Chrome OS bietet die Flexibilität und Einfachheit von Google Chrome in einem Gerät, bei dem man sich weder um Updates noch um die Sicherheit kümmern muss. Wenn Apple-Nutzer „It just works“ proklamieren, ist es eben genau das, was auch Google mit seinen Chromebooks erreichen möchte. Es funktioniert tatsächlich und das auch noch erstaunlich einfach.

Acer Chromebook 14 Scharnier (Bild: ZDNet)Acer Chromebook 14 Scharnier (Bild: ZDNet)

Chrome OS im Alltag

Wer den Chrome-Browser kennt, kennt auch Chrome OS. Applikationen können über den Chrome Web Store bezogen werden und erscheinen im sogenannten Launcher, den man auch vom Android-Smartphone kennt. Etwas inkonsistent ist, dass man nicht genau weiß, ob der Klick im Launcher zu einem neuen Tab oder einem neuen Fenster führt, das nur die gewählte Anwendung zeigt. Die Welt zwischen Chrome-Apps und Chrome-Extensions ist noch etwas verwirrend und durcheinander.

Dabei ist es nicht schwer, Apps zu finden, die man sucht. Die Auswahl ist recht groß: Tweetdeck, Spotify, Telegram, Office Online – im Grunde gibt es zu jeder Offline-App (aus zum Beispiel der Windows Welt) eine Online-Version, die problemlos im Browser-Fenster funktioniert. Einige davon benötigen sogar keine Internetverbindung wie zum Beispiel die Google Docs Apps. Andere geben zwar an, dass sie nichts hochladen, benötigen dennoch aber eine aktive WLAN Verbindung, um überhaupt aufgerufen zu werden. Ein Versuch einige Bilder mit „Resize Photos“ in der Größe zu verändern ging ohne Internetverbindung daneben, obwohl angeblich keine benötigt wird.

Was dem Acer Chromebook 14 fehlt

Bei fehlenden Offline-Apps will Google mit einem künftigen Update ansetzen. Die Kalifornier haben angekündigt den Google Play Store auch für Chrome OS freizugeben und somit eine Fülle an Apps anzubieten, die auch ohne Internetverbindung funktionieren. Anwendungen für Fotobearbeitung, Videoschnitt oder auch Microsoft Office Mobile sollten somit dem Anwender bald zur Verfügung stehen. Das Acer Chromebook 14 ist sogar eines der Geräte, die die Android Apps unterstützen soll. Einziges Problem dabei: Android Apps sind primär auf Toucheingaben ausgelegt – das Acer Chromebook 14 besitzt aber keinen Touchscreen. Damit wird die Bedienung um einiges komplizierter sein als mit touchfähigen Konkurrenzprodukten.

Acer Chromebook 14 Ladeanschluss (Bild: ZDNet)Acer Chromebook 14 Ladeanschluss (Bild: ZDNet)

Akkulaufzeit

Durch die Verwendung einer stromsparende CPU und des ressourcenschonenden Chrome OS ist Akkulaufzeit beim Chromebook 14 kein Problem: Acer gibt diese mit bis zu 12 Stunden an. Bei gewöhnlicher Nutzung von mehreren Tabs und einigen Messenger-Diensten im Hintergrund sowie etwa 60-70 Prozent Displayhelligkeit hielt das Gerät im Test zwischen acht und zehn Stunden durch. Das Acer Chromebook 14 ist also bestens für einen langen Arbeitstag gerüstet. Aufgeladen wird das Gerät über einen proprietären Stecker, hier hätten wir uns USB-Adapter gewünscht.

Fazit

Das Acer Chromebook 14 ist ein sehr gutes Chromebook. Es bietet eine hochwertige Verarbeitung, ein ablesbares, mattes Display sowie eine gute Performance. Die Akkulaufzeit ist ebenfalls sehr gut, die Tastatur und das Trackpad gestalten das Arbeiten angenehm.
Wer vor allem ein typisches Notebook mit Chrome OS sucht, für den ist das Acer Chromebook 14 bestens geeignet. In Hinsicht auf die Zukunft, in der touchbasierte Android Apps Einzug auf Chrome OS finden werden, könnte sich ein fehlender Touchscreen als Nachteil herausstellen. Im Moment ist das Chromebook 14 von Acer aber eine klare Empfehlung.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Acer Chromebook 14: ein fast perfektes Chrome-OS-Notebook

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  • Am 19. November 2016 um 17:36 von Maria

    Alles schön und gut, aber bei so viel Text wäre eine Erwähnung bezüglich des problematischen Konzeptes sinnvoll gewesen. Google maht das ja nicht zum Spaß. Die eigentliche Finanzierung erfolgt über Daten. Und eben dadurch, dass man den Anwender sehr genau durchleuchtet. Dafür ist Chrome OS geschaffen worden.
    Mir fehlt im Artikel jegliche Kritik.

    • Am 19. November 2016 um 23:29 von Benjamin

      Das stimmt ja auch nicht. Ob das so ist wie du behauptet oder nicht, hängt stark davon ab, welchen Vertrag du mit Google hast. Nutzt du die kostenlose Version, klar, zahlst du mit Daten. Hast du G Suite (Unternehmen, …) oder bist eine Bildungseinrichtungen, ist dem nicht so. Kurz: du hast die Wahl, ob du mit Daten oder Euro bezahlen möchtest.

    • Am 20. November 2016 um 20:44 von DoN

      Hmmm…. Fehlende Kritik am Erzfeind Google…
      Na kann es das Peer doch nicht lassen?

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