Internet per Satellit: DLR erzielt Weltrekord bei optischer Datenübertragung

Das Projekt Thrust strebt schnellen Internetzugang auch in abgelegenen ländlichen Regionen an. Satelliten sollen per Laser mit über einem Terabit pro Sekunde an das terrestrische Internet angebunden werden. Der Übertragungsrekord bestätigt laut DLR die praktische Umsetzbarkeit.

Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist es gelungen, Daten per Laser mit 1,72 Terabit pro Sekunde über eine Entfernung von mehr als zehn Kilometern zu übertragen. Den Rekord erzielten sie im Rahmen ihres Projekts Thrust, mit dem sie schnellen Internetzugang auch in abgelegenen ländlichen Regionen ermöglichen wollen.

Die Idee hinter Thrust (Terabit-throughput optical satellite system technology) ist, Satelliten per Laser mit einem Datendurchsatz von über einem Terabit pro Sekunde an das terrestrische Internet anzubinden. Die Kommunikation mit den Nutzern soll dann in einer üblichen Funkfrequenz der Satellitenkommunikation erfolgen.

Das Thrust-Sendeterminal (Bild: DLR / Bernd Müller)Das Thrust-Sendeterminal (Bild: DLR / Bernd Müller)

Die Erdatmosphäre beeinträchtigt jedoch die Datenverbindung zwischen Boden und geostationären Satelliten. Mit Simulationen versuchten die Wissenschaftler daher die größtmöglichen Störungen zu ermitteln, um ihr Übertragungssystem in einem maximalen Belastungstest zu prüfen. Sie kamen zum Schluss, dass bei einer Datenverbindung ins All im Worst-Case-Szenario etwa die gleichen Störungen zu befürchten sind wie bei einer Übertragung vom Boden zu einem Berg in ihrem Testgebiet zwischen Weilheim und dem Hohenpeißenberg.

Der jetzt erzielte Weltrekord in der Freiraum-Datenübertragung beweist nach Einschätzung des DLR die grundsätzliche Machbarkeit einer optischen drahtlosen Datenverbindung im Terabit-Bereich. Als ein weiteres zu lösendes Problem sehen sie die noch mangelnde Stabilität der optischen Verbindung an. In der nächsten Phase wollen sie daher durch Messungen die Wirkung der Atmosphäre besser verstehen, um langfristig für eine stabile Satellitenkommunikation sorgen zu können.

„Die Stabilität der Verbindung ist extrem wichtig, da selbst eine kurze Unterbrechung von lediglich zehn Millisekunden zum Verlust von zehn Gigabit pro Sekunde führt“, sagte dazu Ramon Mata Calvo, der die Optische-Technologien-Gruppe am DLR-Institut für Kommunikation und Navigation leitet. Die bisherigen Ergebnisse hält er als vielversprechend. Er kündigte eine aktive Fortsetzung der Untersuchungen am DLR-Standort Oberpfaffenhofen an.

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