Bericht: Apple setzt seinem Auto-Team eine letzte Frist

Gegen Ende 2017 soll über die Einstellung von Project Titan entschieden werden. Ein eigenes Fahrzeug entwickelt es unter der Leitung von Bob Mansfield nicht mehr, sondern vielmehr eine autonome Plattform. Hunderten Abgängen steht die Neuverpflichtung einiger Spezialisten gegenüber.

Apples Autoprojekt Titan steckt tief in der Krise: Nach Informationen von Bloomberg fallen hunderte Stellen weg. Der Rest der Abteilung arbeitet vorerst auf Bewährung weiter: Gegen Ende 2017 wolle Apple prüfen, ob das Projekt überhaupt fortgesetzt werde, heißt es.

Apple (Bild: Apple)Insgesamt ist das in Sunnyvale (Kalifornien) ansässige Auto-Team bei Apple laut dem Bericht rund 1000 Mitarbeiter stark. Laut den Informanten von Bloomberg sind in den letzten Monaten Dutzende freiwillig gegangen, andere wurden mit neuen Aufgaben betraut oder auch entlassen. Dem stehen Neueinstellungen von Spezialisten gegenüber, um die neue Ausrichtung besser umzusetzen.

Mit dem Ultimatum bis Ende 2017 reagiere Apple auf monatelange Strategie-Streitigkeiten, Wechsel in der Führung und Probleme mit der Lieferkette, heißt es. Project Titan wurde 2014 ins Leben gerufen, mit dem Ziel, diese Branche zu revolutionieren, wie es das iPhone 2007 bei Smartphones geschafft hatte. Schließlich sei das Auto „das ultimative Device“, wie es Apples Chief Operating Officer Jeff Williams 2015 formulierte.

Grund für Apples Schwierigkeiten könnte nach Einschätzung von Bloomberg sein, dass es an riesige Gewinnmargen gewöhnt ist, während in der Automobilbranche weniger als 10 Prozent üblich seien. Jedenfalls habe sich die Führung von Project Titan im Lauf des Jahres 2015 zerstritten; Anfang 2016 sei daher beispielsweise Steve Zadesky ausgeschieden, ein ehemaliger Mitarbeiter von Ford, aber auch ein iPod-Designer. Er ist weiter bei Apple beschäftigt, aber nicht mehr im Autobereich, und will die Entwicklung nicht kommentieren.

Die Führung übernahm Dan Riccio, vor allem wurde aber Veteran Bob Mansfield reaktiviert. Er soll dem Team dann eine neue Strategie vorgelegt haben, nämlich die, kein komplettes Elektrofahrzeug, sondern eine Plattform für autonome Fahrzeuge zu schaffen. Das führte allerdings dazu, dass extra geholte Spezialisten aus der Autobranche sich aus dem Projekt verabschiedeten.

Entsprechend Mansfields Vorgaben arbeite nun niemand mehr an Chassis oder Federung, aber auch die Entwicklung eines Auto-Betriebssystems sei heruntergefahren worden, heißt es. Stattdessen ständen autonome Programme, Umgebungssensoren und Simulationen für Tests im Mittelpunkt. Auch habe Apple Spezialisten für Regulierungesvorschriften in der Autobranche angeheuert.

Unter Mansfields Regie entstanden bei Apple einst Produkte wie das Macbook Air, der Desktop-Computer iMac und auch das iPad. 2013 schied er aus dem Executive Team aus und übernahm nur noch bei „speziellen Projekten“ wie der Apple Watch beratende Funktionen.

Offiziell hat Apple die Arbeit an einem selbstfahrenden Auto nie bestätigt. Schon im Februar 2015 hatte Bloomberg berichtet, Apple baue die für Titan zuständige Entwicklungsabteilung aus, um spätestens 2020 mit der Produktion beginnen zu können. Anfang 2016 registrierte Apple zudem die Domains Apple.car und Apple.auto, die es aber ebenso gut für sein Infotainmentsystem CarPlay nutzen könnte.

Auch andere Firmen beschäftigen sich mit selbstfahrenden Autos, darunter Google, Tesla und der Fahrdienstvermittler Uber. Apple hat laut New York Times zwar Tests mit mehreren vollständig autonomen Fahrzeugen durchgeführt, aber nur in begrenztem Umfang und nur in einer „geschlossenen Umgebung“.

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Autor: Florian Kalenda
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Neueste Kommentare 

15 Kommentare zu Bericht: Apple setzt seinem Auto-Team eine letzte Frist

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  • Am 17. Oktober 2016 um 23:02 von ckOne

    Laut unserem Applespinner ist das doch alles so leicht ?
    Warum steckt seine Gottheit denn jetzt auf ? Hätten sie mal besser unseren PawlowH… geholt, der hätte das alles bis Ende Oktober diesen Jahres gelöst, natürlich nur wenn sie ihn schon im September geholt hätten.

    • Am 18. Oktober 2016 um 16:20 von PeerH

      Du hast von Windows keine Ahnung.
      Du hast bei Samsungs Debakel geschwiegen.
      Du hast von Apple keine Ahnung.
      Du hast zu sonst nichts eine Meining.
      Und: Du hast noch weniger Ahnung von E-Mobilität.
      Was macht Dich glauben, dass Du auch nur mehr als einen Pups zur Diskussion beitragen könntest? ;-)

      • Am 18. Oktober 2016 um 18:59 von Äbbelobserver

        Da tragen wohl zwei Leute ihren Kopf zu hoch!
        Woran das liegt?
        An einem physikalischem Gesetz welches besagt „Hohlkörper sind leichter als massive“ 😀

      • Am 18. Oktober 2016 um 22:55 von ckOne

        Immerhin weiß ich von all den Dingen mehr als du, bewiesener Maßen. Bei dir hat ja ein iPhone 5C einen Fingerprintsensor, also kennst du dich noch nicht mal mit den paar Applegeräten aus, oder du lügst vorsätzlich was du ja auch mit deinen Behauptungen immer wieder unter Beweis stellst.

        • Am 20. Oktober 2016 um 1:53 von Äbbelobserver

          Achhh Herjemine, vielleicht verwechseln sie mich mit jemanden, keine Ahnung, doch den Pfad akzeptabler und argumentativer Gesprächsführung haben sie ohnehin nie betreten.
          Also gehaben sie sich wohl, für diese Art der Konversation stehe ich nicht zur Verfügung ;

          • Am 20. Oktober 2016 um 10:29 von ckOne

            Nein die Antwort war für den Kommentator vor Ihnen. Ihr Beitrag war noch nicht erschienen als ich das schrieb.

  • Am 17. Oktober 2016 um 23:39 von Äbbelobserver

    Apple hat es verbockt, sie wollten überall dominant sein, sie hätten bei BMW und Mercedes kleinere Brötchen backen sollen.doch egal, besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
    Was nützt Apple ein guter Produzent wie Magna, wenn man kein Netz zur Reparatur vor Ort und Garantieabwicklung hat, da hätte auch Mclaren nicht weiter geholfen und außerdem hätte diese Verbindung den Elitär-Touch noch verstärkt, das muß nicht sein!
    Doch in Sachen Software für’s Töff weiter auf dem Gaspedal, das macht Sinn!
    Sie sollten jedoch auf der Lauer bleiben, um ggf. mal bei einem kriselnden Hersteller einzusteigen, aber nur, wenn ein weltweites Service und Wartungsnetz das ist, ein Auto kann ich nicht mal eben innein Päckchen packen und verschicken!
    Außerdem,muß man wie bei,Tesla damit rechnen, dass andere etablierte Hersteller ihnenmin die Suppe spucken und zwar im gemeinsamen Konzert.
    Tesla hat z.B. enorme Probleme beliefert zu werden, warum wohl?
    Wenn die TeslaAktie einen Niedergang erlebt nd das könnte geschehen, dann wäre das ein interessanter Kauf und man hätte den Kopf (fortschrittliche Technik+Akkus+gutes Design und gutenKarosserien, einen Teil vom Korpus erhielten sie, wenn sie dann noch Peugeot oder einen preiswerten chinesischen Hersteller
    kaufen würden, dann hätte man fast alles zusammen und
    die fehlenden Lücken könnte man zügig zubauen, denn Geld genug ist vorhanden. Tesla müßte allerdings seinen Firmensitz juristisch nach Irland verschieben- naja, ihr wißt schon warum!

    • Am 18. Oktober 2016 um 17:15 von AppleKenner

      Apple und PeerH meinen immer noch das irgend eine größere Firma noch mit ihnen was zu tun haben will. Lachhaft. Apple kann nix und das haben Mercedes, BWM und andere große Herstellen schon lange gemerkt. Und wie man sieht ist das auch so. Ohne Steve kann Apple absolut nichts mehr. Ach doch: Große Sprüche können sie noch. Und ein paar PeeH`s haben sie auch noch.

  • Am 18. Oktober 2016 um 9:31 von Judas Ischias

    Versucht hoch zu steigen, und dann ziemlich schnell schon gefallen.
    Mal schauen, wie tief es noch geht.
    Geldgier ist ganz offensichtlich kein guter Ratgeber.
    Und ein Glückstreffer ergibt nur sehr selten den nächsten.;)

  • Am 18. Oktober 2016 um 10:45 von Progel

    autonomes Fahren – ein typischer Futuristenquatsch. Es wird auf bislang unabsehbare Zeit bei assistierenden Systemen bleiben, die bei optimalen Straßen- und Witterungsverhältnissen für (gut Betuchte und) begrenzte Zeit den Griff vom Lenkrad ermöglichen.

  • Am 18. Oktober 2016 um 11:29 von M@tze

    Die sollen mal lieber die jetzt freigewordenen Ressourcen nutzen, um ihr Brot und Butter Geschäft auf Vordermann zu bringen. Die Software hat noch so einige Baustellen, verschiedene Hardware gehört mal dringend wieder überarbeitet und aufgefrischt. Apple Car Play kommt mir auch irgendwie wie ein Schnellschuss vor. Habe das jetzt in meinem neuen A4 und bin total enttäuscht. Da ist die integrierte Lösung von Audi um Welten besser und optisch einiges ansprechender. Die paar Funktionen, die über Apple Car Play zusätzlich verfügbar sind, bekomme ich auch per Siri Sprachkommandos hin (irgendwas abspielen lassen oder SMS schreiben – was sowieso kaum jemand noch nutzt). Und sieht nicht so aus, als wenn Apple Pläne hätte, dass in naher Zukunft zu verbessern…

  • Am 18. Oktober 2016 um 16:18 von PeerH

    Wie immer: diejenigen, die bei Samsungs brennenden Akkus, die noch immer Menschen in Lebensgefahr bringen, den so verbissen den Schnabel gehalten haben, und nichts, aber auch gar nichts an Kritik haben lesen lassen, ausgerechnet die zetern am lautesten über ungelegte Apple Eier – was für eine widerliche Heuchelei.
    __
    Zumal zwei dieser ‚Kommentatoren‘, die Kunden für zu dumm erklärt haben, um ein Samsung Galaxy Note 7 richtig zu bedienen, und sie seien selber schuld. Ziemlich traurige Sache.
    __
    Ihr regt euch über die Gerüchte zu Gerüchten auf, schon gemerkt? Weder gab es eine offizielle Ankündigung, dass es jemals ein Apple Auto geben würde, noch gibt es eine anderslautende Ankündigung, dass es kein Apple Auto geben würde.
    __
    Und dann wird auch noch genereller Unsinn über andere aunternehmen hier reingestellt: „Tesla hat z.B. enorme Probleme beliefert zu werden, warum wohl?“
    Was weißt Du, was der Rest des Universums nicht weiß? Da wäre ich ja zu sehr an einer Quelle interessiert, die diese unsinnige These belegt. ;-)
    __
    Es bleibt festzuhalten, dass mal wieder unsinniges Apple-Bashing betrieben wird, und zwar für Dinge, die es nicht mal offiziell gibt. Anscheinend sind hier lauter Insider unterwegs. ;-)

    • Am 18. Oktober 2016 um 23:01 von ckOne

      Und schon wieder bist du am LÜGEN, es hat nie jemand behauptet die Note7 Besitzer hätten es falsch bedient, sondern sie verhalten sich falsch, wenn Sie die Dinger weiterbenutzen. Das alles vor Bekanntwerden des Problems bei den Austauschgeräten.
      Das mit dem falsch benutzen war Apple beim iPhone 4 und den Empfangsproblemen.

  • Am 19. Oktober 2016 um 8:55 von Judas Ischias

    Aha, PeerH verbreitet mal wieder seine Lügen, und mein Kommentar als einer der beiden genannten „Kommentatoren“ wird nicht veröffentlicht.
    Gratulation.

  • Am 19. Oktober 2016 um 11:43 von AppleKenner

    Nein, eigentlich hauptsächlich du bist damit gemeint.

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