Verwechslungsgefahr: Tesla soll in Deutschland nicht mit „Autopilot“ werben

Der Bundesverkehrsminister befürchtet falsche Erwartungen. Schließlich handle es sich nur um ein Assistenzsystem. Eine für heute angekündigte Produktvorstellung verschiebt Tesla zugleich wegen nötiger Verfeinerungen um zwei Tage.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat Autobauer Tesla über einen Brief des Kraftfahrt-Bundesamts aufgefordert, in Werbung für seine Fahrzeugreihen Model S und Model X den Begriff „Autopilot“ nicht mehr zu verwenden. Dieser erwecke den falschen Eindruck, der Fahrer müsse dem Verkehr keine Aufmerksamkeit mehr schenken, und täusche den Verbraucher.

Model S (Bild: Tesla Motors).Model S (Bild: Tesla Motors)Dobrindt beschrieb „Autopilot“ als „Assistenzsystem“, was in Übereinstimmung mit der Klassifizierung als teilautomatisiertes System der Stufe 2 in den USA steht. Vor Dobrindt hatte etwa schon Volvo vor der missverständlichen Terminologie des Konkurrenten gewarnt.

Ein erster tödlicher Unfall eines Tesla im Autopilot-Modus hatte sich Ende Juni 2016 in den USA ereignet: Ein querender weißer Sattelschlepper wurde vor einem hellen Himmel weder vom Fahrer noch von der Automatik bemerkt, und das Tesla Model S schoss unter ihm durch. Der Fahrer, der das teilautomatische System hätte beaufsichtigen müssen, soll einen Film angesehen haben.

Tesla wies die Kritik laut dpa zurück, erklärte sich aber bereit, in einer Umfrage zu ermitteln, ob tatsächlich die Gefahr von Missverständnissen bestehe. Autopilot heiße zudem keineswegs Vollautomatik – auch in der Luftfahrt nicht, wo man damit ein Unterstützungssystem bezeichne, das unter Aufsicht des Piloten arbeite.

Zugleich verschob Tesla eine für den heutigen Montag geplante Produktvorstellung um zwei Tage. Man brauche „noch ein paar Tage für Verfeinerungen“, ließ CEO Elon Musk am Sonntag via Twitter wissen.

Um welches Produkt es sich handelt, ist nicht bekannt. Viele gehen von einer neuen Autopilot-Version aus, von der schon bekannt ist, dass sie verstärkt Radar-Daten berücksichtigen wird, um eine Wiederholung des tödlichen Unfalls vom Juli auszuschließen. Dem widerspricht aber Musks Behauptung, die tatsächliche Ankündigung werde „von den wenigsten erwartet.“

Mögliches Thema könnte auch die angestrebte Fusion von Tesla und SolarCity für 2,6 Milliarden Dollar sein. Dagegen spricht, dass die Aktionäre darüber erst am 27. Oktober abstimmen werden. Musk, der nicht gerade für seine Geduld bekannt ist, plant aber schon für 28. Oktober, ein gemeinsames Solarenergie-Projekt vorzustellen. Die Übernahme soll am 17. November vollzogen werden.

[mit Material von Jake Smith, ZDNet.com]

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Autor: Florian Kalenda
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