USA drohen Russland mit Cyberangriff

US-Vizepräsident Joe Biden kündigt eine "angemessene Nachricht" an Wladimir Putin an. Ihm zufolge soll der Zeitpunkt für einen Angriff so gewählt werden, dass er die größte Wirkung hat. Die US-Öffentlichkeit soll aber nichts von dem Cyberkrieg mit Russland erfahren.

Die US-Regierung hat im Streit mit Russland über angeblich politisch motivierte Cyberangriffe auf US-Institutionen und Bürger nachgelegt. Nach der öffentlichen Schuldzuweisung Ende vorletzter Woche drohte Vizepräsident Joe Biden zumindest indirekt mit Gegenmaßnahmen. Es sei geplant, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin „eine Nachricht zu schicken“, sagte Biden in einem Interview mit NBC News.

USA-Flagge (Bild: Shutterstock)Die „Nachricht“ werde klar und angemessen sein, ergänzte Biden. Die USA verfügten über die benötigten Ressourcen. „Es wird zu einer Zeit geschehen, die wir selbst wählen und die die größte Wirkung haben wird“. Auf die Frage, ob die Öffentlichkeit davon erfahren werde, antwortete Biden: „Ich hoffe nicht.“

Schon seit Monaten wird der US-Präsidentschaftswahlkampf von Meldungen über durchgesickerte E-Mails und Wahlkampfunterlagen der Demokratischen Partei begleitet. Sie wurden unter anderem auf DCLeaks.com und Wikileaks veröffentlicht und enthielten zum Teil brisante interne Informationen der Partei des amtierenden US-Präsidenten.

„Solche Aktivitäten sind nicht neu für Moskau – die Russen haben ähnliche Taktiken und Techniken in Europa und Eurasien benutzt, beispielsweise um die öffentliche Meinung dort zu beeinflussen“, hieß es in einer Pressemitteilung des Ministeriums für Heimatschutz.“ Wir glauben, dass nur hochrangige russische Regierungsvertreter diese Aktivitäten genehmigt haben können.“

Russland hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Die in der vorletzten Woche veröffentlichte Stellungnahme von des Office of the Director of National Intelligence und des Department of Homeland Security (DHS) enthält zudem keine belastbaren Beweise für die Anschuldigungen. Nach Ansicht von Sicherheitsexperten ist es außerdem sehr schwierig, den Ursprung eines Hackerangriffs zu finden, da sich Spuren im Internet fälschen und verwischen lassen. Selbst wenn sich ein Herkunftsland ermitteln lässt, ist damit nicht gesagt, dass die Hintermänner tatsächlich aus diesem Land kommen oder im Auftrag der Regierung dieses Landes arbeiten.

In einem Artikel für Foreign Policy spekulierte der ehemalige Admiral der US-Marine James Stavridis über einen möglichen US-Gegenangriff. Demnach könnten die US-Geheimdienste beispielsweise Netzwerke in Russland knacken, um der Öffentlichkeit zu zeigen, wie der russische Staat das Internet manipuliert. Die Bevölkerung habe dann die Möglichkeit, die staatliche Zensur zu umgehen. Stavridis schließt aber auch aggressive Gegenmaßnahmen nicht aus.

ANZEIGE

Open Telekom Cloud: Ressourcen auf Abruf

Von Capex zu Opex: Mit IT-Kapazitäten aus der Cloud statt von eigenen Servern verwandeln Unternehmen gerade verstärkt starre Investitionskosten in dynamische Ausgaben, die sich dem Geschäftsverlauf anpassen – und werden damit flexibler. Immer beliebter: Infrastructure-as-a-Service (IaaS) aus der Open Telekom Cloud.

Tipp: Kennen Sie die berühmtesten Hacker? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Themenseiten: Cybercrime, Hacker, Politik

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Stefan Beiersmann
Autor: Stefan Beiersmann
Freier Mitarbeiter
Stefan Beiersmann
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu USA drohen Russland mit Cyberangriff

Kommentar hinzufügen
  • Am 17. Oktober 2016 um 12:07 von hugo

    Ausgerechnet die USA verkündet das sie im Internet Krieg führen wollen, haben Sie doch bisher auch schon immer gemacht und wenn Ihnen langweilig war, die eigene Bevölkerung massenhaft ausspioniert. Wem interessiert schon wenn die Amis das laut verkünden was sie eh tag und Nacht machen?
    Diese Militärs leiden unter Verfolgungswahn und gehören in Therapie.

  • Am 17. Oktober 2016 um 19:19 von J. Kant

    Indem man fremde Computer knackt, beweist man nur eines, nämlich dass diese nicht perfekt abgesichert sind. Damit zeigt man auch, dass man selbst oder auch andere auch belastendes Material ablegen könnten.
    Dieses Grundproblem beseht im Inland bei der sogenannten Onlinedurchsuchung und auch in diesem Fall. Aber in beiden Fällen scheint es auszureichen, dass der uninformierte Großteil der Bevölkerung dieses Problem nicht erkennt oder ihrer Regierung grenzenlos vertraut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *