Zwölf Jahre alter OpenSSH-Bug macht IoT-Geräte angreifbar

Sie lassen sich unter anderem für DDoS-Angriffe benutzen. Noch heute werden neue Geräte mit dieser Sicherheitslücke ausgeliefert. In vielen Fällen ist es zudem unmöglich, Geräte im Nachhinein zu patchen. Akamai spricht deswegen vom "Internet of unpatchable Things".

Eine Schwachstelle, die schon seit rund zwölf Jahren in OpenSSH steckt, macht eine Vielzahl internetfähiger Geräte aller Art angreifbar. Da vor allem im Bereich Internet der Dinge die Sicherheit nicht im Vordergrund steht und Geräte nicht gepatcht werden, lassen sie sich für zielgerichtete Attacken einsetzen. Ein Beispiel sind die jüngsten SSHowDowN-Proxy-Angriffe, bei denen IoT-Geräte für DDoS-Attacken eingesetzt wurden.

Internet-of-Things (Bild: Shutterstock)Auslöser ist einer Untersuchung von Akamai Technologies zufolge die Anfälligkeit mit der Kennung CVE-2004-1653. Sie steckt in Standard-Konfigurationen der zur Dateiübertragung per Secure Shell (SSH) benutzten Software OpenSSH. Obwohl die Sicherheitslücke nicht neu ist, stellten die Forscher fest, dass viele Anbieter von IoT-Geräten auf Sicherheitsmaßnahmen wie voreingestellte Anmeldenamen und Passwörter verzichten.

Umfangreiche SShowDowN-Proxy-Angriffe würden durch Millionen anfälliger Geräte wie Überwachungskameras, Router und externe Speicherprodukte ermöglicht. Ohne voreingestellte Anmeldedaten hätten Angreifer Zugriff auf die Weboberfläche anfälliger Geräte, um SSH-Tunnel aufzubauen und Angriffe gegen „jedes Ziel im Internet und jede Art von Interdiensten wie HTTP und SMTP“ zu starten.

Dazu gehören auch DDoS-Angriffe. Ein Beispiel dafür ist der Distributed-Denial-of-Service-Angriff auf den Blog des Sicherheitsexperten Brian Krebs im vergangenen Monat. Die dabei gemessene Bandbreite von 620 GBit pro Sekunde wurde unter anderem von zahllosen IoT-Geräten generiert.

Eric Kobrin, Director of Information Security bei Akamai, spricht aufgrund der Sicherheitsdefizite von IoT-Geräten auch vom „Internet of Unpatchable Things“. „Ab Werk werden neue Geräte nicht nur mit dieser Schwachstelle ausgeliefert, sondern auch ohne eine effektive Möglichkeit, sie zu schließen. Wir hören seit Jahren, dass es theoretisch möglich sei, IoT-Geräte anzugreifen. Das hat sich unglücklicherweise nun bewahrheitet.“

Nutzer von internetfähigen Geräten wie Heizungssteuerungen, Routern, Netzwerkspeichern oder Beleuchtungssystemen sollten schon bei der Inbetriebnahme ein voreingestelltes Passwort ändern. Zudem ist es ratsam, eine vorhandene Firewall so zu konfigurieren, dass sie SSH-Zugriffe von außen blockiert. Allerdings erlauben nicht alle Produkte die dafür benötigten Einstellungen.

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[mit Material von Charlie Osborne, ZDNet.com]

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Themenseiten: Akamai, Hacker, Internet of Things, Security, Sicherheit

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Stefan Beiersmann
Autor: Stefan Beiersmann
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