Dresscode: Trend Micro findet über 400 Malware-Apps im Google Play Store

Der Trojaner Dresscode tarnt sich als legitime Apps wie Spiele, Themes und Tools. Infizierte Geräte geben den Cyberkriminellen persönliche Daten preis. Dresscode erlaubt unter Umständen aber auch Zugriffe auf andere Geräte im selben Netzwerk.

Forscher des Sicherheitsanbieters Trend Micro haben mehr als 400 Instanzen des Trojaners Dresscode im Google Play Store gefunden. Erstmals tauchte die Malware im April auf. Sie tarnt sich als legitime Apps. Eine der Anwendungen wurde sogar bis zu 500.000-mal heruntergeladen und installiert.

Insgesamt entdeckten die Forscher mehr als 3000 mit Dresscode befallene Apps – die meisten jedoch außerhalb des offiziellen Google-Marktplatzes. Die Hintermänner verstecken den Schadcode unter anderem in Spielen oder Erweiterungen für beliebte Spiele, in Themes und Skins sowie in Tools, die die Leistung eines Smartphones verbessern sollen.

Unter anderem die im Play Store angebotene Minecraft-Erweiterung "Mod GTA 5" enthielt den Trojaner Dresscode (Screenshot: Trend Micro).Unter anderem die im Play Store angebotene Minecraft-Erweiterung „Mod GTA 5“ enthielt den Trojaner Dresscode (Screenshot: Trend Micro).Mit Dresscode infizierte Geräte stellen mithilfe eines SOCKS-Proxy eine getunnelte Verbindung zu den Befehlsservern der Cyberkriminellen her. Über diesen Proxy-Server sind die Geräte zudem in der Lage, andere Server im selben Netzwerk anzugreifen – selbst wenn sich diese hinter einem Router befinden.

Hier sieht Trend Micro auch eine große Gefahr für Unternehmen, da immer mehr Mitarbeiter ihre privaten Smartphones und Tablets auch im Firmennetzwerk einsetzen dürfen (BYOD). „Während dieses Programm die Produktivität von Mitarbeitern steigern kann, kann es sie aber auch anfällig für Malware wie Dresscode machen“, heißt es im Trend-Micro-Blog.

Dresscode erlaubt es den Hackern aber auch, Smartphones zu einem Botnet hinzufügen, das sich wiederum für Denial-of-Service-Angriffe oder Spam-Kampagnen nutzen lässt. Im Heimnetzwerk seien sogar Zugriffe auf diverse internetfähige Geräte wie Überwachungskameras denkbar. „Angreifer können möglicherweise den Videofeed abrufen und aufzeichnen.“

Als Besonderheit von Dresscode sieht Trend Micro vor allem die Zahl der in Umlauf gebrachten Apps an, die den Schadcode enthalten. Sie zeige, dass die Bedrohung durch schädliche Apps stetig zunehme. Von daher empfiehlt das Unternehmen, auch Apps aus legitimen Marktplätzen wie Google Play nicht ohne weitere Kontrollen herunterzuladen. „Prüfen Sie die Online-Bewertungen und die Download-Seite, und starten Sie eine kleine Recherche, um sicherzustellen, dass es keine schädliche App ist.“ Das Rooten von Geräten, was bestimmte Sicherheitsmaßnahmen aushebele, und die Nutzung ungesicherter WLAN-Verbindungen stuft Trend Micro als zusätzliches Risiko ein.

HIGHLIGHT

Open Telekom Cloud: Ressourcen auf Abruf

Von Capex zu Opex: Mit IT-Kapazitäten aus der Cloud statt von eigenen Servern verwandeln Unternehmen gerade verstärkt starre Investitionskosten in dynamische Ausgaben, die sich dem Geschäftsverlauf anpassen – und werden damit flexibler. Immer beliebter: Infrastructure-as-a-Service (IaaS) aus der Open Telekom Cloud.

[mit Material von Danny Palmer, ZDNet.com]

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Stefan Beiersmann
Autor: Stefan Beiersmann
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Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Dresscode: Trend Micro findet über 400 Malware-Apps im Google Play Store

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  • Am 4. Oktober 2016 um 12:56 von Michael

    Und auf Facebook wird man dann mit genau solchen Apps – wie Smartphone-Boostern & Co. – genervt…
    Klasse Verbreitungsmethode…

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