Spotify plant Übernahme von SoundCloud

Die Gespräche sind angeblich schon weit fortgeschritten. Erste Verhandlungen im Frühjahr und Sommer sollen am Kaufpreis gescheitert sein. Vor allem vor dem Start von SoundClouds Abodienst sah Spotify das Berliner Start-up als ernste Bedrohung an.

Spotify ist offenbar an einer Übernahme des Berliner Streaminganbieters SoundCloud interessiert. Wie die Financial Times berichtet, sind die Gespräche schon weit fortgeschritten. Ein Scheitern der Verhandlungen sei jedoch weiterhin nicht ausgeschlossen.

Spotify (Bild: Spotify)SoundCloud hat nach eigenen Angaben rund 200 Millionen Nutzer. Das Repertoire soll 135 Millionen Songs umfassen, darunter auch viele Remixe und Musik junger Künstler, die oft noch keinen Plattenvertrag haben, weswegen SoundCloud oft auch als „Youtube für Audio“ bezeichnet wird. Das Unternehmen soll jedoch immer noch rote Zahlen schreiben. 2014 habe SoundCloud 17,4 Millionen Euro umgesetzt und damit einen operativen Verlust von 39 Millionen Euro generiert, heißt es weiter in dem Bericht. Neuere Geschäftszahlen lägen nicht vor.

Dem Spotify-Management nahestehende Quellen erklärten, SoundCloud sei lange Zeit als ernste Bedrohung angesehen worden, da es ein günstigeres Streaming-Abonnement geplant habe als Spotify. Im März 2016 habe SoundCloud jedoch seinen Abodienst mit einem Einstiegspreis von 9,99 Dollar vorgestellt – also in der Preislage des Wettbewerbs.

Aufgrund der zunehmenden Konkurrenz durch Apple und Amazon seien unabhängige Anbieter wie Spotify und SoundCloud zur Konsolidierung gezwungen, um zu überleben. SoundCloud habe mit dem Verzicht auf ein günstigeres Abonnement – auf Druck der Musikindustrie – alle Chancen auf Unabhängigkeit aufgegeben, zitiert die Financial Times den Analysten Mark Mulligan, Gründer von Midea Research.

47,5 Prozent des Musikumsatzes in Deutschland sind laut Bundesverband Musikindustrie (BVMI) mittlerweile digital. Zwar bleibt die CD mit 44,7 Prozent Marktanteil stärkstes Format der Branche, aber schon auf Platz zwei folgt Audio-Streaming (34,7 Prozent). (Grafik: Statista)47,5 Prozent des Musikumsatzes in Deutschland sind laut Bundesverband Musikindustrie (BVMI) mittlerweile digital. Zwar bleibt die CD mit 44,7 Prozent Marktanteil stärkstes Format der Branche, aber schon auf Platz zwei folgt Audio-Streaming (34,7 Prozent). (Grafik: Statista)

Erstmals soll Spotify schon im Frühjahr mit SoundCloud über einen Kauf verhandelt haben, jedoch ohne Erfolg. Auch nach der im Juni bekannt gewordenen Finanzierungsrunde, die Twitter mit 70 Millionen Dollar anführte, seien Verhandlungen am Kaufpreis gescheitert. Zu dem Zeitpunkt wurde der Wert des Unternehmens auf 700 Millionen Dollar geschätzt.

„Der Kauf von SoundCloud durch Spotify könnte ein Zeichen dafür sein, dass sie versuchen, ihren Vorsprung im Bereich Online-Musik auszubauen, da Apple, Google, und Amazon angetreten sind, aggressiver im Musikbereich zu konkurrieren“, sagte Rich Greenfield, Analyt bei BTIG Research. „Die nächste Frage ist, wird man Pandora zurücklassen und vergessen?“

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[mit Material von Steven Musil, News.com]

Themenseiten: Musik, Soundcloud, Spotify, Streaming, Übernahmen

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