IS-Hacker in den USA zu 20 Jahren Haft verurteilt

Ardit Ferizi, online bekannt als "Th3Dir3ctorY", ist selbst erst 20 Jahre alt. Der Kosovare wurde in Malaysia verhaftet und bekannte sich im Juli für schuldig. Er hatte dem IS eine Datenbank von 1300 im Militär Beschäftigten mit dem Vermerk weitergegeben: "Trefft sie schwer."

Wie das amerikanische Justizministerium jetzt mitteilt, ist vergangene Woche ein Hacker zu einer Haftstrafe von 20 Jahren verurteilt worden, der der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS oder ISIL) US-Militärdaten zur Verfügung gestellt hatte. Ardit Ferizi, online bekannt als „Th3Dir3ctorY“, ist selbst erst 20 Jahre alt.

Motivfoto Hacker (Bild: Shutterstock)Sein Fall wurde in der vergangenen Woche am Bundesbezirksgericht für den Osten des Staats Virginia unter dem Vorsitz von Richterin Leonie Brinkema verhandelt. Ihm wurde Unterstützung des IS ebenso wie Computervergehen zur Last gelegt. Unter anderem war Ferizi im Juni 2015 in einen Server eingebrochen, der persönliche Daten von Militärangestellten enthielt.

1300 Datensätze von Angestellten des US-Militärs und der Regierung soll er dem IS zugeliefert haben. Er filterte sie aus einer Datenbank eines US-Händlers aus, die mehrere zehntausend Kundeneinträge umfasste. Die Daten schickte er dem IS-Anwerber Junaid Hussain und machte sie auch via Twitter verfügbar. Sein Auftrag an den IS lautete: „Trefft sie schwer.“

Seine Aktivitäten verbarg Ferizi nicht, er verschleierte weder seine IP-Adresse noch nutzte er falsche Namen in Sozialen Netzen, was der Polizei die Identifizierung erleichterte. Festgenommen wurde er an seinem zeitweiligen Wohnort in Malaysia, stammt ursprünglich aber aus dem Kosovo. Nach seiner Auslieferung an die USA bekannte sich der Angeklagte im Juni 2016 in allen Punkten für schuldig.

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt John P. Carlin kommentierte, erstmals habe man beobachtet, dass eine Kombination aus Terrorismus und Hackeraktivität die nationale Sicherheit bedrohe. Der Fall müsse nicht nur den Strafverfolgern, sondern auch privaten Firmen als Warnruf dienen.

Die finnische IT-Sicherheitsfirma F-Secure hatte im Juni 2015 die Meinung vertreten, der IS verfüge derzeit über die besten Cyber-Angriffswaffen aller Extremisten. Solche Gruppen „sind die einzigen Angreifer, die auch ohne genaues Ziel zu attackieren bereit sind“. Gerade das mache sie gefährlich.

[mit Material von Charlie Osborne, ZDNet.com]

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Themenseiten: Hacker, Politik, Sicherheit, United States Department of Justice

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
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