Twitter verhandelt angeblich mit Google und Salesforce über Verkauf

An den Gesprächen sollen auch andere Technikfirmen beteiligt sein. CEO Jack Dorsey soll einige mögliche Käufer jedoch ablehnen. Anleger begrüßen die Verkaufsgerüchte und schicken den Kurs der Twitter-Aktie deutlich ins Plus.

Twitter verhandelt angeblich mit verschiedenen US-Technikfirmen über einen Verkauf. Wie die New York Times berichtet hat das Unternehmen unter anderem Salesforce.com und Google angesprochen. Der Kurs der Twitter-Aktie schloss daraufhin am Freitag mit einem Plus von mehr als 20 Prozent.

Twitter (Bild: Twitter)Die Gespräche stehen den Quellen der Zeitung zufolge jedoch noch am Anfang. Der Abschluss einer verbindlichen Kaufvereinbarung sei noch ungewiss. Vor allem Twitter-Gründer und CEO Jack Dorsey stehe einigen potenziellen Käufern sehr skeptisch gegenüber.

Alternativ erwäge Twitter auch die Abspaltung einzelner Geschäftsbereiche und auch einen Personalabbau. Zur Disposition ständen der Kurzvideodienst Vine und die mobile Anzeigenplattform MoPub. Seine Optionen prüfe Twitter derzeit mit Unterstützung der Investmentbanken Goldman Sachs und Allen & Company.

Die Gerüchte über einen Verkauf von Twitter heizten am Freitag die Nachfrage nach Twitter-Aktien deutlich an. Im Tagesverlauf kletterte der Kurs der Aktie um 3,99 Dollar oder 21,42 Prozent auf 22,62 Dollar. Damit kostet die Aktie aber weiterhin weniger als beim Börsengang des Unternehmens im November 2013, als Anleger 26 Dollar für einen Anteilsschein ausgeben mussten. Auch vom aktuellen 52-Wochen-Hoch von 31,87 Dollar ist der Kurs weit entfernt.

Twitter kämpft schon länger mit nur langsam wachsenden Nutzerzahlen. Im vierten Quartal 2015 waren sie sogar erstmals rückläufig. Auch die Rückkehr von Mitgründer Jack Dorsey auf den Chefsessel vor rund einem Jahr brachte bisher nicht die erwünschte Kehrtwende.

Schon Anfang des Monats hatte Recode zudem berichtet, dass das Board of Directors strategische Optionen inklusive eines Unternehmensverkaufs erörtert. Auch eine weitere Entlassungsrunde und andere kostensenkende Maßnahmen seien unvermeidlich und könnten noch vor dem Verkauf erfolgen, um das Interesse zu erhöhen. Dazu könnte nun konkret die Trennung von den nicht zum Kerngeschäft gehörenden Bereichen Vine und MoPub gehören.

Mark Mahaney, Analyst bei RBC Capital Markets, geht laut New York Times davon aus, dass Twitters Umsatzwachstum in diesem Jahr die 10-Prozent-Marke nicht überschreiten wird. Twitter müsse angesichts dieser Entwicklung schnell einen Käufer finden, um einen weiteren Verfall seines Aktienkurses zu verhindern. Seinen Kunden habe er deswegen in der vergangenen Woche empfohlen, ihre Twitter-Aktien abzustoßen.

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Stefan Beiersmann
Autor: Stefan Beiersmann
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