Galaxy Note 7: Samsung startet Austauschprogramm in Deutschland

Der Hersteller bietet außerdem einen Online-Check, der anhand der Seriennummer überprüft, ob Kunden ein fehlerhaftes Gerät nutzen. Betroffene Note-7-Modelle erhalten noch diese Woche eine Update, das die Ladung des Akku auf 60 Prozent begrenzt. Das soll die Gefahr von Unfällen minimieren.

Samsung hat mit dem Austausch seines wegen Explosionsgefahr zurückgerufenen Smartphones Galaxy Note 7 in Deutschland begonnen. Kunden, die sich bei Samsung telefonisch oder online registrieren, erhalten ein Rücksendepaket zum kostenfreien Einsenden des Galaxy Note 7. Nachdem das Gerät bei Samsung eingegangen ist, soll so „schnell wie möglich“ das Austauschgerät verschickt werden. Nach Meldungen über explodierende Akkus und verschmorte Geräte hatte Samsung den Verkauf des Galaxy Note 7 weltweit gestoppt und und eine Rückrufaktion für bereits ausgelieferte Geräte angekündigt.

Samsung startet Austauschprogramm für Galaxy Note 7 (Bild: ZDNet.de)

Kunden, die sich nicht sicher sind, ob ihr Note 7 von dem Fehler betroffen sind, können dies anhand der IMEI des Geräts überprüfen. Die Überprüfungsmöglichkeit steht derzeit allerdings nur auf der englischen Samsung-Webseite zur Verfügung. Außerdem erhalten betroffene Geräte noch diese Woche ein Firmware-Update, das die Ladekapazität des Akkus auf 60 Prozent begrenzt. Damit will der Hersteller die Gefahr von Unfällen minimieren. Generell empfiehlt Samsung aber, auf die Nutzung betroffener Geräte komplett zu verzichten.

In den USA hatte der Hersteller in Kooperation mit der Verbraucherschutzbehörde Consumer Product Safety Commission alle vor dem 15. September ausgelieferten Galaxy Note 7 zurückgerufen. Dort sind inzwischen 92 Vorfälle mit überhitzten Note 7 bestätigt. In 26 Fällen erlitten Nutzer Verbrennungen. Zudem gibt es 55 Berichte über Sachbeschädigungen. Am 1. September hatte Samsung 35 Vorfälle eingeräumt.

Note 7: Kosten für Austausch und Imageschaden könnten in die Milliarden gehen

Insgesamt sind in den USA rund eine Million Geräte betroffen. Hinzu kommen 15.405 Einheiten, die nach Mexiko geliefert wurden, und 21.953 Geräte, die Nutzer in Kanada gekauft haben. Samsung hat bisher 2,5 Millionen Exemplare gefertigt, wobei nur eine Akku-Charge fehlerhaft ist. Wie groß diese Charge ist, ist nicht bekannt.

Experten schätzen, dass die Rückrufaktion Samsung eine Milliarde Dollar oder mehr kosten könnte. Zudem bestehe die Gefahr, dass der Imageschaden weitere Einnahmeausfälle nach sich ziehe und sich der Gesamtschaden durch das fehlerhafte Note 7 auf fast fünf Milliarden Dollar summieren könne. Die Problematik hat sich auch im Börsenkurs des südkoreanischen Elektronikherstellers niedergeschlagen. Nach anfänglichen Verlusten, konnte die Aktie aber inzwischen wieder zulegen.

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Kai Schmerer
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2 Kommentare zu Galaxy Note 7: Samsung startet Austauschprogramm in Deutschland

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  • Am 19. September 2016 um 16:29 von PeerH

    Laut Bloomberg klingt das so, als würde das Management auch heute noch darüber nachdenken, ob ein Rückruf geboten ist – wenn nicht intern ein Mitarbeiter das Thema aufgeworfen hätte: „“Please recall all Note7s and exchange them with new ones. I don’t have to get my PS,” he said, referring to his profit sharing, or bonus. “It’s humiliating.”“
    __
    Und die Ursache scheint nun auch klar zu sein: „He said the phone’s battery was slightly too big for its compartment and the tight space pinched the battery, causing a short circuit.“
    __
    Womit sich meine Vermutung, warum sie nun zu 100% zu ATL gewechselt sindm bestätigt wäre. Simple Logik:
    „“After extensive testing and as reported to multiple regulatory agencies, this issue is isolated to the battery cell from one supplier only,” the company said in its statement. “All replacement Galaxy Note 7 devices will have batteries from other suppliers.”“
    __
    Und auch meine Kritik, dass Samsung herumlaviert hat, bestätigt sich: „In the U.S. for example, companies are supposed to notify the Consumer Product Safety Commission within 24 hours of uncovering problems. Instead, Samsung went public on its own and consumers didn’t have clear guidance on how to exchange their phones.“
    __
    Wie ich schrieb: dem Vorfall, der jedem Unternehmen passieren kann, folgt eine doch recht unkoordinierte Informationspolitik: „The tumult has raised questions about whether Samsung’s current management approach is sufficiently robust to handle the crisis fallout.“
    __
    Schön, dass sie in D nun mit dem Rückruf beginnen – die Zahl der Geräte sollte ja nicht so groß sein.
    __
    Quelle Bloomberg: https://goo.gl/ZwlUd2
    […]

  • Am 21. September 2016 um 18:54 von PeerH

    Der Tragödie nächster Teil: „Offenbar weigern sich Logistikunternehmen, die potenziell gefährlichen Geräte zu befördern.“
    https://goo.gl/LFOL3F
    __
    Und unklar ist sogar, ob Samsung dafür etwas kann: „… dürfen defekte Lithium-Ionen-Akkus nur mit einer Ausnahmegenehmigung per Post befördert werden. Ob das in diesem Fall nötig ist und Samsung diese beantragt hat, ist derzeit noch unklar.“
    __
    Obskur, obskur.

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