Apple zahlt in Japan 104 Millionen Euro Steuern nach

Die Summe soll bereits überwiesen sein. Der Zeitpunkt von Forderung und Zahlung ist nicht bekannt. Laut einem japanischen Sender ging es um Einnahmen, die Apple Japan für interne Softwarelizenzen an Apple Irland zahlte.

Apples iTunes-Niederlassung in Japan hat in eine Steuernachzahlung in Höhe von 12 Milliarden Yen (104 Millionen Euro) eingewilligt. Das berichten lokale Medien, die die Agentur Reuters aufgegriffen hat.

Apple (Bild: Apple)Die Gebühr wurde von der für die Region Tokio zuständigen Steuerbehörde erhoben, nachdem sie unvollkommen erfasste Einnahmen und daher zu niedrige Steuern festgestellt hatte. Laut dem japanischen Sender NHK überwies Apple Japan Teile der Gewinne aus dem App Store an die irische Apple-Tochter als interne Gebühren für Softwarelizenzen.

Die von der Steuerbehörde geforderte Summe sei inzwischen bezahlt worden, schreibt Reuters. Unklar ist, wann die Forderung erhoben wurde und wann Apple in die Zahlung einwilligte.

Ende August hatte die EU-Kommission eine Steuerabsprache zwischen Irland und Apple als illegale Staatshilfe bewertet. Demnach hat Irland Apple zu Unrecht Steuervorteile von bis zu 13 Milliarden Euro gewährt – und muss zu wenig bezahlte Steuern nachfordern. Die irische Regierung will die Entscheidung der EU anfechten.

Apple-CEO Tim Cook reagierte in einem „Kundenbrief“, der sich an die „Apple-Community in Europa“ wandte, mit scharfen Formulierungen auf die Entscheidung. Medien befürchten einen Steuerkrieg mit den USA, denen die Steuernachforderung ebenfalls missfällt.

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Insbesondere geht es der Kommission um eine zwischen 1991 und 2007 gültige Absprache zwischen Apple und der irischen Regierung. Apple zahlte in Irland einen effektiven Steuersatz von 1 Prozent und sogar noch weit weniger, wie sich inzwischen herausstellte – drastisch unterhalb des nominellen Satzes. Schon im September 2014 bewertete die EU-Kommission nach dem damaligen Stand der Ermittlungen, dass sie das Abkommen zwischen Irland und dem iPhone-Hersteller als illegale Staatshilfe einstuft.

US-Politiker hatten 2013 ebenfalls konstatiert, dass das Unternehmen aus Cupertino seine Steuerlast um mehrere Milliarden Dollar reduziert, indem es seine irische Tochtergesellschaften als in den USA nicht steuerpflichtig deklariert. Dem iPhone-Hersteller wurde vorgeworfen, er missbrauche ein Schlupfloch im US-Steuerrecht und sei auf der Suche nach dem „heiligen Gral der Steuervermeidung“. Vor einem Senatsausschuss sagte Apple-CEO Tim Cook aus, Apple zahle alle geschuldeten Steuern.

[mit Material von Steven Musil, CNET.com]

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5 Kommentare zu Apple zahlt in Japan 104 Millionen Euro Steuern nach

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  • Am 16. September 2016 um 15:26 von C

    https://goo.gl/hMOZpm

    Auch andere EU-Länder wollen noch was… nicht nur Japan.
    Und, Hessen will nicht. Noch nicht, kommt noch… Stichwort: manipulierte Verrechnungspreise. Ist noch nicht vorbei, Herr Hessischer Finanzminister!

    Und @PeerH meinte, Ich erzähle Unsinn, als Ich die Ansprüche der anderen EU-Länder in der Steuer-Frage aufgebracht hatte (siehe zdnet.de News & Blog).
    Ja, @PeerH, den Unsinn erzählst nun Du, nachweislich und mit Fakten. Erspare uns bitte auch lange, substanzlose Kommentare, die mit irgendwelchen Apple-Quellen das Gegenteil behaupten wollen oder mit Vergleichen auf Andere. Es geht um Apple hier im Artikel, nicht um die anderen US-Konzerne, die das gleiche machen. Die kommen auch noch dran, wenn Mrs. Verstager ihren Job macht.

    Vielleicht bricht das Apfel-Steuer-Karten-Haus zusammen und es wird dort besteuert, wo der Gewinn erwirtschaftet wurde – und nicht, wohin er verschoben wurde. Auch das Apple ohne Gegenwehr sofort bezahlt hat ist Bemerkenswert in der Sache.

    Und aktuell ist Apple nicht Verfahrens-Beteiligter, sondern nur die EU-Kommission und Irland. Apple war nur der illegal Begünstigte.

    • Am 19. September 2016 um 9:12 von PeerH

      Einen nicht grundsätzlich nur gegen Apple hetzenden Leser sollte es nachdenklich machen, dass Apple in Japan ohne lange Diskussionen Steuernachzahlugen leistet, die es in der EU Kommission als falsch ansieht – und denen Apple nicht nachkommen will.
      __
      Vielleicht bist Du ja auch nur zu fanatisch, um die Möglichkeit ins Auge zu fassen, dass in der EU und in Japan die Situation nicht vergleichbar sein könnte?
      __
      Lies den Satz: „…nachdem sie unvollkommen erfasste Einnahmen und daher zu niedrige Steuern festgestellt hatte.“
      Das hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Fall in Irland zu tun. Offensichtlich sind die Vorwürfe berechtigt, und Apple zahlt.
      __
      Und vielleicht liegt der ja Unterschied darin, dass in der EU die irische Regierung explizit die niedrigeren Steuersätze nicht nur angeboten hat, sondern sich die irische Regierung (!) dagegen wehrt, dass diese Steuererleichterungen nicht erheben zu dürfen? Und dass die Kommission explizit zwar diese Steuerkonsteukte zwar kritisiert, aber eben als legal betrachtet.
      __
      Sollte herauskommen, dass andere globale Konzerne ähnliche Steuervergünstigungen erhalten haben, wird a. Dein Gezeter noch unverständlicher sein, und b. der Vorwurf der Wettbewerbskommission in sich zusammenstürzen – weil offensichtlich nicht ’nur Apple‘ bevorzugt wurde. Wenn aber die Ausnahme die Regel ist, kann kaum von Wertbewerbsnachteilen gesprochen werden.
      Man wird sehen, wir sich das entwickelt.
      __
      Warum also sollte also Apple freiwillig und nachträglich Steuern nachzahlen, wenn nicht einmal die entsprechende Regierung diese als nicht nötig ansieht – und gar nicht haben will?
      __
      Du verstehst das Problem? Wirklich? Dann solltest Du nicht mehr grundlos zetern.
      __
      Du hast ganz offensichtlich nicht nur wenig Ahnung, sondern versuchst auch krampfhaft ein A wie ein Z zu betrachten – damit Deine hassverzerrte Realität irgendwie stimmig aussieht.
      Das war schon immer Dein Problem, wenn es um Apple ging.
      __
      Deswegen hälst Du auch krampfhaft an Deiner verkrampften Argumentation fest, wo es eigentlich klar sein müsste, dass das Problem ein politisches Problem ist, und dass die globalen Konzerne so lange ein leichtes Spiel haben werden, solange es in der EU kein einheitliches Steuerrecht gibt.
      __
      Das (!) ist das Problem: Steuerdumping der Regierungen. Und das ist eben nicht verboten, weil es kein einheitliches EU Steuerrecht gibt.
      __
      Und das wissen die Politiker, und sie tun nichts, um das zu ändern. kurz vor Wahlen wird dann mal seitens Gabriel und Co gezetert, um nach den Wahlen wieder in eine gemütliche Schockstarre zu verfallen – Kavalerie war gestern. Heute zählen rote Teppiche.
      __
      Und Du wärst mit Deiner Kritik glaubwürdiger, würdest Du nicht nur mit der Anti-Apple Brille die Dinge betrachten, und nur dann ätzen.
      __
      Beispiele? Hier finde ich keine Kommentare von Dir:
      Google: https://goo.gl/sOTlSo
      Hier auch nicht: https://goo.gl/lTtp51
      Facebook: https://goo.gl/59ZeId
      __
      Und hier? In UK und Google? ‚C‘ schweigt, natürlih
      https://goo.gl/G23rMV
      __
      Überraschung: hier hast Du was geschrieben – einen irgendwie gequält klingenden Satz: einen einzigen ;-)
      https://goo.gl/evjTN9
      __
      Und weil er so bemerkenswert „hetzerisch“ ist, und damit man ihn mit Deinem Kommentar oben vergleichen kann – hier ist dieser, vor Ungerechtigkeit geradezu „wütende“ Satz:
      „Was Apple in Irland nicht darf, darf MS in GB ebenso nicht: spezielle Steuer-Absprachen abweichend vom Gesetz.“
      __
      Klingt irgendwie, als wäre Dein Mund voller Kreide? ;-)
      __
      Fakt ist: Steuervermeidung wird von allen globalen Konzernen betrieben. Steuervermeidung wird ihnen in der EU durch ein fehlende EU-weite einheitliche Steuergesetzgebung einfach gemacht. Steuervermeidung ist ganz offensichtlich nicht illegal.
      __
      Und – ganz wichtig – dieses sehr alte Thema könnte seitens der Politik jederzeit beendet werden – wenn sie denn wollen würde. Sie will nicht.
      Entsprechend glaubwürdig sind dann vor Wahlen die Aussagen einiger Nasen.

      • Am 23. September 2016 um 14:10 von C

        und hier sehen wir mal wieder, wie VORBILDLICH das sog. Vorzeige-Unternehmen ist:

        goo.gl/Koz5D6

        Nämlich: gar nicht.

        Zitat aus dem Artikel:
        „… „Apple entzieht sich nicht nur seiner Verpflichtung zur korrekten Zahlung von Steuern“, betonte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.“

        Und Mr. @PeerH erzählt weiterhin seine Märchen…

  • Am 16. September 2016 um 16:09 von Judas Ischias

    Vielleicht sollten dann die „Experten“ für das US-Steuerrecht mal ein paar „richtige Steuerbetrüger“ mit an Bord nehmen, natürlich zu einem vernünftigen Honorar.
    Denn die Leute die für die US-Regierung die Gesetze ausarbeiten, scheinen wohl alles „Gutmenschen“ zu sein, die nicht mit der „Schlechtigkeit“ der „richtigen“ Steuerbetrüger oder der „Experten“ aus den Firmen rechnen.
    Denn sonst gäbe es dieses besagte, und anscheinend immer noch nicht geschlossene, Steuerschlupfloch nicht.
    Aber nein, da jammern die Politiker schon seit 2013 rum, statt etwas an diesen Dingen zu ändern.
    Aber ist ja hier in Europa auch so, denn sonst würde sich die Geschichte hier ja nicht fortsetzen.

  • Am 18. September 2016 um 16:45 von ckOne

    Das kommt weil das Steuerrecht, auf der ganzen Welt viel zu kompliziert ist. Einfache Regeln ohne Möglichkeiten für irgendwelche Schlupflöcher, würden die völlig legitime Suche nach genau diesen im Keim ersticken. Aber wenn es immer mehr Steuergesetze gibt, dann wird der Steuerdschungel nur noch ür den begehbar der es sich leisten kann die besten Steuerfachleute zu bezahlen. Sprich der kleine zahlt die Steuern, die großen vermeiden Sie, aber halten als erste die Hand auf, wenn es was zu holen gibt.
    Es ist nicht die Schuld der Firmen, sondern der Politiker.

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