Unister – Verdacht auf Datenschutzmissbrauch

Der Insolvenzverwalter von Unister stoppt aufgrund von Datenschutzproblemen den Versand von Newslettern. Eine unberechtigte Verwendung von E-Mail-Adressen könne man bei Unister derzeit nicht ausschließen.

Wegen Datenschutzproblemen stoppt der Insolvenzverwalter von Unister den Versand von Newslettern. Lucas Flöther könne derzeit laut eigenen Angaben nicht ausschließen, dass für den Versand von Newslettern Adressen verwendet werden, für die das Unternehmen keine Berechtigung besitzt.

Gegenüber der Bild Am Sonntag hatte Flöther erklärt, dass personenbezogene Daten möglicherweise unberechtigt verwendet wurden, beziehungsweise keine Berechtigungen vorliegen. Daher habe er darauf gedrängt, dass der Versand sämtlicher Newsletter sofort eingestellt werde.

Thomas Wagner. (Bild: Unister)Thomas Wagner. (Bild: Unister)

Bereits im April 2015 soll laut dem Bericht der Datenschutzbeauftragte des Unternehmens in einem internen Bericht die Löschung von etwa der Hälfte aller Unternehmensweit verwendeten E-Mail-Adressen gefordert haben, weil diese offenbar im Konflikt mit dem Datenschutz standen. Dieser Adressen-Pool wurde von dem Unternehmen für den Versand von Newsletter und Werbemailings verwendet.

So sollen etwa 50 Prozent der knapp 28 Millionen Adressen eine „fehlende Einwilligung oder fehlenden Kundenstatus“ haben. Die geforderte Löschung sei aber laut Flöther „nicht dokumentiert“ daher müsse er jetzt davon ausgehen, dass diese nicht erfolgt sei und das Unternehmen auch weiterhin mit den Adressen arbeite.

Die entsprechenden Adressen habe Unister auf Portalen wie ab-in-den-urlaub.de oder fluege.de gesammelt oder von Händlern erworben. Werbung darf aber nur dann verschickt werden, wenn eine ausdrückliche Einwilligung des Adressaten vorliegt.

Insolvenzverwalter Flöther habe nun ein Team ins Leben gerufen, das die Verwendung von Daten im Unternehmen untersuchen soll. Das umstrittene Unternehmen von Thomas Wagner meldete vor einigen Wochen kurz nach dem Flugzeugabsturz des Gründers Insolvenz an. Der Bericht über mögliche Datenschutzverstöße könnten Flöthers Pläne über einen Verkauf der Gruppe belasten.

 

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