Android 7.0: Updates für Flaggschiffe – aber verbreitete Smartphones gehen leer aus

Hersteller nennen Geräte, die sie auf Android 7.0 aktualisieren wollen, halten sich aber mit Terminen zurück. Insbesondere die Flaggschiff-Modelle der namhaften Hersteller erfahren ein Update. Qualcomm will nicht daran schuld sein, dass Hersteller verbreitete Geräte mit Snapdragon 800/801 nicht aktualisieren.

Nach der Veröffentlichung von Android 7.0 Nougat kommt ein Smartphonehersteller nach dem anderen aus der Deckung und nennt die Geräte, für die ein Update auf die neue Version von Googles Mobilbetriebssystem vorgesehen ist. Chipdesigner Qualcomm will nicht auf sich sitzen lassen, dass seine eingestellte Unterstützung für Snapdragon 800/801 Hersteller an der Aktualisierung von verbreiteten Smartphones hindert.

Android 7.0 Nougat (Bild: Google)

Klar war von vornherein, dass Google schon in den ersten Wochen nach der Veröffentlichung Geräte seiner Nexus-Reihe durch Over-the-Air-Updates aktualisiert. Android 7 erhalten so Nexus 5X, Nexus 6, Nexus 6P, Nexus 9, Nexus Player, Pixel C sowie Android-One-Geräte.

Schon früh legte auch Sony seine Aktualisierungspläne offen. Demnach sind Updates vorgesehen für die Modelle Xperia Z3+, Xperia Z4 Tablet, Xperia Z5, Xperia Z5 Compact, Xperia Z5 Premium, Xperia X, Xperia XA, Xperia XA Ultra and Xperia X Performance. Konkrete Termine nannte der Hersteller nicht, versprach aber die Bereitstellung für so viele Geräte und so schnell wie möglich. Er machte außerdem darauf aufmerksam, dass es sich bei der Verteilung der Software um einen schrittweisen Prozess handelt und die Verfügbarkeit des neuen Mobilbetriebssystems daher von der jeweiligen Region und dem Netzbetreiber abhängen kann.

Noch nicht besonders auskunftsfreudig ist allerdings mit Samsung der wichtigste Hersteller von Android-Geräten. Klar ist, dass das eben mit Android 6 eingeführte Galaxy Note 7 eine schnelle Aktualisierung auf Nougat erfahren soll. Mit Updates ist grundsätzlich auch bei den Flaggschiff-Modellen Galaxy S6, S6 Edge, S6 Edge+, S7 und S7 Edge zu rechnen – aber eine offizielle Stellungnahme steht noch aus.

Als „so süß“ avisierte HTC Android Nougat für seine Smartphone-Modelle HTC 10, HTC One A9 sowie HTC One M9. Zuerst soll dabei das HTC 10 im vierten Quartal mit der Aktualisierung an die Reihe kommen, während One A9 und One M9 später folgen. Eine klare und zeitnahe Ankündigung, aber für Unmut sorgte zugleich die Verschiebung des Updates von HTC One A9 nach hinten. Ursprünglich hatte der Hersteller dafür eine Aktualisierung innerhalb von 15 Tagen nach Googles Nexus-Geräten zugesagt. Das war für viele ein wichtiges Kaufargument, die HTC jetzt vorwerfen, ein Update-Versprechen gebrochen zu haben.

HIGHLIGHT

Android und das Update-Problem

Nach der "Mutter aller Sicherheitslücken" in 2015, dem sogenannten Stagefright-Bug, versprachen die Hersteller Besserung in Form von monatlichen Sicherheitsupdates. Allerdings gibt es nur wenige Firmen, die diese Ankündigung in die Tat umgesetzt haben.

Huawei hat für sein günstiges Oberklasse-Smartphone Honor 8 und das Honor 5C Updates auf Android 7 bereits zugesagt. Zu erwarten sind Updates auf die neue Android-Version aller Erfahrung nach auch für die aktuellen Flaggschiff-Modelle bekannter Smartphonehersteller wie Lenovo und ZTE.

Wenn es aber keine Updates für relativ aktuelle Geräte gibt, will offenbar niemand daran schuld sein. In die Kritik geriet zuletzt Qualcomm, weil es laut XDA Developers den Support für Snapdragon 800 sowie 801 aufgibt und keine neuen Grafiktreiber für sie entwickelt, um Googles neue Grafikschnittstelle Vulkan zu unterstützen. Damit bestückte Geräte können daher praktisch keine offiziellen Updates auf Android 7.0 Nougat erhalten, weil sie Googles Compatibility Test Suite (CTS) ohne Unterstützung der Vulkan-API nicht erfolgreich absolvieren könnten. Betroffen sind viele verbreitete Smartphones wie Nexus 5, HTC One M8, LG G3, Galaxy S5 und Sony Xperia Z3.

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Das Samsung Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge im Business-Einsatz

Die Samsung-Smartphones Galaxy S7 und S7 Edge zählen unter Privatanwendern zu den beliebtesten Android-Smartphones. Dank Samsung KNOX und dem kürzlich aufgelegten Enterprise Device Program sind sie auch für den Unternehmenseinsatz gut geeignet.

Der Chipdesigner nahm dazu jetzt Stellung, ohne wirklich Einzelheiten zu nennen und auf den Bericht einzugehen. Er reichte den Schwarzen Peter vielmehr ohne große Umstände an die Smartphonehersteller weiter. „Qualcomm Technologies arbeitet eng mit unseren OEM-Kunden zusammen, um verschiedene Versionen von Android zu implementieren und zu unterstützen“, heißt es in der Erklärung. „Die Zeitspanne, in der ein Chipset unterstützt wird und Update-Versionen des Betriebssystems für Verbraucher verfügbar sind, hängt vom OEM-Produktzyklus ab. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Gerätehersteller oder Netzbetreiber zu kontaktieren und dort nach Informationen zur Unterstützung von Android 7.0 Nougat nachzufragen.“

Tipp: Sind Sie ein Android-Kenner? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de

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2 Kommentare zu Android 7.0: Updates für Flaggschiffe – aber verbreitete Smartphones gehen leer aus

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  • Am 29. August 2016 um 21:41 von Rodeo

    Nun ja, niemand will etwas böses offen zugeben, weil sonst sein Ansehen in der Öffentlichkeit leidet. Das Spielchen ist also „natürlich“.

    Es hat ja auch etwas Gutes wenn aktuelle Geräte kein Update auf das neuste Android bekommen, wo wäre dann der Anreiz sich ein neues Gerät zu kaufen?!

  • Am 30. August 2016 um 8:51 von Dennis Brown

    Durch die Querstellung der Entwickler, sollte Nougat ein Flop werden.. Google intressiert sich für Erfolgszahlen – wenn die ausbleiben, ändern die etwas.
    Defakto – cool bleiben, abwarten

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