Südkorea startet Kartelluntersuchung zu Google

Konkrete Vorwürfe sind nicht bekannt, es soll aber bereits eine Durchsuchung der koreanischen Zentrale erfolgt sein. 2013 hatte Südkorea eine Untersuchung Googles abgebrochen. Bei damals 11,7 Prozent Marktanteil bei der Mobilsuche sei Missbrauch unwahrscheinlich.

Südkorea hat eine formale Untersuchung eingeleitet, die prüfen soll, ob Google gegen nationales Kartellrecht verstößt. Die kurze Erklärung der Korea Fair Trade Commission (KFTC) hat die Agentur Reuters aufgegriffen. Konkrete Vorwürfe wurden nicht genannt.

Google (Bild: ZDNet.de)Reuters zufolge kam es in Seoul schon zu einer Durchsuchung der Google-Zentrale. Diese Beweisaufnahme sei bereits im Juli erfolgt, heißt es.

Es ist nicht die erste Untersuchung von Googles Marktposition und ihres möglichen Missbrauchs in Südkorea. Die vorangegangene endete 2013 allerdings mit einer Art Freispruch: Die Behörde kam zu dem Schluss, dass Googles Geschäftspraktiken – etwa die auf Android-Geräten vorinstallierte Suchmaschine – nur „äußerst geringe“ Auswirkungen auf die koreanischen Märkte für Suche und Mobile hätten.

Die KFTC verwies auf Googles Marktanteil von 11,7 Prozent im Jahr 2013, der damals zudem seit zwei Jahren rückläufig war. Das mache eine Beteiligung an wettbewerbsfeindlichen Praktiken unwahrscheinlich. Ausdrücklich hieß es: „Googles Marktanteil in Europa bei der Mobilsuche übersteigt 90 Prozent, was sich von der Situation in Korea komplett unterscheidet.“

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Von den Mainframes der 1960er-Jahre bis zur gegenwärtigen cloud-orientierten Entwicklung haben sich Rechenzentren enorm gewandelt. Als Anwendungen missionskritisch wurden und Desktop-Server in professionelle Rechenzentren umgezogen wurden, nahm die Anzahl physischer Server in den Rechenzentren exponentiell zu.

Gerade ist Google in Russland zu rund 6 Millionen Euro Geldstrafe verurteilt worden. Es soll seine dominante Stellung im Markt für mobile Software missbraucht haben. Mitbewerber wie der russische Suchanbieter Yandex seien nicht in der Lage, ihre Angebote wie Kartenanwendungen oder Suchmaschinen in Android zu integrieren. Das US-Unternehmen weist die Vorwürfe zurück und prüft weitere Schritte.

Auch die EU-Kommission ermittelt wegen Android gegen Google. Im April sandte sie der Muttergesellschaft Alphabet die Beschwerdepunkte zu. Auch hier geht es um die Beschränkungen, die Google Herstellern von Android-Geräten und Mobilfunknetzbetreibern auferlegt. Dazu zählen Bedingungen, die den Herstellern vorschreiben, einen Katalog seiner Apps geschützt vorzuinstallieren, wenn sie Googles Android-Distribution nutzen möchten. Darunter ist der Browser Chrome. Auch die Standardsuche müsse die von Google sein.

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