AWS führt Kinesis Analytics ein

Der Dienst ermöglicht, Datenstreams per SQL-Abfrage in Echtzeit zu filtern und auszuwerten. Für den Elastic Block Store gibt es einen neuen Application Load Balancer mit Container-Unterstützung. Im Bereich Elastic Block Store senkt Amazon die Preise um 47 Prozent.

Amazon Web Services (AWS) hat auf einer Veranstaltung in New York mit Kinesis Analytics einen neuen Dienst zur Auswertung großer Datenmengen in Echtzeit vorgestellt. Für Nutzer von Elastic Load Balancing (ELB) gibt es parallel einen neuen Application Load Balancer, der auch Anwendungen in Containern unterstützt.

Kinesis Analytics basiert, wie der Name andeutet, auf der für SQL-Daten optimierten Livestreaming-Plattform Kinesis und richtet sich besonders an deren Nutzer. Kinesis wird in den Amazon-Rechenzentren Irland (EU), Nordvirginia (US East) und Oregon (US West) angeboten. Der Preis variiert nach Anzahl der benötigten Recheneinheiten.

Funktionsdiagramm Kinesis Analytics (Bild: Amazon)

Laut AWS‘ „Chief Evangelist“ Jeff Barr lassen sich mit Kinesis Analytics Rekordmengen an Daten in Echtzeit analysieren. Er schreibt: „Sie können jetzt fortlaufend SQL-Abfragen auf Ihren Datenstrom anwenden, um sie zu filtern, zu transformieren und zusammenzufassen, während sie noch eingehen. Sie können sich darauf konzentrieren, die Daten zu verarbeiten und sie für Ihr Geschäft zu nutzen, statt Ihre Zeit mit der Infrastruktur zu verschwenden. Sie können eine komplette mächtige Stream-Verarbeitungspipeline in fünf Minuten aufsetzen, ohne etwas Komplexeres als eine SQL-Abfrage zu schreiben.“

Das seit 2009 verfügbare Elastic Load Balancing wird um einen neuen Application Load Balancer (ALB) ergänzt. Er lässt sich durch den Entwickler definieren, während der bisherige Load Balancer – der jetzt Classic Load Balancer heißt – eigene Kriterien anwendet. Amazon-CTO Werner Vogels verspricht dadurch „vollständige Kontrolle über individuelle Komponenten“.

HIGHLIGHT

Von der APP-Economy zur API-Economy

Seit Smartphones den Markt erobert haben, gehören Apps zu unserem Alltag, und zwar in den verschiedensten Bereichen. Während sich Unternehmen derzeit mehr mit ihrer App-Strategie beschäftigen, beginnen innovativere Firmen damit, sich eine besser definierte Strategie zuzulegen, die sogenannte Apifizierungsstrategie des Geschäfts.

Die Vielzahl der Ankündigungen von Amazon umfasst auch erneute Preissenkungen. So wird der Service Elastic Block Store um 47 Prozent billiger, der sich etwa für Backups von Daten in S3 nutzen lässt. Das AWS API Gateway hat neue Tarif- und Nutzungsmodelle erhalten, je nach Zugangsstufe, Nutzerkategorien und dergleichen Kriterien. Es ermöglicht AWS-Kunden, ein Ökosystem rund um eine Programmierschnittstelle (API) aufzubauen.

Vortrag von Amazon-CTO Werner Vogels (Screenshot: ZDNet.com)Vortrag von Amazon-CTO Werner Vogels (Screenshot: ZDNet.com)Amazon-CTO Vogels legte in seiner Rede dar, wie die Kunden General Electric (GE) und Lyft diverse Aspekte von AWS nutzen. GE war demnach das letzte Unternehmen des Aktienindexes S&P 500, das keine Dienste von AWS bezog. Jetzt zieht es 9000 Arbeitslasten in die Cloud um und reduziert die Zahl der eigenen Rechenzentren. „Warum? Weil sie sich zu einem digitalen Unternehmen entwickelt haben“, sagte Vogels pointiert.

Amazon sei das weltweit am meisten auf den Kunden fixierte Unternehmen, auch in Cloudgeschäft, sagte Vogels. Als Amazon selbst noch IT-Dienste ankaufen musste, sei das furchtbar gewesen – einer der Gründe, die Cloudsparte hochzuziehen. Er überließ es dann Lyft-CTO Chris Lambert, zu schildern, wie er den Mitfahrdienst mit der Hilfe von AWS im Jahr 2014 innerhalb eines Tages um 24 neue Städte erweiterte.

[mit Material von Natalie Gagliordi, ZDNet.com]

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