Gründer Bill Maris verlässt Google Ventures

Er möchte nach eigenen Angaben eine Auszeit nehmen. Konflikte mit Google Capital und Reibung wegen der Investitionsstrategie der Alphabet-Tochter will er nicht bestätigen: "Ich gehe, weil alles großartig ist."

Gründer und CEO Bill Maris informiert, dass er die früher Google Ventures genannte Alphabet-Tochter GV verlässt. Laut Recode scheidet er diese Woche aus. Sein Nachfolger wird demnach der bisherige Managing Partner David Krane.

Google Ventures (Bild: GV)Maris hatte Google Ventures 2009 gegründet. Er studierte zuvor Neurowissenschaften an der Universität Middlebury in Vermont und war an der Gründung eines Webhosting-Unternehmens beteiligt.

Krane stieß 2010 zu Google Ventures, war zu diesem Zeitpunkt aber schon nahezu zehn Jahre als PR-Chef für Google tätig. TechCrunch berichtet, Krane sei bei GVs Investitionen in Nest Labs, Uber und Blue Bottle Coffee federführend gewesen.

Über den Abgang von Maris heißt es bei TechCrunch, er sei in vor einem knappen Jahr Vater geworden und habe Freunden gesagt, er müsse erst einmal wieder „den Akku auffüllen.“ Recode hingegen sieht einen Konflikt zwischen Google Capital und GV als möglichen Grund. Maris selbst sagte der Publikation, mit Alphabet habe seine Entscheidung nichts zu tun, und Krane sei ein guter Freund: „Ich gehe, weil alles großartig ist.“

Alphabet muss damit einen weiteren namhaften Abgang verkraften. Kürzlich hatte es sich von Nest-Gründer (und iPod-Erfinder) Tony Fadell getrennt. Mit Chris Urmson schied gerade der Technikchef der Sparte für selbstlenkende Autos aus. Und GV verlor kürzlich auch Rich Miner, einen der Android-Erfinder, der immerhin weiter bei Google tätig sein wird, und zwar im Bildungsbereich.

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GV investiert derzeit etwa 500 Millionen Dollar pro Jahr, was es zu einer wichtigen Kraft im US-Techniksektor macht. Über das Jahr 2015 sagte es im Rückblick, es habe weniger Basisfinanzierung geleistet: Seed-Investitionen unter 300.000 Dollar seien systematisch heruntergefahren worden. Maris bedauerte als CEO auch das mittlerweile verbreitete Zögern von Start-ups, an die Börse zu gehen. Dass der Anteil von Heimanwender-Start-ups im Portfolio von 8 auf 24 Prozent gestiegen war, bezeichnete er dagegen als Zufall.

Maris nannte in einer kurzen Zusammenfassung zudem zwei Eckzahlen der Bilanz 2015. Demnach investierte GV im Gesamtjahr in 39 Start-ups. Und es verwaltet ein Gesamtbudget an 2,4 Milliarden Dollar an ausgegebenen Investitionen.

GV ist neben Google Capital eine von zwei Investitionstöchtern von Alphabet. Das erst Anfang 2014 gegründete Capital beschäftigt sich mit bereits etablierten, stark wachsenden Firmen, das 2009 etablierte Google Ventures dagegen mit Start-ups. 2012 machte es erstmals Investitionsschwerpunkte öffentlich.

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Gründer Bill Maris verlässt Google Ventures

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  • Am 11. August 2016 um 22:03 von PeerH

    Komisch: wenn alles ‚großartig“ ist, gehe ich nicht. Andere Länder, andere Sitten. Muss eine ansteckende Google Manager Krankheit sein. ;-)

    • Am 12. August 2016 um 19:28 von Baerticher

      Ist doch alles Augenwischerei.
      Die Machenschaften dieses Konzerns scheinen wohl das Problem zu sein.
      Selbst Leute „ganz oben“ werden zu Sachen verdonnert, die ihnen gegen die Hutschnur geht.
      Da bleibt nur ein „möglichst smarter“ Abgang.
      Die Anti-Google-Bewegung gibt es ja nun schon länger.
      Diese Leute sollten sich aber nun endlich mal organisieren.
      „Die Macht“ ist schon viel zu lange viel zu groß!

  • Am 12. August 2016 um 19:58 von Judas Ischias

    Wieso wird hier eigentlich der Tony Fadell als iPod-Erfinder genannt?

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