Google testet Richtfunk an bis zu 24 US-Standorten

Das zeigt ein stark geschwärzt veröffentlichter Antrag bei der FCC. Zunächst veranschlagt Google einen Zeitraum von 24 Monaten. Richtfunkverbindungen im Spektrum 3,4 bis 3,8 GHz sollen teuer zu verlegende Glasfaserverbindungen ergänzen.

Ein Antrag bei der US-Behörde Federal Communications Commission (FCC) lässt weitere Rückschlüsse auf Googles geheimes Richtfunk-Testprogramm zu. Das Unternehmen beantragt Testgenehmingungen für die von ihm entwickelte Technik an 24 US-Standorten. Der beanspruchte Frequenzbereich liegt zwischen 3,4 und 3,8 GHz.

Google (Bild: Google)Zu den Teststandorten zählen Boulder in Colorado, Nebraska, Omaha, Provo und Utah – also überwiegend Standorte von Google Fiber. Tatsächlich hofft Google, mit seinen „experimentellen Sendern“ auf bestimmten Strecken Glasfaserverlegung überflüssig zu machen. Bisher gab es schon einen Test in Kansas auf dem 3,5-GHz-Band.

Der von Google zunächst veranschlagte Testzeitraum beträgt 24 Monate. Über die von ihm genutzte Technik ist wenig bekannt, außer dass es sich um Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, also Richtfunk handelt und dass die Übernahme des 2003 gegründeten ISPs Webpass vor zwei Monaten wohl damit im Zusammenhang steht.

Gegenüber Business Insider gab Google eine kurze Stellungnahme zu dem stark geschwärzten FCC-Antrag ab: „Wir prüfen die Realisierung eines Funknetzes, das auf neu verfügbarem Spektrum basiert. Das Projekt ist heute in einem sehr frühen Stadium, aber wir hoffen, dass die Technik eines Tages Kunden umfangreicheren Internetzugang wird liefern können.“

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Tatsächliche und geplante Standorte von Google Fiber (Bild: Google)Tatsächliche und geplante Standorte von Google Fiber (Bild: Google)Das in den letzten Jahren ambitioniert ausgeweitete Google Fiber hatte sein Wachstum zuletzt verlangsamt. Anders als geplant erschloss es noch keine kalifornischen Städte wie San Jose. Die Verlegung von Glasfaser ist teuer, aufwändig und langsam. Hier könnte Punkt-zu-Punkt-Richtfunk als Ergänzung ansetzen, wie der verantwortliche Manager Craig Barratt im April in einem Interview erklärte. Der jeweilige Funkturm soll ans Glasfasernetz angeschlossen sein.

Eine Richtfunkanbindung käme laut Barratt vor allem für Wohn- und Büroviertel in Frage, die nicht so dicht besiedelt sind, dass es sich lohnt, sie per Glasfaser als „Fiberhood“ (wie Google das nennt) zu erschließen. Außer Google Access experimentieren etwa auch das Start-up Starry in Boston und Facebooks Terragraph mit vergleichbarer Technik. Und traditionelle Netzbetreiber nutzen Richtfunk ohnehin, um entlegene Standorte oder auch große Firmen in ihr Netz einzubinden. Die Technik hat sich allerdings bisher nicht in dem Rahmen durchsetzen können, wie das vor 40 Jahren erwartet wurde.

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