Notfallpatient lässt sich von Tesla Autopilot ins Krankenhaus bringen

Ein Anwalt aus Missouri erlitt auf dem Heimweg von der Arbeit eine Lungenembolie. Statt einen Krankenwagen zu rufen, nutzte er das teilautomatische System seines Fahrzeugs. Das Parken vor der Notaufnahme übernahm er dann wieder selbst.

Ein US-Fahrer hat sich von einem Selbstlenksystem des Typs Tesla Autopilot nach einer Lungenembolie ins Krankenhaus bringen lassen. Der 37-jährige Joshua Neally aus Missouri befand sich auf dem Rückweg von der Arbeit, als ihn der Schmerz im Auto überfiel.

Model S (Bild: Tesla Motors).Model S (Bild: Tesla Motors)Statt das Fahrzeug abzustellen und einen Krankenwagen zu rufen, ließ sich Neally von der Automatik mehr als 30 Kilometer in ein Krankenhaus chauffieren, wie die BBC berichtet. Das Parken vor der Notaufnahme übernahm dann noch einmal der menschliche Fahrer.

Im Krankenhaus wurde dann eine Lungenembolie festgestellt, wie sie im Jahr bis zu 900.000 Amerikaner jährlich erleiden. 60.00 bis 100.000 im Jahr sterben daran.

Neally sagte dem Radiosender KY3, er habe sich für die Nutzung des Autopilot in Absprache mit seiner Frau entschieden, die er zuvor anrief. Die Embolie habe die schlimmsten Schmerzen seines Lebens verursacht. Autopilot sei vielleicht nicht perfekt – „das ist keine Technologie“. Aber falls er ohnmächtig geworden wäre, hätte das System zumindest verhindert, dass er ein anderes Fahrzeug oder eine Felswand gerammt hätte. Der Tesla-Fahrer ist von Beruf Anwalt.

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Tesla Autopilot ist ein teilautomatisiertes System der Stufe 2. Sein Einsatz fordert die durchgängige Aufsicht eines menschlichen Fahrers, wobei es beim Aktivieren laut Hersteller stets hinweist. Wie ein Volvo-Entwickler im Frühjahr kritisierte, wird es dennoch oft irrtümlich für eine Vollautomatik gehalten.

Vor zwei Monaten ereignete sich der erste tödliche Unfall während der Nutzung von Tesla Autopilot. Die Technik übersah bei tiefstehender Sonne einen querenden weißen Sattelschlepper. Der Fahrer soll seine Aufsichtspflicht verletzt und einen Film angesehen haben.

[mit Material von Charlie Osborne, ZDNet.com]

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
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2 Kommentare zu Notfallpatient lässt sich von Tesla Autopilot ins Krankenhaus bringen

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  • Am 10. August 2016 um 13:19 von Paul Freitag

    Ein Patient mit Lungenembolie wird wohl kaum am selben Tag das Krankenhaus verlassen können.
    Zudem ist mir bislang nur bekannt, dass die Teslafahrzeuge nicht autonom abbiegen können. 30 Kilometer geradeaus mit Autopilot? Ich bitte Sie…
    Gefundene Story, die sich Tesla zu seinem Vorteil ziehen wird.

    • Am 10. August 2016 um 19:10 von PeerH

      Ich hab das so verstanden, dass der Tesla bis zur Ausfahrt per Autopilot gefahren ist, und von der Ausfahrt war es dann nicht mehr weit bis zum Krankenhaus – die Strecke ist der Fahrer dann selber gefahren.
      Wenn man sich elend führt, war das sicher eine gewisse Entlastung, und für den Mann eine Hilfe, aber ich würde den Fall auch nicht überbewerten.
      Vielleicht wollen die Medien etwas wiedergutmachen, was sie durch die vorherige hysterische Berichterstattung verbockt haben.

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