WLAN in Indien: Facebook sucht Partner für kommerziellen Start

Ein Testlauf umfasste 125 lokale Hotspots. Der Zugang soll von ISPs gegen Gebühr, aber "erschwinglich" angeboten werden. Laut der indischen Telekommunikationsbehörde werden eigentlich 800.000 Hotspots im Land benötigt.

Facebook hat den Test eines WLAN-Hotspot-Angebots namens „Express Wi-Fi“ in Indien weitgehend abgeschlossen. Es verhandle jetzt mit Internet-Service-Providern (ISPs) über eine kommerzielle Einführung, berichtet die indische Economic Times.

Facebook (Bild: Facebook)Das Pilotprojekt umfasste 125 Hotspots in ländlichen Gegenden. Als Providerpartner war der Staatskonzern Bharat Sanchar Nigam beteiligt. Angesichts von 462 Millionen Internetnutzern in Indien ist jetzt eine Ausweitung angedacht. Schließlich lassen die typischen Durchsätze im Land noch zu wünschen übrig: In einer Breitband-Statistik von Akamai liegt Indien auf Rang 131 von 189 angeführten Ländern.

Facebook bestätigte Gespräche, wollte aber keine Namen von ISPs nennen. Auch überlässt es das Geschäftsmodell angeblich den Partnern. „Wir testen derzeit in Indien das Programm Express Wi-Fi, das Kunden die Möglichkeit gibt, schnelle, zuverlässige und erschwingliche Datenpakete von ihrem lokalen ISP zu beziehen, um über örtliche Hotspots aufs Internet zuzugreifen“, sagte ein Sprecher der Zeitung.

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Öffentliches WLAN hat sich in Indien laut der Telekommunikationsbehörde des Landes bisher zu wenig durchgesetzt: Während sich die Zahl der Hotspots im weltweiten Schnitt zwischen 2013 und 2016 um 568 Prozent steigerte, waren es in Indien gerade einmal 12 Prozent. Man brauche 800.000 zusätzliche Hotspots, um das Ziel von einem Hotspot für je 150 Menschen zu erreichen.

Das kommerzielle Projekt ist Facebooks zweiter Anlauf, den Zugriff auf seine Dienste in Indien zu erleichtern und sich so einen Markt mit über einer Milliarde Menschen zu erschließen. Sein „Zero-Rating“-Dienst Free Basics war im Februar 2016 endgültig gescheitert, als er als Verstoß gegen die Netzneutralität untersagt worden war.

Facebook zeigte sich daraufhin enttäuscht und gab sich einmal mehr als gemeinnütziger Fürsprecher der Armen: „Unser Ziel war es, mit einer offenen, nicht exklusiven und freien Plattform mehr Menschen ins Internet zu bringen. Wir werden unsere Bemühungen fortsetzen, Hindernisse auszuräumen und den nicht Verbundenen einen einfacheren Weg ins Internet zu bieten.“

CEO Mark Zuckerberg ergänzte: „Indien ins Internet zu bringen ist ein wichtiges Ziel, das wir nicht aufgeben, weil mehr als eine Milliarde Menschen in Indien keinen Zugang zum Internet hat.“ Das Internet sei in der Lage, Menschen aus der Armut zu helfen und Millionen von Jobs zu schaffen. Außerdem biete es vielfältige Bildungsmöglichkeiten.

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