Geschätzte 55 Millionen Euro bei Bitcoin-Börse gestohlen

Bitfinex stellt zur Aufklärung des Vorfalls "alle verfügbaren Ressourcen" ab. Bis dahin stellt es den Betrieb ein und bittet die Kundschaft um Geduld. Seine Konten für andere Kryptowährungen sind nicht betroffen.

Die Bitcoin-Wechselbörse Bitfinex ist nach einem möglicherweise kostspieligen Sicherheitsvorfall vorerst offline. Bei einem von ihr eingeräumten Diebstahl kamen nach ersten Schätzungen 119.756 Bitcoin abhanden, im Gegenwert von derzeit etwa 54,6 Millionen Euro.

bitcoin (Bild: Bitcoin Foundation)Die Höhe des Betrags hat Bitfinex allerdings nicht auf seiner Website bestätigt. Die Information stammt von einem Reddit-Nutzer, der sich als leitender Angestellter der Börse ausgibt, nämlich als Kommunikationsdirektor Zane Tackett. Er deklariert die Angabe als erste Schätzung.

Klar ist, dass es einen Diebstahl gab. Bitfinex prüft noch, welche seiner Kunden betroffen sind und in welcher Höhe. Ziel der laufenden Untersuchung ist es demnach, eventuelle Verluste auszugleichen, um den Betrieb wieder aufnehmen zu können. Das Unternehmen betont auch, es seien nur Bitcoin-Wallets betroffen, aber keine anderen Kryptowährungen.

Seine Kunden bittet Bitfinex um Geduld, solange es die Ursachen und Folgen des Vorfalls untersuche. Man habe den Fall den zuständigen Behörden gemeldet und arbeite mit ihnen zusammen. „Wir sind angesichts dieses Zwischenfalls sehr betroffen und stellen für seine Klärung alle verfügbaren Ressourcen ab.“

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Der Wechselkurs von Bitcoin brach infolge von Bitfinex‘ Mitteilung um etwa 20 Prozent ein. Dabei war die Kryptowährung zuletzt im Aufwind: Im April erhielt etwa mit Bitstamp erstmals eine Bitcoin-Wechselbörse eine EU-Lizenz, nämlich in Luxemburg. Sie gilt seit 1. Juli in allen Mitgliedsstaaten der Union. Die Anforderungen umfassen jährliche Buchprüfungen durch Ernst & Young.

Ein Dämpfer waren hingegen die von der EU im Juli vorgeschlagenen strengeren Regeln für Bitcoin-Zahlungen. Sie würden ein Ende anonymer Zahlungen mit virtuellen Währungen bedeuten. Deren Anbieter müssen ihre Kunden künftig gemäß der Geldwäscherichtlinie wie jede andere Bank auch kontrollieren. Die neuen Regeln könnten zum Jahresende in Kraft treten.

Frühere Diebstähle trafen schon die Wechselbörsen Mt. Gox, Cryptoine, Flexcoin und Poloniex. Sie alle stellten das Geschäft in der Folge ein.

[mit Material von Asha McLean, ZDNet.com]

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