Google erzwingt verschlüsselten Zugriff auf google.com

Dazu implementiert es HTTP Strict Transport Security (HSTS). Dieses Verfahren wird von allen führenden Browsern unterstützt. Der Anteil verschlüsselter Verbindungen zu Google von aktuell rund 80 Prozent soll so weiter steigen.

Google hat für seine Domain google.com den Sicherheitsmechanismus HTTP Strict Transport Security (HSTS) implementiert. Das bedeutet, dass ein unverschlüsselter Zugriff auf diese zentrale Google-Domain nicht mehr möglich ist.

(Bild: Shutterstock/Cousin_Avi)HSTS ermöglicht Websitebetreibern, Zugriffe auf HTTPS – die sichere, weil verschlüsselte Variante des Hypertext Transport Protocol – einzuschränken, um Angriffe durch SSL-Stripping und Entführung von Verbindungen als Man-in-the-Middle zu verhindern. Alle großen Browser, darunter Chrome, Edge, Internet Explorer und Safari, unterstützen diesen Standard.

„HSTS verhindert, dass Nutzer versehentlich HTTP-URLs ansteuern, indem es unsichere HTTP-URLs durch sichere HTTPS-URLs ersetzt“, erklärt Jay Brown, den Google im Sicherheitsbereich als Senior Technical Program Manager beschäftigt. „Anwender könnten solche HTTP-URLs ansteuern, indem sie eine Adresse ohne Protokollangabe in die Adresszeile eingeben, oder indem sie Links auf anderen Websites folgen.“

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Geht man nach der von Chrome verwendeten HSTS-Preload-Liste, zählen die Dienste Docs, Gmail, Hangouts, Inbox und der Play Store zu denen, die von der HSTS-Implementierung betroffen sind. Googles Ziel ist eine Verschlüsselung jeglichen Traffics von und zu seinen Produkten und Diensten, wenn auch nicht von einem Moment auf den anderen.

Aktuell sind etwa 80 Prozent der Requests verschlüsselt, die an Googles Server gehen. Dieser Anteil steigt konstant. Beispielsweise erfolgt seit 2014 aller Gmail-Traffic verschlüsselt. Dienste wie Maps, News oder auch Werbung ziehen langsam nach.

HTTPS-Anteil bei Google-Zugriffen (Screenshot: ZDNet.com)HTTPS-Anteil bei Google-Zugriffen (Screenshot: ZDNet.com)

Brown merkt auch an, dass eine Einführung von HSTS normalerweise kein großes Problem darstellt. Google habe aber eine Reihe Schwierigkeiten umschiffen müssen, darunter gemischte Inhalte (die HSTS normalerweise blockieren würde) und alte Dienste, die erst aktualisiert werden mussten.

Um technische Probleme zu umgehen, weist Google das Verfallsdatum seiner Seiten derzeit noch im Header mit einem Tag Lebensdauer (max-age) aus. Sie werden also täglich neu vom Browswer geladen, statt sie aus dem Cache zu holen. Mittelfristig soll dies aber auf mindestens ein Jahr erhöht werden.

[mit Material von Liam Tung, ZDNet.com]

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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