Microsoft streicht weitere 2850 Stellen weltweit

Allein 900 Arbeitsplätze fallen angeblich einer Reorganisation der Verkaufsabteilung zum Opfer. Die neue Kündigungswelle will Microsoft bis Mitte 2017 abschließen. Derzeit hat Microsoft 114.000 Beschäftigte weltweit.

Microsoft plant den Abbau von weiteren 2850 Stellen weltweit. Die Entlassungen gehen über die 1850 Arbeitsplätze hinaus, deren Streichung das Unternehmen im Mai 2016 angekündigt hatte. Die neue Reorganisation will der Softwarekonzern im Geschäftsjahr 2017 abschließen, das am 1. Juli 2016 begonnen hat.

Microsoft-Schild vor Gebäude 99 des Redmond-Campus (Bild: Microsoft)„Zusätzlich zu der Streichung von 1850 Positionen, die wir im Mai 2016 angekündigt haben, werden wir als Erweiterung unserer ursprünglichen Pläne im Lauf des Jahres die Zahl der Mitarbeiter um etwa 2850 reduzieren“, heißt es in einer Börsenpflichtmeldung. „Der Abschluss dieser Maßnahmen wird bis zum Ende des Geschäftsjahrs 2017 erwartet.“

Der Meldung zufolge hatte Microsoft am 30. Juni 114.000 Vollzeitbeschäftigte, davon 63.000 in den USA. Die neue Kündigungswelle kostet damit rund 2,5 Prozent der Beschäftigten ihren Job

Der größte Teil der Betroffenen wurde laut Quellen der ZDNet-Bloggerin Mary Jo Foley bereits informiert. Darunter sind demnach rund 900 Beschäftigte, die durch eine Reorganisation der Verkaufsabteilung ihren Arbeitsplatz verlieren.

Microsoft reduziert schon seit 2014 kontinuierlich die Zahl seiner Mitarbeiter. Im Juli 2015 kündigte das Unternehmen den Wegfall von 7800 Stellen an – überwiegend in der Smartphone-Sparte und zusätzlich zu dem im Jahr zuvor bekannt gegebenen Abbau von 18.000 Arbeitsplätzen. Microsoft schrieb zu dem Zeitpunkt zudem 7,6 Milliarden Dollar auf die Akquisition des finnischen Handyherstellers Nokia ab.

Finnische Medien berichteten schließlich im Februar von weiteren Entlassungen bei Microsoft Mobile Oy, der aus Nokia hervorgegangenen finnischen Niederlassung von Microsoft. Sie kamen demnach zu den im Juli angekündigten 7400 Kündigungen hinzu. Das gilt auch für die im Mai 2016 weggefallenen 1850 Stellen in der Smartphoneabteilung. Damit werden bis Sommer 2017 beziehungsweise seit 2014 mehr als 30.000 Microsoft-Mitarbeiter ihren Job verloren haben.

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Die Mobilsparte ist weiterhin Microsofts Sorgenkind. Im abgelaufenen vierten Fiskalquartal (bis 30. Juni) gingen ihre Einnahmen um 71 Prozent zurück. Den Marktforschern von Kantar Worldpanel Comtech zufolge kommt Windows Phone aktuell in Europa nur noch auf einen Marktanteil von 4,6 Prozent. Daran dürfte sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern, da Microsoft keine Lumia-Smartphones mehr entwickelt und andere Hersteller die entstandene Lücke bisher nicht mit eigenen Geräten gefüllt haben.

Als Folge musste das Unternehmen zuletzt auch das vor rund einem Jahr ausgegebene Ziel aufgeben, bis Mitte 2018 Windows 10 auf eine Milliarde Geräte zu bringen. „Wir sind mit der Entwicklung bis heute zufrieden, aber aufgrund der Fokussierung unseres Smartphone-Hardware-Geschäfts wird es länger dauern als das Fiskaljahr 2018, um unser Ziel von einer Milliarde aktivierter Geräte zu erreichen“, sagte Yusuf Mehdi, Corporate Vice President der Windows and Devices Group.

[mit Material von Mary Jo Foley, ZDNet.com]

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4 Kommentare zu Microsoft streicht weitere 2850 Stellen weltweit

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  • Am 29. Juli 2016 um 17:13 von PeerH

    Gibt bei Microsoft nix mehr zu tun, deswegen müssen die Leute gehen? Oder bedient Nadella hier nur die Analysten und Anleger, indem er die Kosten zu senken versucht? So hübscht man seine durchwachsenen Zahlen natürlich auch auf. Zulasten von 2.850 Menschen, die nun gehen müssen. Neben der nahezu gesamten Ex-Nokia Lumia Mitarbeitern, die bereits gefeuert wurden.
    Wenn man als Manager keinen Plan hat: Dezimierung wird immer von den Anlegern honoriert.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dezimation
    Nur müssen diese Leute sicher nicht wegen ‚Feigheit‘ vor dem Feind leiden, sondern wegen Nadellas durchwachsener Erfolgsstatistik.

    • Am 31. Juli 2016 um 1:09 von Mike

      Ach Peer, was soll das immer? Bei Cook läuft auch nicht alles rund und wenn Du ehrlich bist, weißt Du das auch. Ich würde zum Beispiel gern einen neuen Mac kaufen, finde aber gerade im gesamten Produktportfolio (iPhone und iWatch mit eingeschlossen, einzige Ausnahme iPad) kein Gerät, was meinen Vorstellen, Wünschen und finanziellen Möglichkeiten entspricht und das hat viel mit den in den letzten Jahren eingeführten Limitierungen zu tun. Was mach ich also? Ich bleibe erst mal bei dem, was ich habe. Und ich bin nicht der einzige, dem es so geht. Es gibt viel, was es bei Microsoft zu kritisieren gibt, aber es gibt auch ne Menge was es bei Apple zu kritisieren gibt. Und im Vergleich zu Ballmer macht Nadella jedenfalls ne ganze Menge besser, das Problem mit WinPhone hat vor ihm schon existiert. Die Geräte können noch so gut sein, nützt nix, wenns keiner kauft. Frag die Brombeere. Die können ein Lied davon singen. Was mich an MS und Nadella viel mehr stört, als dass er Bereiche strafft, die nicht profitabel genug sind, ist, dass MS nach wie vor auf Methoden aus Gates Zeiten setzt, wie zuletzt mit Cortana und nicht mehr abschaltbar, Win10-quasi-Zwangsupdates etc. Also all das, was von Nutzern zu recht als Bevormundung erlebt wird, aber ich bin mir nicht sicher, ob sich Siri in OS 10.12 noch abschalten lassen wird. Und ich mag einfach keine Wanzen in meiner Wohnung, egal von welchem Konzern, ob nun Apple, Google, Microsoft, Samsung oder wem auch immer. Und Apple ist ja nun auch nicht gerade der Hort der Freiheit. Apple steht ja zum Beispiel oft auf „Zwangsbeglückung“. Da gibts viele Dinge im Detail, die Leute, die gern selber entscheiden, was sie gern hätten, im Regen stehen lassen. Kleines Beispiel im Detail: versuch mal unter OS 10.11 die Symbole in der Finderfensterseitenleiste einzufärben, weil man so einen wichtigen Ordner schneller finden könnte. Dazu muss man jede Menge Dinge aushebeln. Und warum: Weil Apple ein „konsistentes Nutzererlebnis“ schaffen will. Wenn ich schon immer höre „Nutzererlebnis“. Seit wann ist eine Behinderung meines Arbeitsflusses ein Erlebnis. Es ist schon was dran, dass Apple ein freundlicher Diktator ist und ehrlich gesagt ist auch nicht immer freundlich. Wieso kann ich zum Beispiel einen Rechner aus 2008 nicht auf OS 10.9 upgraden? Das ist ne Frechheit! Nur damit Apple wieder neue Erfolgszahlen vermelden kann, das ist auch nich so ewig viel besser als die Win 10 Zwangs“beglückung“. Du machst Dich einfach unglaubwürdig, wenn bei MS immer alles schlecht und bei Apple immer alles gut ist. Es sind beides Konzerne, die zuerst und vor allem an ihre ganz eigenen Interessen denken. Wir Nutzer sind für die eher nützliche Idioten.

      • Am 1. August 2016 um 20:04 von PeerH

        Ich wüsste nicht, dass es bei Apple etwa 30.000 Mitarbeiter den Job verloren hätten – so viel zu ‚auch bei Cook läuft nicht alles so gut‘.

        Zum Thema ‚Zwangsbeglückung‘ achenke ich mir mal die Anmerkungen. Vertane Zeit. Ich wüsste auch nicht, dass ich jemals ‚alles‘ bei Apple als gut bezeichnet hätte. Der Umkehrschluss, dass ich Vieles bei Microsoft kritisiere, ist nicht schlüssig. Warum? Weil ich auch Apple Dinge kritisiere. Und es gibt nur weniger Ansatzpunkte zu Kritik.

        Den Ärger über das Thema Updateversorgung sehr alter Hardware (ein Rechner von 2008 ist etwa acht Jahre alt) verstehe ich. Es sollte durchaus dem Anwender überlassen sein, ob er eine inakzeptable, zu schlechte Performance riskiert. Auf mein altes Netbook konnte ich Win 7 auch mit 1 GB RAM installieren, was wenig zufriedenstellend war – aber es ging.
        Aber wenn man z.B. die Festlegung bei iOS kritisiert, dass es nach kurzer Zeit keinen Weg zurück mehr gibt, dann hat sich das – teils berechtigter Kritik zum Trotz – als durchaus vernünftig erwiesen. Den Qualcomm Fix (durch Hardware Probleme) kann man bei Android umgehen, indem man auf eine ältere Version zurückgeht – inkl. Zugriff auf die Nutzerdaten (=Verschlüsselung umgangen). Bei iOS ist das nicht möglich – selbst wenn es die Hardware betroffen hätte.

        Wie shon oft genug gesagt: alle kochen sie nur mit Wasser. Und ich sage selber nie, dass iOS und OS X ’sicher‘ wären – sie sind nur sicherER als Windows (Win 10) und Android (Updateversorgung). Dass man diese zusätzlich sinnvoll absichern kann, das ist klar, aber es hilft den 08/15 Anwendern nichts, wenn sie theoretisch ein sichereres System haben könnten.

  • Am 31. Juli 2016 um 11:20 von Mac-Harry

    She ich anders. Das ist eine kluge Entscheidung nach sehr vielen Fehlentscheidungen. Microsoft hat verstanden, dass sie das Smartphonegeschäft nicht erfolgreich bearbeitet haben und jetzt die Schlacht komplett gegen Google und Apple in diesem Segment verloren haben. Da ist es nur konsequent, seine „Experten“, die keiner mehr braucht, auch einfach wieder frei zusetzen.

    Azure dagegen entwickelt sich offenbar gut. Wozu also Ressourcen in toten Bereichen halten, die man definitiv gegen mächtige und erfolgreiche Wettbewerber verloren hat?

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