Microsoft macht KI-Plattform Project Malmo als Open Source verfügbar

Sie steht jetzt auf GitHub bereit und ermöglicht Tests von Algorithmen in der virtuellen Welt des Spiels Minecraft. Microsoft zufolge ist das besser als bisherige Testumgebungen und billiger als der Einsatz von Robotern. Die Minecraft-Daten ersetzen dabei von Robotersensoren gesammelte Informationen.

Wie Mitte März angekündigt, hat Microsoft den Quelltext seiner KI-Plattform Project Malmo jetzt allgemein auf GitHub verfügbar gemacht. Zur Erprobung von KI-Algorithmen nutzt es die Welt des Spiels Minecraft. Entwickelt wurde die bisher unter dem Namen „Project AIX“ bekannte Plattform für Künstliche Intelligenz von Microsofts Labor im britischen Cambridge.

Primäres Ziel von Project Malmo ist es, die KI-Forschung voranzubringen. Für Start-ups stellt die Plattform einen günstigen, effizienten Weg dar, KI-Programmierung zu testen, ohne dafür Roboter bauen und ein Verständnis für physische Objekte schaffen zu müssen.

Laut Forschungsleiterin Katja Hofmann und ihrem Kollegen Matthew Johnson soll Project Malmo die allgemeine KI-Forschung vorantreiben (Bild: Scot Eklund/ Red Box Pictures).Laut Forschungsleiterin Katja Hofmann und ihrem Kollegen Matthew Johnson soll Project Malmo die allgemeine KI-Forschung vorantreiben (Bild: Scot Eklund/ Red Box Pictures).

Sie besteht aus einer Mod für die Java-Version und einem Code, der es Agenten für Künstliche Intelligenz ermöglicht, mit der offenen virtuellen Welt von Minecraft zu interagieren. Beide Komponenten laufen unter Linux oder OS X ebenso wie Windows. Der eigentliche KI-Code kann in einer beliebigen Sprache geschrieben sein.

Durch die Interaktion mit der Minecraft-Welt sollen die Agenten mit der Zeit lernen, wie sie Konversationen führen, Entscheidungen treffen und komplexe Aufgaben erledigen können. Project Malmo kann laut Forschungsleiterin Katja Hofmann auch für „bestärkendes Lernen“ eingesetzt werden, bei dem der KI-Agent nach der Trial-and-Error-Methode vorgeht und für richtige Entscheidungen belohnt wird.

Hofmann zufolge eignen sich bisher verfügbare Umgebungen nur für sehr schlichte Tests von KI-Agenten. Minecraft sei eine vergleichsweise komplexe virtuelle Umgebung, die auch tiefgreifendere Tests ermögliche – und natürlich deutlich günstiger als der Bau oder Erwerb von Robotern sei, mit denen Algorithmen in der realen Welt getestet werden können.

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Dabei ersetzen die Informationen aus Minecraft die Sensordaten, die bei einem Roboter dem Algorithmus zur Verfügung stehen würden. Dazu sei „allgemeine Künstliche Intelligenz“ nötig, die imitiere, wie Menschen Informationen sammeln und Entscheidungen treffen, so Hofmann. Das sei weit schwerer, als etwa Wörter und Befehle zu erkennen und Daten zu speichern. „Wir versuchen, die Werkzeuge dafür bereitzustellen, dass die Menschen Fortschritte in diesen wirklich sehr komplexen Forschungsfragen erzielen.“

Microsoft hat die Plattform um einige neue Funktionen erweitert, die es Entwicklern erlauben, Bots zu erstellen, die sich untereinander, aber auch mit Menschen unterhalten können. Forscher haben außerdem die Möglichkeit, die Spielgeschwindigkeit von Minecraft und damit ihre Experimente zu beschleunigen.

Das Minecraft-Entwicklungsstudio Mojang samt dem Simulationsspiel selbst hatte Microsoft 2014 für 2,5 Milliarden Dollar gekauft. Kritikern erklärte Microsofts Chefstratege Jeff Teper zwei Monate später, Minecraft sei ein Entwicklungswerkzeug. Schon Achtjährige könnten damit Welten aufbauen. Sie seien die künftigen Nutzer von PowerPoint und Visual Studio. So war es nur konsequent, im Januar 2016 auch MinecraftEdu zu übernehmen – eine für den Schulunterricht ausgelegte Version.

[mit Material von Charlie Osborne, ZDNet.com]

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Themenseiten: Forschung, Künstliche Intelligenz, Microsoft, Open Source

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Björn Greif
Autor: Björn Greif
Redakteur ZDNet.de
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