Spotify wirft Apple wettbewerbsfeindliches Verhalten vor

Der Brief von Rechtsabteilung zu Rechtsabteilung ging auch diversen US-Politikern zu. Apple lehnte nach längerem Hickhack eine Spotify-App ohne Abo-Angebot ab. Spotify droht mit US- und EU-Wettbewerbsrecht.

Spotify wirft Apple in einem Brief vor, ihm durch Abweisung einer neuen Version seiner App „ernsthaften Schaden“ zuzufügen. Das Schreiben von Spotifys Chefsyndikus Horacio Gutierrez an seinen Apple-Kollegen Bruce Sewell wird von Recode zitiert. Der Publikation zufolge datiert es vom 26. Juni und wurde auch mehreren US-Kongressmitgliedern zugestellt.

Spotify (Bild: Spotify)Demnach lehnte Apple die neue Spotify-App ab, da Spotify Apples Abrechnungssystem für die Neukunden-Akquise nutzen müsse. „Dieser jüngste Vorfall bringt ernsthafte Bedenken hinsichtlich des Wettbewerbsrechts sowohl in den USA als auch Europa auf. Apple legt weiter das beunruhigende Verhalten an den Tag, dass es Spotify unter iOS ausschließt und seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Apple Music einschränkt, besonders wenn man Apples früheres wettbewerbsfeindliches Verhalten gegenüber Spotify bedenkt. […] Wir können nicht einfach zusehen, während Apple den Genehmigungsprozess für den App Store als Waffe einsetzt, um Konkurrenten zu schaden.“

Zu den Politikern, die eine Kopie des Schreibens erhielten, dürfte Senator Elizabeth Warren gezählt haben. Sie kritisierte diese Woche Apple, Amazon sowie Google wegen wettbewerbsfeindlicher Praktiken und schrieb: „Apple nutzt seit langem seine Kontrolle über iOS, um Wettbewerb im Musikbereich zu zerquetschen.“

Innerhalb von iOS-Apps erlaubt Apple – anders als Google bei Android – keine Bezahlung mit einem anderen System als dem eigenen. Abodienste dürfen aber Kunden via iOS-App versorgen, die auf anderem Weg ein Abo abgeschlossen haben. Diese alternativen Bezahlmöglichkeiten dürfen nur nicht in der App beworben werden.

Bucht ein Anwender sein Spotify-Abo über iTunes, stehen Apple im ersten Jahr 30 Prozent Umsatzbeteiligung zu. Ab dem zweiten Jahr gelten neuerdings 15 Prozent. Spotify reicht diese Mehrkosten an die Kunden weiter, indem es bei Buchung in der App etwa in Deutschland 13 statt sonst 10 Euro für Spotify Premium fordert. Das lässt sein Angebot im Vergleich zu Konkurrenten unattraktiver aussehen.

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Apple Music (Bild: Apple)In der jüngsten Zeit warb Spotify mit drei Probemonaten zum Preis von 99 Cent für seinen Musikdienst, falls der Kunde das Abonnement auf seiner eigenen Site abschließt. Apple verbot ihm, diese Aktion in der App zu bewerben. Daraufhin entschied Spotify, Abos per In-App-Kauf unter iOS komplett zu deaktivieren. Diese Version seiner App scheint Apple abgelehnt zu haben, was zu dem jetzigen Brief und der enthaltenen Drohung mit dem Kartellrecht führte.

Mit rund 30 Millionen Abonnenten ist Spotify derzeit etwa doppelt so groß wie das in dieser Form erst 2015 gestartete Apple Music. Auch andere Firmen beschweren sich über Apples Modell. Amazon-CEO Jeff Bezos deutete kürzlich an, der Konzern verkaufe Apples Settop-Box Apple TV wegen ihrer Aboklauseln nicht mehr.

[mit Material von Joan E. Solsman, CNET.com]

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