US-Behörde untersucht ersten tödlichen Unfall mit Tesla-Autopilot

Mit der Voruntersuchung geht keine Bewertung einher. Tesla hat den Unfall selbst untersucht. Ein weißer Sattelschlepper wurde vor einem hellen Himmel weder vom Fahrer noch von der Automatik bemerkt, und das Tesla Model S schoss unter ihm durch.

Die US-Bundesbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) hat wegen eines tödlichen Autounfalls Ermittlungen aufgenommen: Der Fahrer eines Tesla Model S von 2015 hatte den Autopilot aktiviert, als er am 7. Mai 2016 in Florida verunglückte. Das mache eine Untersuchung des Fahrassistenten erforderlich, lässt die NHTSA wissen.

Model S (Bild: Tesla Motors).Model S (Bild: Tesla Motors)Zunächst handelt es sich um eine Voruntersuchung, dem ersten Schritt eines Wegs, der theoretisch mit einem Rückruf enden könnte. Noch ist damit aber kein Urteil verbunden, etwa dass das Fahrzeug einen Defekt aufwies – oder auch, dass es keinen aufwies.

Tesla hatte den Vorfall selbst der NHTSA gemeldet und auch ein eigenes Unfallteam mit einer Untersuchung des Unfallorts beauftragt. Wie es in einem Blogbeitrag berichtet, hat es selbst am Mittwoch dieser Woche von der Untersuchung erfahren.

„Was wir wissen, ist, dass das Auto auf einem zweispurigen Highway mit Mittelstreifen unterwegs und Autopilot aktiv war, als ein Sattelschlepper kreuzte. Weder Autopilot noch Fahrer bemerkten die weiße Seite des Sattelschleppers vor einem hellen Horizont, weshalb die Bremse nicht betätigt wurde“, fasst Tesla zusammen. Aufgrund der Höhe des Sattelschleppers raste das Tesla Model S unter dem Anhänger hindurch. „Wäre das Model S gegen Vorder- oder Rückseite des Sattelschleppers gestoßen, hätte sein fortschrittliches Sicherheitssystem für Unfälle wahrscheinlich auch bei großer Geschwindigkeit ernsthafte Verletzungen verhindert, wie es das bei zahlreichen ähnlichen Umfällen tat.“

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Tesla merkt auch an, dass es der erste tödliche Unfall war, der im Zusammenhang mit Autopilot steht, obwohl Fahrer 130 Millionen Meilen (über 200 Millionen Kilometer) mit dem selbstlenkenden System zurückgelegt haben. Statistisch passiert in den USA je ein tödlicher Unfall pro 94 Millionen zurückgelegte Meilen.

Das Unternehmen schreibt: „Wenn nun mehr reale Meilen zusammenkommen und die Software-Logik zunehmend auch seltene Vorkommnisse berücksichtigt, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung weiter. Autopilot wird ständig besser, aber es ist nicht perfekt und erfordert weiter, dass auch der Fahrer aufmerksam bleibt.“

Tesla merkt an, Autopilot informiere bei der Aktivierung, dass die Kontrolle weiter beim Fahrer liege. Trent Victor, der bei Volvo an Crashvermeidung arbeitet, sagte im April, Tesla Autopilot sei eine „Möchtegern“-Lösung: „Es hinterlässt den Eindruck, es sei mehr, als es eigentlich ist.“ Schließlich könne ein Tesla-Fahrer nicht wirklich die Hände vom Lenkrad nehmen, da im Notfall die Kontrolle von einem Augenblick auf den anderen an ihn übergehe. Daher arbeite Volvo an einem voll autonomen Fahrzeug, das sicherer sei.

[mit Material von Stephanie Condon, ZDNet.com]

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
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3 Kommentare zu US-Behörde untersucht ersten tödlichen Unfall mit Tesla-Autopilot

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  • Am 1. Juli 2016 um 13:36 von PeerH

    Was soll ein Volvo Mitarbeiter über ein Produkt eines Wettbewerbers sonst sagen – die sind besser? Oder gar: die sind weiter als wir? Eben.

  • Am 1. Juli 2016 um 17:00 von C

    Große Sprüche, die der Volvo Mitarbeiter von sich gibt. Tragischer Unfall.

    Für mich ist Fakt – mit oder ohne KI, mit oder ohne Quanten-Computer – dass Ich einen PKW immer selber steuern will, egal ob bei 30 oder 300 km/h.

    Keine SW (mit oder ohne KI Fähigkeiten) der Welt wird alle Situationen richtig einschätzen können. Der Mensch kann das ebenso nicht. Ich vertraue aber lieber meinen Fähigkeiten als irgendwelchen Algorithmen und Sensoren.

    • Am 2. Juli 2016 um 1:32 von PeerH

      Tja: während in Villa Tesla schon seit einigen Jahren munter gefahren wird, ist man bei Villa Volvo noch immer am planen und ankündigen. ;-)

      Merke: durch Ankündigungen verändert man nicht die Welt, auch nicht durch das Schlechtreden von Wettbewerbern, die Welt verändert man durch Taten. Am besten durch die eigenen.

      Oder wie sagte es Ghandi einmal: „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“
      Ignorieren und lachen sind vorbei, nun läuft Phase drei – bekämpfen.

      Und dann verlieren sie. Geschichte wiederholt sich doch. :-)

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