Itanium-Streit mit Oracle: HPE erhält 3 Milliarden Dollar Schadenersatz

Die Geschworenen übernehmen damit HPEs ursprüngliche Forderung. Oracle will gegen das Urteil Beschwerde einreichen. Es wirft nun seinerseits HPE Vertragsbruch vor.

Hewlett Packard Enterprise hat sich im Rechtstreit um den Support für Server mit Intels Itanium-Prozessoren gegen Oracle vorläufig durchgesetzt. Eine Jury sprach dem Unternehmen die geforderte Entschädigung in Höhe von 3 Milliarden Dollar zu, wie Bloomberg berichtet. Nach Ansicht der Geschworenen ist Oracle einer gerichtlichen Anordnung aus dem Jahr 2012 nicht nachgekommen.

Hewlett Packard Enterprise (Bild: Hewlett Packard Enterprise)In erster Instanz hatte ein US-Gericht im August 2012 entschieden, dass Oracle vertraglich verpflichtet ist, seine Produkte weiterhin für Itanium-Server von HP anzubieten. Die Frage einer Entschädigung ließ das Gericht jedoch offen.

Eigentlich hatte Oracle 2011 angekündigt, die Entwicklung neuer Software-Versionen für Itanium-Prozessoren einzustellen, weil Intel selbst nicht mehr hinter der Architektur stehe. HPE warf Oracle daraufhin vor, es wolle sich bewusst gegenüber dem Wettbewerb seitens HPE abschotten und dessen Kunden schaden. Es unterstellte Oracle zudem, die Itanium-Unterstützung aufgrund der Übernahme von Sun Microsystems und dessen Servergeschäft eingestellt zu haben.

Oracles Beschwerde gegen dieses Urteil lehnte ein Berufungsgericht Anfang 2013 ab. Kurz darauf nannte ein von HPE beauftragter Wirtschaftsexperte erstmals Zahlen zu einer möglichen Entschädigung: Bis zum Jahr 2020 sollte sich der Schaden auf bis zu 4,2 Milliarden Dollar belaufen. Anfang Juni 2016 reduzierte HPE die Zahl schließlich auf 3 Milliarden Dollar.

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Sie beinhaltet Umsätze in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar, die HPE in dem Zeitraum zwischen Oracles Ankündigung, den Support einzustellen, und der Kehrtwende im September 2012 entgangen sein sollen. Weitere 1,3 Milliarden Dollar will HPE haben, weil Oracles Entscheidung dem Ruf der Itanium-Plattform und damit auch den Verkäufen nach September 2012 geschadet haben soll.

Oracle will Bloomberg zufolge auch dieses Urteil nicht kampflos hinnehmen. „Vor fünf Jahren hat Oracle eine Ankündigung zur Softwareentwicklung gemacht, die sehr genau die Zukunft der Itanium-Prozessoren widerspiegelte. Zwei Prozesse haben nun klar gezeigt, dass sich der Itanium-Chip dem Ende seiner Lebenszeit näherte. HPE wusste das und hat diese Tatsache aktiv seinen Kunden verheimlicht“, sagte Dorian Daley, Chefanwalt von Oracle.

Oracle gehe weiterhin davon aus, dass es sich nicht vertraglich verpflichtet habe, seine Software für die Itanium-Plattform anzubieten. Seit dem ersten Urteil liefere Oracle seine neueste Software auch für Itanium-Systeme aus, obwohl HPE und Intel die Entwicklung schon vor Jahren eingestellt hätten. Zudem sei nun klar, dass die vertraglichen Pflichten für beide Seiten gälten – HPE habe jedoch seine eigenen Verpflichtungen nicht erfüllt.

[mit Material von Larry Dignan, ZDNet.com]

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Themenseiten: Gerichtsurteil, Hewlett Packard Enterprise, Oracle, Prozessoren, Server

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Stefan Beiersmann
Autor: Stefan Beiersmann
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