Facebook holt früheren Google-Fiber-Chef

Kevin Lo soll dort Strategie und Ausbau von Infrastrukturprojekten verantworten. Die umstrittene Free-Basics-App fällt nicht in seine Zuständigkeit. Bei Google hatte er bis 2015 fünf Jahre lang das Glasfaser-Providergeschäft Fiber aufgebaut.

Facebook hat Kevin Lo als Vizepräsidenten für „Infrastruktur-Konnektivität und -Investitionen“ vorgestellt. Er soll also für den Ausbau von Zugangs-Aktivitäten in Partnerschaft mit Providern verantwortlich sein. Erfahrung damit hat er als früherer General Manager von Googles Glasfaser-Initiative Google Fiber.

Facebook (Bild: Facebook)„Ich werde helfen, unsere Strategie und Investitionen zu formen, um mit Partnern Funktechniken und Ökosysteme aufzubauen, die die Netzwerkverfügbarkeit weltweit verbessern“, schreibt der Manager auf Facebook. Recode merkt an, das beziehe sich auf Projekte wie Terragraph, das Breitband-Durchsatzverbesserungen für überlastete Metropolnetzwerk verspricht – oder auch auf Facebooks Transatlantikkabel-Kooperation mit Microsoft und Telefónica.

Hingegen hat Lo laut Recode nichts mit Free Basics zu tun, der umstrittenen Zero-Rating-App für Entwicklungsländer. Auch wolle Facebook nicht wie Google Fiber selbst kommerzieller Zugangsanbieter werden.

Lo leitete Googles Glasfaser-Internetsparte fünf Jahre lang, nämlich ab 2015 – und baute es von einem Mondflug-Projekt zu einem rentablen Angebot aus. Er verließ den Konzern 2015, kurz vor der Neuausrichtung mit Alphabet als Mutterkonzern.

Bei Facebook berichtet Lo an Jason Taylor, Vice President of Infrastructure. Sein Beitrag zeigt, dass er die übliche Facebook-Rhetorik schon gut beherrscht: „Das Internet kann neue Chancen für Engagement, Bildung und wirtschaftliches Wachstum bieten“, schreibt er, „es wird aber zunehmend deutlich, dass wir ziemlich viele Leute außen vor lassen.“

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Im April hatte Facebook zwei Systeme zur Internetanbindung unterversorgter Regionen vorgestellt. Terragraph zielt auf die Bereitstellung von Breitbandinternet in dicht besiedelten Städten ab, in denen das vorhandene Netzwerk regelmäßig überlastet ist. Aries soll hingegen die Anbindung in ländlichen Gebieten verbessern, indem es das bestehende Drahtlosfrequenzspektrum effizienter nutzt. Beide sind dem Telecom Infra Project des Konzerns zuzurechnen. Dabei handelt es sich um ein auf die Verbesserung der Konnektivität abzielendes Pendant des Open Compute Project.

Im Gegensatz zu Facebooks Internetdrohne Aquila folgen Terragraph und Aries einem terrestrischen Ansatz für den Internetzugang. Die solarbetriebene Drohne, die an einen überdimensionierten Bumerang erinnert, kann entlegene Regionen aus der Luft mit mindestens 10 GBit/s versorgen.

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Themenseiten: Facebook, Glasfaser, Internet, Netzwerk

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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