Apple gegen Trump: Keine Unterstützung für Parteitag der Republikaner

Der iPhone-Hersteller reagiert damit auf umstrittene Äußerungen des wahrscheinlichen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Wie andere Unternehmen unterstützte Apple bislang Parteitage beider Parteien. Google und Facebook bleiben Unterstützer der Republikaner, Microsoft hilft nur noch mit Technik.

Apple wird den Parteitag der Republikanischen Partei nicht wie bei früheren Präsidentschaftswahlen unterstützen – weder finanziell noch durch die Bereitstellung von Technik. Zu den Gründen wollte der iPhone-Hersteller nicht öffentlich Stellung nehmen. Es sickerte jedoch durch, dass die Entscheidung aufgrund populistischer Äußerungen des wahrscheinlichen republikanischen Kandidaten Donald Trump fiel.

Donald Trump bei einer Rede auf der Conservative Political Action Conference 2015 in Washington (Bild: CC BY-SA 3.0, Gage Skidmore)Donald Trump bei einer Rede auf der Conservative Political Action Conference 2015 in Washington (Bild: CC BY-SA 3.0, Gage Skidmore)

Trump agitiert gegen mexikanische Einwanderer, will eine Mauer an der Grenze zu Mexiko errichten, äußert sich herabsetzend über Frauen, denkt über rassenbezogene Profile in der Polizeiarbeit nach, will Muslimen die Einreise in die USA verweigern sowie Hürden aufbauen, um die Handelsbeziehungen mit China zu erschweren. Er wollte Apple zur Fertigung in den USA zwingen und rief sogar zu einem Boykott gegen Apple auf, um das Unternehmen zur Aufgabe sicherer Verschlüsselungstechnik zu bewegen. „Was glauben die denn, wer sie sind?“ sagte er über Apples Weigerung, das FBI bei der Entsperrung eines iPhone 5C zu unterstützen.

Apple sieht aufgrund seines Unbehagens über solche Äußerungen von einer Unterstützung der Republican National Convention im Juli ab, erfuhr die New York Times von zwei mit der Entscheidung vertrauten Informanten. Dabei gehe es nicht nur um seine Ansichten zum Handel mit China und der Datenverschlüsselung, sondern auch um seine Kommentare über Muslime und Einwanderer.

Üblicherweise unterstützen große Unternehmen die Parteitage sowohl der Demokraten als auch der Republikaner. Obwohl der Immobilienmogul und TV-Entertainer Trump in den Vorwahlen die erforderlichen Delegierten für seine Wahl zum offiziellen Präsidentschaftskandidaten der Republikaner gewinnen konnte, ist er selbst in seiner Partei stark umstritten und fiel zuletzt in den landesweiten Umfragen zurück. Um nicht mit Trumps Aussagen in Verbindung gebracht zu werden, sagten bereits eine Reihe von Firmen ihre Unterstützung für den Parteitag der Republikaner ab.

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Wie Bloomberg in der letzten Woche meldete, werden etwa die Bank JPMorgan Chase und der Autohersteller Ford nicht dabei sein. Auch HP stieg aus – obwohl dessen frühere Chefin Meg Whitman selbst bei den kalifornischen Gouverneurswahlen für die Republikaner kandidierte. Microsoft will Computer und Software für die Republikaner bereitstellen, aber nicht wie in früheren Jahren auch finanzielle Unterstützung leisten.

Wie andere Technikfirmen aus dem Silicon Valley hatte Apple bei früheren Präsidentschaftswahlen die Parteitage beider Parteien unterstützt. Laut Politico wollen Google und Facebook das auch in diesem Jahr so halten, obwohl sie mit den Positionen Trumps eher nicht sympathisieren. Facebook will mit „finanzieller und anderweitiger Unterstützung dienen“, wie es in diesem Monat bestätigte – obwohl CEO Mark Zuckerberg sich gegen Trumps Haltung zur Einwanderung aussprach. Sogar als Delegierter für Trump will der milliardenschwere Silicon-Valley-Investor Peter Thiel am Parteitag der Republikaner teilnehmen. Paypal-Mitgründer Thiel ist nicht nur ein früher Facebook-Investor, sondern hat auch einen Sitz im Aufsichtsrat des Unternehmens – der eben zur Wiederwahl ansteht.

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9 Kommentare zu Apple gegen Trump: Keine Unterstützung für Parteitag der Republikaner

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  • Am 21. Juni 2016 um 5:57 von black

    derartige Unterstützungen müssten verboten sein? wenn ich gewusst hätte das Apple Republikaner unterstützt; hätte ich mein Geld behalten. Weder Bush jr. noch diese aktuelle aufgeblondete Hohlbratze sollen mit meiner Kundenkohle gemästet werden.

    • Am 21. Juni 2016 um 12:15 von Chris v.D.

      Das Unterstuetzen beider Lager machen die grossen Firmen eigentlich um politische Neutralitaet zu bewahren aber trotzdem ihre Unterstuetzung fuer das System zu zeigen. Man muss hier zeigen, dass man pro America ist. Das Problem daran ist, dass einige Unternehmen nun aber politische Stellung beziehen, und das mag man so gar nicht. Es ist unklug sich als US Unternehmen so offen zu positionieren. Cook & Co. können eine persoenliche Meinung haben, aber die Firma sollte man raus lassen. In den USA ist das nun mal so

      • Am 21. Juni 2016 um 14:39 von PeerH

        Die Frage, die sich mir stellt, die lautet: warum beziehen Facebook, Google und Microsoft keine Position. Ein Präsident Trump wäre für die US Gesellschaft eine Katastrophe. Und für den Rest der Welt wohl mehr als das.

        • Am 21. Juni 2016 um 15:45 von Chris v.D.

          Microsoft bezieht doch Position, sie leisten keine Wahlkampfspenden. Auch das ist eine klare Ansage. Die Ausstattung der Parteitage ist soweit man hier liest mit Microsoft vertraglich geregelt, da ist nix zu machen. Facebook und Google halten sich da einfach raus. Apples technische Unterstuetzung betrifft nur die Pressecentren die in der Vergangenheit ausgestattet wurden. Das ist einfacher, dennoch eine problematische Sache. Ein US Konzern hat sich im Praesidenten-Wahlkampf gefaelligst neutral zu verhalten. Das kann zum echten Problem fuer die Firmen werden. Eine Firma kann sich bei einer lokalen Wahl zu einem Kandidaten bekennen, aber nicht bei der Praesidentenwahl, da koennen CEOs nur eine persoenliche Meinung haben, aber eben nicht fuer die ganze Firma. Das mag uns Deutsche nicht gefallen aber die Reaktionen der Lager sind hier sind nicht mit einem deutschen Wahlkampf zu vergleichen. Die Anhaenger des Trump Lagers werden Apple und die Anderen als antiamerikanisch, bestochen, auslandsgesteuert und sonst was bezichtigen. Position beziehen heisst Ziel sein. Ich verstehe da Cook & Co. nicht. Mal sehen wie die Anleger das so sehen.

          • Am 21. Juni 2016 um 20:08 von PeerH

            Nicht ganz …

            „Microsoft will Computer und Software für die Republikaner bereitstellen …“

            … was eben eine Unterstützung ist.

        • Am 21. Juni 2016 um 22:53 von Chris v.D.

          Und dieses „will“ ist nach den Berichten ein „muss“. Sagte ich doch. Normalerweise zahlen die Konzerne aber auch nur Wahlkampf spenden an beide Lager. Ausser denen die technische Unterstuetzung leisten koennen. Und die Spenden gehen nun nur ans demokratische Lager. Das ist eine politische Aussage. Ich bleibe dabei, es ist dumm was Apple, Microsoft, wohl auch GE und Ford und Andere machen, dumm fuer die Unternehmen. Nur eine komplette Einstellung der Unterstuetzungen wuerde ein Zeichen sein, dass einem nicht auf die Fuesse faellt . So wird das so oder so ein Thema bleiben. Man wird immer vom Versuch der politischen Einflussnahme sprechen egal wer das Rennen macht.

  • Am 22. Juni 2016 um 9:11 von ckOne

    @PeerH
    Das mit dem schlecht für die USA sehen aber sehr, sehr viele Amerikaner anders. Der Trump hat sogar als KukluxKlan Unterstützer sehr viele schwarze Anhänger, was ich überhaupt nicht verstehen kann. Oder schau in die Türkei, der Erdogan hat da massiven Rückhalt oder schau nach Russland mit Putin. Es ist immer Ansichtssache ob etwas gut oder schlecht ist und nur schlecht ist garnix auf der Welt.

    • Am 22. Juni 2016 um 13:56 von Judas Ischias

      Je schlechter die Zeiten, um so mehr Zulauf haben solche Leute.
      Außerdem ist Trump ein guter Redner und versteht es die Leute mitzureißen. Jedenfalls die, die ihn bestimmt oder sehr wahrscheinlich wählen würden.
      Umsonst ist er jedenfalls nicht Präsidentenanwärter.
      Bin mal gespannt wie das in seiner Partei weitergeht, ob es doch noch zum Aufstand gegen Trump kommt, und was er jetzt ohne den Lewandowski macht.

    • Am 22. Juni 2016 um 22:43 von PeerH

      Es gibt halt immer Deppen, das kann man nicht ändern. Aber man muss nicht deren ‚Häuptling‘ unterstützen, weil es sich so gehört, und obwohl dieser Häuptling keinen Anstand und keine Moral besitzt.

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